DIHK erwartet baldige Einführung von Kurzarbeit

Die Konjunkturaussichten in Deutschland sind schlecht. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag meldet, dass die Industrie schon bald Kurzarbeit einführen wird.

Einige Unternehmen werden nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) wegen der trüben Konjunkturaussichten Kurzarbeit einführen. „Die konjunkturelle Abschwächung trifft vor allem die Industrie“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Zeitung „Euro am Sonntag“. Die letzten Daten etwa zu Auftragseingang und Exporten deuteten auf schwierige kommende Monate hin. „Einzelne Betriebe werden das voraussichtlich nur mit Kurzarbeit überbrücken können.“ Bleibe es bei einer vorübergehenden Schwächephase, dürfte die Beschäftigung in der Industrie unter dem Strich jedoch stabil bleiben, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

Die Bundesregierung hatte am Dienstag ihre Wachstumsprognosen für 2014 und 2015 gesenkt. Sie erwartet in diesem Jahr 1,2 Prozent und nicht mehr 1,8 Prozent. Für 2015 kürzte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Prognose auf 1,3 von 2,0 Prozent. Zur Begründung verwies der Minister vor allem auf die Flaute des wichtigsten Absatzmarktes Europa und Krisen wie in der Ukraine.

Wansleben forderte die Regierung zu mehr Investitionen auf. „Die Steuermehreinnahmen reichen für Erhalt und Ausbau der Infrastruktur. Die Schuldenbremse muss nicht infrage gestellt werden.“ Zudem müsse die Politik Anreize für Investitionen der Unternehmen schaffen. Wansleben plädierte für „steuerliche Anreize wie die Wiedereinführung der degressiven Absetzung für Abnutzung (AfA), Bürokratieabbau und ein Festhalten an der mittelstandsfreundlichen Erbschaftssteuer“.

Kommentare

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  1. Schelam Lachon sagt:

    In der Papier- u. papierverarbeitenden Industrie muss es „zappenduster“ aussehen. Mit Tendenz >schlechter<. Leider wird das in der Politik nicht thematisiert. Aber durch Aussitzen löst sich das Problem nicht, und so geht wieder beträchtliches know-how verloren.

  2. gfb sagt:

    Es wird in Deutschland mehr als 50% Arbeitslose geben, wenn das Finanzsystem kollabiert. Dagegen ist Kurzarbeit noch harmlos.

  3. SoWieSo sagt:

    Der Fachkräftebedarf ist ein Mythos ! „Wir brauchen Facharbeiter“ … so langsam verstummt dieser gebetsmühlenartig wiederholte Spruch der Industrie.
    Nun heißt es: „Wir brauchen Kurzarbeiter“ !
    Das von „Kurzarbeit“ niemand leben kann, ist der Industrie aber ziemlich egal.

  4. manuel sagt:

    das ist ja schön das wir hochbezahlte leute haben die uns noch genaueres als das wetter voraussagen.

    Hauptsache die haben ihr geld bis ans lebensende auf ihr kto.

    Es ist schön solche dinge mit anzuschauen.
    Wie sagte Olaf henkel – AFD cochef – bei u.d. linden: wir müssen im sozialbereich kürzen und die leute zum arbeiten zwingen.
    Fakt ist: würde man all die geldverbrennung der regierung sammeln (incl baugeld von strassenbrücken für feldhamster), so könnten wir ganz afrika sozialhilfe zahlen, denen brunnen schenken und den auf die beine helfen.
    Selbsthilfe brauchen die afros nicht, weil die haben öl + land genug. Man müsste lediglich die besatzer, Öldiebe, Maisdiebe also die USA dort verjagen. Aber das läuft ja nun nicht. Will ja keiner :-))

  5. Horst Schumm sagt:

    Überall wird nur untertänigst „die Krise um die Ukraine“ genannt. Warum reicht es nicht zur klaren Ansage der Wahrheit: Die von den USA der EU aus globalem Eigennutz aufgezwungenen Sanktionen gegen den Handels- und Wachstumspartner Russland.