Streik der Lokführer kann Produktion in Auto-Industrie verzögern

Die Zulieferer in der Autoindustrie geraten durch den Bahnstreik unter Druck. Produktions- und Liefertermine sind in Gefahr. Die Autoproduktion könnte ins Stocken geraten. Die Deutsche Bahn hat ihren Lokführern daher ein neues Angebot unterbreitet und sie aufgefordert, den bevorstehenden Streik am Wochenende auszusetzen.

Die deutsche Wirtschaft warnt vor negativen Folgen durch die neuen Streiks bei der Deutschen Bahn. „Neben dem Ärgernis für Urlauber führen Streiks auch im Güterverkehr bereits nach wenigen Tagen zu Produktionsstörungen“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Achim Dercks, am Freitag zu Reuters. „Denn Bahntransporte können oft nicht kurzfristig auf Straßen oder Schiffe verlagert werden.“

Der Anteil der Schiene im Güterverkehr liege derzeit zwar nur bei rund 16 Prozent. „In Schlüsselbranchen wie der Automobilindustrie ist die Produktionskette aber komplett auf Just-in-time-Produktion ausgerichtet.“ Zuliefer- und Produktionstermine seien also genau aufeinander abgestimmt. „Warenlager helfen nur die ersten Tage, dann stockt die Fertigung„, warnte Dercks.

Bahnreisende müssen sich wegen eines Lokführerstreiks am Wochenende auf große Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr einstellen. Die Gewerkschaft GDL rief ihre Mitglieder zu einem Ausstand von Samstag 02.00 Uhr bis Montag 04.00 Uhr auf. Im Güterverkehr der Deutschen Bahn begann der Streik bereits am Freitag um 15.00 Uhr. Die GDL hatte erst am Mittwoch und Donnerstag den Bahnverkehr für 14 Stunden bestreikt. Fernbusreisen konnten von der steigenden Nachfrage profitieren.

Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten. Kern des Konflikts ist aber, dass sie dies nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Diese will die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft weiter vertreten. Die Bahn lehnt konkurrierende Abschlüsse für die selbe Berufsgruppe ab.

Die Deutsche Bahn hat nach der Streik-Ankündigung der Lokführergewerkschaft GDL ein neues Angebot vorgelegt und fordert, den Arbeitskampf am Wochenende auszusetzen. Am Sonntag könnten sich Bahn und GDL dann zusammensetzen, sagte ein Bahn-Sprecher am Freitag in Berlin. Es bleibe aber dabei, dass es Tarif-Konkurrenz verschiedener Gewerkschaften für die gleiche Berufsgruppe im Unternehmen nicht geben dürfe.

Die Bahn hat bereits einen Notfall-Fahrplan aufgesetzt, mit dem rund ein Drittel des Verkehrs aufrecht erhalten werden soll und zudem die Kunden eine gewisse Planungssicherheit bekommen sollten. Durch die bessere Verteilung von arbeitendem Personal und Zügen könne so der Verkehr am Montagmorgen relativ schnell wieder normal laufen, sagte der Bahn-Sprecher. Dies habe aber auch zur Folge, dass bereits am Freitagnachmittag vor Streikbeginn Züge ausfielen.

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