BDI: Bahn-Streik schadet Logistik-Standort in Deutschland

Der Industrieverband BDI warnt vor einem bleibenden Schaden für die deutsche Logistik. Spartengewerkschaften könnten mit ihren Arbeitskämpfen ganze Wirtschaftszweige treffen. Die Gewerkschaft der Lokführer will eine Woche lang auf Streiks verzichten. Der Bahn entstand durch den Streik am Wochenende ein Millionenschaden durch Einnahme-Ausfälle Graffiti-Sprüher und Erstattungszahlungen.

Die Deutsche Bahn beklagt nach dem Streik der Lokführergewerkschaft GDL vom Wochenende einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Die exakten Zahlen würden noch ermittelt, teilte der Konzern am Montag in Berlin mit. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte vor einem Schaden für den Logistik-Standort Deutschland.

Eine Lösung für den festgefahrenen Streit zwischen Bahn und GDL zeichnete sich nicht ab. Die GDL erklärte allerdings, in dieser Woche auf Streiks zu verzichten. Durch den Bahn-Streik an den sich am Montag ein Ausstand der Lufthansa -Piloten anschloss, mehrten sich Forderungen nach Einschränkungen für Spartengewerkschaften, die mit ihren Arbeitskämpfen ganze Wirtschaftszweige treffen.

Im Personenverkehr seien während des 60-stündigen Ausstands erhebliche Kosten angefallen, teilte die Bahn mit. Neben den Einnahmeausfällen habe man im großen Umfang Erstattungen für ausgefallene Reiseverbindungen, Übernachtungen und Taxifahrten zahlen müssen. Nach Bahn-Angaben bemalten zudem Unbekannte die streikbedingt abgestellten Züge. Allein in Berlin seien 69 S-Bahn-Wagen mit Graffiti besprüht worden.

GDL und Bahn forderten sich gegenseitig auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Spätestens jetzt müsste die Deutsche Bahn verstanden haben, dass kein Weg an inhaltlichen Tarifverhandlungen mit uns für das Zugpersonal vorbeiführt“, erklärte GDL-Chef Claus Weselsky. Er bekräftigte, die GDL wolle nicht nur für die Lokführer verhandeln, sondern auch für ihre Mitglieder beim übrigen Zugpersonal.

Die Zugbegleiter werden allerdings auch von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten. Deren Chef Alexander Kirchner betonte, die EVG spreche mit Ausnahme der Lokführer für die Mehrheit des Zugpersonals und habe daher einen Verhandlungsanspruch. Die EVG kündigte an, am Mittwoch die Verhandlungen mit der Bahn fortzusetzen.

Bahn-Sprecher Achim Stauß bekräftige, die Bahn wolle keine verschiedenen Tarifverträge je nach Gewerkschaftszugehörigkeit für die gleichen Berufsgruppen abschließen. „Das würde die Belegschaft spalten und Unfrieden bringen“, sagte er Reuters TV. „Wir fordern die GDL dringend auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.“ Die Bahn sei bereit mit EVG und GDL gemeinsam zu verhandeln.

Die Bundesregierung will per Gesetz das Prinzip „ein Betrieb, ein Tarifvertrag“ durchsetzen, um zu verhindern, dass vergleichsweise kleine Gewerkschaften das ganze Land durch Arbeitskämpfe lahmlegen können.

 

Kommentare

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  1. ariovist sagt:

    Also, mich wundert, warum nicht schon längst nur noch Sprühdosen vertrieben werden dürfen, welche sich mit einer bestimmten Lösung wieder leicht entfernen lassen; falls nicht möglich, dann müssen sie verboten und der Besitz pönalisiert werden.

  2. SoWieSo sagt:

    Als die Lokführer noch Beamte waren, gab es keine Streiks!

  3. Schmidt sagt:

    Wenn Streik schadet sollten mal sauber die Löhne , wie im Bundestag oder anderswo, der Inflazionsrate von 18 % angepasst werden. Die lokführer haben nähmlich nicht soviel wie Flugkapitäne von 30000€ monatlich

    Der Pofalla CDU zieht 1 Mio und das ist nur einer.

    • Lesefuchs sagt:

      Das hat Methode. Im Osten wurden die Berliner gegen den Rest der DDR aufgehetzt. Der lachende dritte war die Regierung. Das gleiche passiert heute. Man hetzt das Volk gegen die Gewerkschaft auf und lachen wird die Wirtschaft. Keiner sieht das es allen über kurz oder lang an den kragen gehen wird!!!