Keine Angst vor Ebola: Nestlé will weiter in Afrika produzieren

Nestlé will die Produktion in Afrika wegen Ebola nicht unterbrechen. Der Konzern stellt in Ghana und der Elfenbeinküste Schokogetränke, Kaffee und Milchpulver her. In den betroffenen Gebieten versuchen Helfer indes, neue Medikamente an infizierten Menschen zu testen.

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé will trotz der Ebola-Seuche die Produktion in seinen acht Fabriken in West- und Zentralafrika nicht herunterfahren. Bisher gebe es keine Einschränkungen bei der Belieferung der Standorte oder dem Transport, sagte Firmenchef Paul Bulcke der Nachrichtenagentur Reuters bei einem Besuch in Mexiko. „Das könnte passieren, aber es ist noch nicht passiert.“ Nestle werde gegebenenfalls reagieren, wenn sich Ebola ausbreite.

Das Schweizer Unternehmen stellt in Afrika Produkte wie Schokogetränke, löslichen Kaffee oder Milchpulver her und hat etwa in Ghana und der Elfenbeinküste Niederlassungen. Beide Länder, auf die 60 Prozent der weltweiten Kakaoproduktion entfallen, sind nicht von Ebola betroffen. Die Seuche grassiert aber in Liberia und Guinea, die an die Elfenbeinküste grenzen. Nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation sind an Ebola knapp 5.000 Menschen gestorben.

Von Seiten der WHO heißt es, eine neue Plattform werde ins Leben gerufen, „um mögliche Behandlungsformen zu identifizieren und in westafrikanischen Ländern zu testen“. Es solle dann Isolierstationen geben, wo die Behandlungsformen „bei Patienten mit Ebola in einem standardisierten Format ausgewertet werden können“.

Zurzeit gibt es drei bekannte, potentielle Ebola-Medikamente: TKM-Ebola von Tekmira, AVI-7537 von Sarepta und ZMapp von Mapp Biopharmaceuticel. Bei allen drei Unternehmen hat sich das amerikanische Verteidigungsministerium mit Finanzhilfen bei der Forschung beteiligt. Die Bedrohung durch die Ebola-Epidemie hilft den Unternehmen nun bei der Durchführung von notwendigen Tests. Tekmira beispielsweise hat jüngst von den amerikanischen und kanadischen Behörden die Erlaubnis erhalten, das Medikament an Menschen zu testen.

Tekmira ist aber außerdem auch Teil eines internationalen Konsortiums der WHO, um entsprechende Präparate „für beschleunigte therapeutische klinische Studien in Westafrika zu bieten, schreibt das Unternehmen auf seiner Website. Wie genau diese aussehen und ob es auch Studien in den USA oder Europa geben wird, gab das Unternehmen nicht an.

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  1. gfb sagt:

    Bin zwar kein Fan von diesen Produkten. Werde aber generell Produkte aus dieser Region meiden.