Google wächst: Werbegeschäft auf mobilen Geräten hart umkämpft

Der Internetgigant Google wächst im dritten Quartal um 20 Prozent. Doch die Erträge durch Werbung auf mobilen Geräten sinken aufgrund der starken Konkurrenz von Facebook und Twitter. An anderer Front muss Google sich gegen die Klagen der Verlage durchsetzen.

Google wächst dank seines aggressiven Expansionskurses weiterhin deutlich. Die Steigerungsraten werden aber kleiner und lagen im dritten Quartal zudem unter den Erwartungen von Experten. Haupteinnahmequelle ist nach wie vor die Werbung rund um die Internet-Suchmaschine. Mit Anzeigen nahm der Konzern aus dem Silicon Valley im Jahresvergleich 17 Prozent mehr ein, wie das Unternehmen am Donnerstagabend mitteilte. Im Frühjahr hatte der Zuwachs allerdings noch bei 25 Prozent gelegen. Weil sich auch die Kosten deutlich erhöhten und deswegen weniger Gewinn hängenblieb, fielen Google-Aktien im nachbörslichen US-Handel um knapp drei Prozent.

Der Konzernumsatz kletterte im abgelaufenen Quartal um 20 Prozent auf 16,52 Milliarden Dollar, blieb damit jedoch hinter den Erwartungen der Wall Street zurück. Der Nettogewinn fiel um mehr als fünf Prozent auf 2,81 Milliarden Dollar. Google ist schon lange nicht mehr nur die Suchmaschine im Internet, auch das Video-Portal YouTube sowie Email- und Kartendienste gehören zum Konzern. Das Betriebssystem Android läuft auf unzähligen Smartphones. Das Unternehmen bastelt zudem an selbstfahrenden Autos und einer Datenbrille, auch ein Express-Lieferdienst wird in den USA aufgebaut.

Das Werbegeschäft auf mobilen Geräten ist derzeit besonders hart umkämpft. Dort machen sich auch Facebook und Twitter breit und setzen Google zu. Für die kleineren Banner auf Smartphones und Tablets zahlen Kunden in der Regel weniger als für Werbung auf herkömmlichen Computern. Der Siegeszug der mobilen Geräte hat daher zu geringeren Durchschnittspreisen für Anzeigen geführt. Dieser Trend schwächte sich bei Google aber zumindest ab: Das Minus gegenüber dem Vorjahr betrug im dritten Quartal nur noch zwei Prozent, nachdem es im Frühjahr noch sechs Prozent waren.

In Deutschland hat sich zuletzt der Streit zwischen Google und den Verlagshäusern verschärft. Die Amerikaner haben angekündigt, Online-Berichte von Verlagen, die von Google Geld fordern, bei Internet-Suchanfragen nicht mehr wie gewohnt darzustellen.

Einige deutsche Verlage kämpfen unerbittlich gegen den Goliath Google. Sie wollen Geld dafür, dass die Amerikaner ihre Pressetexte verwerten und pochen auf ihren gesetzlichen Anspruch durch das sogenannte Leistungsschutzrecht. Das Problem dabei: Google will nicht zahlen und wird künftig in seinen Suchergebnissen die Anzeige zu diesen Pressehäusern deutlich einschränken. Die Verwertungsgesellschaft VG Media hat in einem Brandbrief an die Politik nun ein Schreckensszenario an die Wand gemalt und warnt davor, dass einige Verlage „dem wirtschaftlichen Druck nicht standhalten“ können. Den Verlagen steht jetzt die Nagelprobe bevor. Offen ist, ob und wann die ersten einknicken.

Ab dem 23. Oktober zeigt Google bei Suchanfragen nur noch Überschriften und Links in seinen Ergebnislisten, aber nicht mehr kleinere Textausschnitte oder Vorschaubilder. Dies betrifft nur Texte der Verlage, die wie die Branchengrößen Axel Springer und Burda über die Verwertungsgesellschaft VG Media Geld von Google fordern. Im Ergebnis dürften dann weniger Nutzer über Google auf die Verlagsseiten weitergeleitet werden. Dieser sogenannte Traffic ist aber wichtig für die Werbeeinnahmen, die die Verlage mit ihren Webseiten erzielen. „Wir haben einen ziemlichen Reichweitenvorteil dadurch, dass wir in der Google-Suche drin sind“, sagt ein Verlags-Manager hinter vorgehaltener Hand und befürchtet Folgen, wenn durch Googles Schritt der Traffic abebben würde. „Da würde was wegbrechen, und das würde richtig wehtun.“

 

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