Cockpit droht Lufthansa mit weiteren Streiks

Der Streik der Langstreckenflüge bei Lufthansa ist noch nicht vorbei, da droht die Pilotengewerkschaft Cockpit schon mit weiteren Streiks, die noch noch diese Woche stattfinden könnten. Ab Frankfurt sind fast alle Interkontinentalflüge gestrichen. Insgesamt hat der Konzern an den beiden Streiktagen am Montag und Dienstag 1511 von 2333 Flügen gestrichen – 166.000 Passagiere verpassen ihre Flüge.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit droht der Lufthansa noch in dieser Woche mit weiteren Streiks. „Wir schließen weitere Streiks in dieser Woche explizit nicht aus, falls sich die Lufthansa nicht bewegt„, sagte Cockpit-Vorstand Markus Wahl der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Er hoffe aber, dass die Lufthansa bald ein neues Angebot vorlege. Die Piloten der Lufthansa haben am Dienstag ihren Streik fortgesetzt und auf Langstreckenflüge ausgeweitet. Der Streik der Piloten hatte am Montag um 13.00 Uhr zunächst mit Kurz- und Mittelstreckenflügen begonnen und soll am Dienstagabend um 23.59 Uhr enden.

Cockpit hat ihren Arbeitskampf ausgeweitet und bestreiken seit dem frühen Dienstagmorgen auch Langstreckenflüge. Ab Frankfurt seien fast alle Interkontinental-Verbindungen gestrichen, sagte ein Sprecher der Lufthansa. Auch ein Großteil der Kurz- und Mittelstreckenflüge ab Frankfurt finde nicht statt. Dagegen werde am zweiten Lufthansa-Drehkreuz München rund die Hälfte der Kurz-, Mittel- und Langstrecken bedient. „Die Streikbeteiligung ist sehr hoch – wir sind zufrieden“, sagte Markus Wahl, Vorstand der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, zu Reuters. Ende des Ausstands ist um Mitternacht.

Am Frankfurter Flughafen sind die Folgen des Streiks offensichtlich. Vor den Check-In-Schaltern bildeten sich lange Schlangen. Die Lufthansa versorgte die Wartenden mit Getränken und Snacks. Insgesamt hat der Konzern an den beiden Streiktagen am Montag und Dienstag 1511 von 2333 Flügen gestrichen – 166.000 Passagiere verpassen ihre Flüge.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat angesichts der Streiks von Lokomotivführern und Piloten vor einer weiteren Ausdehnung der Arbeitskämpfe gewarnt. „Eine Dauerblockade würde der Konjunktur schaden“, sagte der Minister der Bild-Zeitung vom Dienstag. Die Verkehrswege stellten das zentrale Nervensystem Deutschlands und seiner Wirtschaft dar. „Dieses Nervensystem darf nicht lange lahmgelegt werden“, warnte er. Bisher aber hätten die Streiks noch keine nachhaltigen Schäden verursacht.

Dobrindt mahnte die Tarifpartner, „sehr verantwortungsvoll“ mit dem Instrument Arbeitsniederlegungen umzugehen. Sie sollten bemüht sein, die Folgen für Dritte „möglichst gering zu halten“. Auch mit Blick auf den anstehenden Gesetzentwurf der Regierung zur Tarifeinheit sagte Dobrindt: „Es geht nicht darum, das Streikrecht einzuschränken.“ Ein Thema müsse aber die Verhältnismäßigkeit sein. Die Verkehrswege seien ein wichtiger Wachstumsfaktor, sagte er. Deutschland kämpft derzeit mit schwächer werdenden Wachstumsaussichten.

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