Lufthansa-Streik ab Montag: 200.000 Passagiere sind betroffen

Die Piloten der Fluggesellschaft Lufthansa werden am Montag und Dienstag streiken. Es werden insgesamt 1.400 Flüge komplett ausfallen. Von den Ausfällen werden 200.000 Passagiere betroffen sein. Zum Streik hatte die Sparten-Gewerkschaft Cockpit aufgerufen.

Neue Streiks bei der Lufthansa treffen zum Wochenbeginn hunderttausende Fluggäste. Die Airline teilte am Sonntagabend mit, von den zuvor angekündigten Piloten-Streiks seien etwa 2150 Flüge und mehr als 200.000 Passagiere betroffen. Wegen interner Maßnahmen könnten davon aber 700 Flüge dennoch durchgeführt und mehr als 70.000 Kunden an ihre Ziele gebracht werden.

Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte am Sonntag einen 35-stündigen Streik angekündigt, der von Montag, 13.00 Uhr, bis Dienstag, 23.59 Uhr, dauern soll. Vom achten Piloten-Streik in diesem Jahr sind Cockpit zufolge Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa betroffen, die von einem deutschen Flughafen aus starten. Langstreckenflüge sowie Flüge von Lufthansa-Töchtern wie Germanwings, Austrian Airlines und Swiss sollen dagegen planmäßig abheben.

Lufthansa erklärte, durch freiwillige Piloten, Management-Piloten und andere Airlines innerhalb der Firmengruppe könnten gut 700 der 2150 betroffenen Flüge dennoch starten. Insgesamt würden also 1450 Flüge mit mehr als 130.000 Passagieren gestrichen. Auf ihre Internet-Seite stellte die Airline umfangreiche Daten und Hotline-Nummern, die den Kunden helfen sollen.

Nach Angaben der Lufthansa waren seit April mehr als eine halbe Million Passagiere von den Pilotenstreiks betroffen. Erst am Donnerstag hatten Piloten der Tochter Germanwings die Arbeit niedergelegt, rund 100 Flüge fielen aus. Die Gewinneinbußen durch den Arbeitskampf summieren sich für die Lufthansa bislang auf mindestens 70 Millionen Euro. Der Konzern will in diesem Jahr eine Milliarde Euro operativen Gewinn einfahren.

Die 5400 Flugzeugführer kämpfen für die Beibehaltung der Frührentenregelung für Piloten. Die Lufthansa sieht sich wegen harter Konkurrenz außerstande, die im Branchenvergleich großzügigen Vorruhestandsregeln weiter zu finanzieren. Bislang konnten die Piloten frühestens mit 55 Jahren das Steuer aus der Hand legen – durchschnittlich starten sie mit 59 Jahren in die Rente. Die Lufthansa will den Schnitt auf 61 Jahre erhöhen.

Die Piloten-Gewerkschaft erklärte, die Lufthansa habe ihre Kompromissvorschläge nicht aufgegriffen und mauere. Die Airline wies das zurück und verwies auf ein „konkretisiertes Angebot“, das sie Mitte September vorgelegt habe. Dieses sehe einen umfassenden Bestandsschutz und einen gestaffelten Übergang in ein nachhaltiges Modell für alle bisherigen Piloten vor. Mitarbeitern, die ab dem 1. Januar 2014 eingestellt wurden oder werden, wolle Lufthansa weiter ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Flugdienst ermöglichen. Bislang sei von der Gewerkschaft kein Vorschlag zur Neuregelung dazu bekannt. Zur Frage der Finanzierung der Frührente für neue Lufthansa-Piloten seien der Vereinigung Cockpit weitere Gespräche angeboten worden.

Die Lufthansa forderte, die Macht von Spartengewerkschaften wie der Cockpit zu begrenzen. Die Gewerkschaft der Piloten versuche „eine Stillstands-Nation aus Deutschland zu machen“. Das könne und dürfe sich eine erfolgreiche Wirtschaftsnation nicht leisten.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles will Anfang November ein Gesetz zur Tarifeinheit vorlegen, das den Einfluss kleinerer Spartengewerkschaften zurückdrängen dürfte. Damit soll verhindert werden, dass es in Betrieben unterschiedliche Tarifverträge für einzelne Berufsgruppen gibt. Über das Wochenende hatten bereits Lokführer bei der Deutschen Bahn den Zugverkehr weitgehend lahmgelegt.

Kommentare

Dieser Artikel hat 3 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Andy sagt:

    Mal ehrlich!
    Die Piloten verdienen schon mehr als genug!
    Wenn das arbeitende Volk die Überhand gewinnt, dann geht alles den Bach runter.
    Ich glaube wir steuern daraufhin.
    Karl Marx hat es früher schon gesagt.

  2. SoWieSo sagt:

    Wenn Politiker streiken würden, hätte das keine Auswirkungen. Daran erkennt man, wie wichtig sie sind.

    • Syssiphus sagt:

      Die verdienen ihr Geld nicht,die bekommen es einfach auch wenn sie den größten Blödsinn verzapfen, Haupsache immer „dafür“ sein.Besonders ist der Kampf gegen Recht oder das Recht gefordert,damit ebnen sich alle Wege.