Geschäftsklima-Index auf Zwei-Jahres-Tief

Der Geschäftsklima-Index fiel zum sechsten Mal in Folge auf nur mehr 103,2 Punkte. Das ist der schlechteste Wert seit fast zwei Jahren. „Die konjunkturellen Aussichten haben sich nochmals verschlechtert“, so Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Stimmung in den Chefetagen hat sich im Oktober den sechsten Monat in Folge eingetrübt. Der Geschäftsklima-Index fiel unerwartet deutlich von 104,7 auf 103,2 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Das ist der schlechteste Wert seit fast zwei Jahren. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 104,3 Zähler erwartet. „Die konjunkturellen Aussichten haben sich nochmals verschlechtert“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Führungskräfte schätzten sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuletzt. In den einzelnen Branchen fielen die Ergebnisse allerdings unterschiedlich aus. Im Großhandel und bei den Dienstleistern hellte sich die Stimmung auf, im Einzelhandel und im Baugewerbe sowie vor allem in der Industrie trübte sie sich dagegen ein. „In der Industrie gibt es kaum Lichtblicke“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe zu Reuters. Allein die Exporterwartungen seien gestiegen. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob dies nur ein Strohfeuer sei. Der Euro hat zuletzt zum Dollar deutlich an Wert verloren, was deutsche Produkte in vielen Ländern attraktiver macht.

Ökonomen gehen unterdessen nicht von einer längeren Flaute aus. „Die Konjunktur durchläuft derzeit eine Schwächephase, die man mit dem Begriff Delle wohl am besten beschreiben kann“, sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. Stimmungstöter seien geopolitische Risiken, die schleppende Erholung der Euro-Zone, Deflationssorgen und auch die deutsche Wirtschaftspolitik. Ökonom Holger Sandte von der Nordea Bank zufolge stagnierte das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal, dürfte in den letzten drei Monaten aber wieder leicht wachsen.

Angesichts der Verunsicherung durch zahlreiche Krisen wie in der Ukraine und im Nahen Osten haben viele Experten ihre Prognosen deutlich nach unten korrigiert. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet in diesem Jahr noch mit einem Wachstum von 1,3 Prozent und geht für 2015 sogar nur von 0,8 Prozent aus.

Kommentare

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  1. fan sagt:

    Ich bekomme von etlichen Firmen, Versand-Händlern und anderen tägliche Werbung/Angebote – alle sind seit einigen Monaten reichlich „spendabel“ mit steigender Tendenz, d.h. Versandkosten werden nicht mehr erhoben, täglich neue Preise mit Zahlung erst im neuen Jahr, Sonder-Aktionen, Geschenk-Angebote, um damit noch andere Artikel bestellen zu sollen, usw..

    Für mich kann das nur heißen: Der Absatz stockt, die Bestellungen werden weniger, also eine Art „Count-Down“ der Handels-Konjunktur und der Artikel-Produzenten – und das Wirtschafts-Tal (und viele Arbeitslose) haben wir schon bald vor uns – Prof Sinn sagt uns einfach die auf uns zukommende Realität.

  2. kay sagt:

    Das ist ganz normal, das die Konjuntur auch mal fällt. Was haben wir den erwartet ?
    Jetzt bekommt auch Deutschland ein paar Auswirkungen der ganzen Krisen zu spüren.
    Mal geht es hoch, mal geht es runter. So ist das nun mal in unserer Welt.
    Die Käufer im Ausland haben halt kein Geld, im Inland gibt es doch noch genug Geld.
    Mal ein bißchen Umdenken, und nicht jammern. Oder soll sich der Käufer im Ausland wieder verschulden? Aus deutscher Sicht klingt das Schizophren.

    • Lesefuchs sagt:

      Mal googlen wer noch deutsche Neuwagen kauft. Das nur zum Thema in Deutschland ist genug Geld…