Roche hofft auf Durchbruch bei Krebsforschung in Basel

Der Schweizer Pharmakonzern Roche will Forschung und Entwicklung in Basel mit drei Milliarden Franken fördern. Das Geld fließt in zusätzliche Labors und Arbeitsplätze. Roche hofft auf einen Durchbruch bei der Krebsbehandlung.

Roche unterstreicht mit Milliardeninvestitionen die Bedeutung des Standorts Basel für den Konzern. Der Arzneimittelhersteller will in den nächsten zehn Jahren insgesamt drei Milliarden Franken in die Modernisierung und den Ausbau des Konzernsitzes stecken. „Es geht bei der heute angekündigten Investition um ein klares Bekenntnis zu Forschung und Entwicklung und es geht vor allem auch um ein ganz klares Bekenntnis zum Standort Basel und zur Schweiz“, sagte Konzernchef Severin Schwan.

Den Schwerpunkt legte der weltgrößte Hersteller von Krebsmedikamenten auf die Forschung: 1,7 Milliarden Franken sollen in den Neubau von Labors und Arbeitsplätze für rund 1.900 Wissenschaftler fließen. Ein neues 205 Meter hohes Bürohochhaus, in dem bis zu 1.700 Angestellte Platz finden sollen, wird 2021 einen derzeit im Bau befindlichen Roche-Büroturm als höchstes Gebäude der Schweiz ablösen.

Ziel des Konzerns ist es, alle Mitarbeiter auf dem Firmenareal am Rheinufer zusammenzuführen. Heute arbeitet rund ein Drittel der etwa 9.000 Beschäftigten in der Stadt an anderen Standorten. Weltweit beschäftigt Roche mehr als 85.000 Menschen. Der Konzern investiert jährlich rund neun Milliarden Franken.

Die drohende Verschärfung der Zuwanderungsbestimmungen bereitet dem Konzern jedoch Sorgen. „Diese Ecopop-Initiative, die wäre natürlich eine Katastrophe für uns„, sagte Schwan. „Aber ich gehe davon aus, dass die nicht nur abgelehnt sondern hoffentlich deutlich abgelehnt werden wird.“ Die auf ausländische Arbeitskräfte angewiesene Wirtschaft des Landes läuft gegen die Ecopop-Initiative Sturm. Besonders hart treffen würde eine weitere Verschärfung der Zuwanderungsregeln wissenschaftsbasierte Unternehmen wie Roche und Rivale Novartis, die hoch qualifizierte Fachkräfte brauchen und die in der Schweiz tausende Forscher beschäftigen.

Roche braucht die Fachkräfte für die Krebsforschung und holt sich zusätzliches Know-how auf dem Gebiet der Immuntherapie. Der Schweizer Arzneimittelhersteller und die US-Firma NewLink Genetics haben ein Forschungsabkommen vereinbart, wie das amerikanische Unternehmen anfang der Woche mitteilte. Roche übernimmt zudem die weitere Entwicklung des NewLink-Wirkstoffs NLG919. Die Amerikaner erhalten dafür sofort 150 Millionen Dollar und können abhängig vom Erreichen bestimmter Meilensteine insgesamt auf mehr als eine Milliarde Dollar Zahlungen hoffen. Für Medikamente sei eine Umsatzbeteiligung vorgesehen.

NLG919 ist ein immuntherapeutischer Wirkstoff in der frühklinischen Phase-I-Entwicklung. Arzneien dieses relativ neuen Therapieansatzes zielen darauf ab, das körpereigene Abwehrsystem zu aktivieren, damit es Krebszellen erkennen und zerstören kann. Der Ansatz gilt als revolutionär und zahlreiche Experten sehen darin einen Durchbruch in der Krebsbehandlung. Als führend auf diesem Gebiet gelten neben Roche die beiden US-Konzerne Bristol-Myers Squibb und Merck & Co sowie die britisch-schwedische AstraZeneca. Die in Iowa ansässige Biotech-Firma NewLink Genetics steht derzeit vor allem im Zusammenhang mit der Ebola-Epidemie in den Schlagzeilen: NewLink besitzt die Vermarktungslizenz für einen von der kanadischen Regierung entwickelten Ebola-Impfstoff.

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