DIHK: Merkels Wirtschaftspolitik kostet Wachstum

Die DIHK rechnet für 2015 nur noch mit einem Wachstum von einem Prozent. Schuld daran sei die Bundesregierung, so Geschäftsführer Wansleben. Deren Pläne wirken sich negativ auf die Investitions- und Beschäftigungspläne der Firmen aus.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet im kommenden Jahr nur noch mit einem Wachstum von unter einem Prozent und gibt der Bundesregierung die Hauptschuld dafür. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sprach am Montag nach der Befragung von rund 27.000 Unternehmen vom „Konjunkturrisiko Wirtschaftspolitik“. Die Maßnahmen der Merkel-Regierung wirkten sich negativ auf die Investitions- und Beschäftigungspläne der Firmen aus. Da auch die vielen internationalen Krisenherde die Wirtschaft treffen, erwartet der Verband für 2015 nur noch 0,8 Prozent Wachstum – etwa die Hälfte der bisherigen Prognose. „Der konjunkturelle Tiefpunkt ist noch nicht durchschritten.“ Denn im laufenden Jahr rechnet der DIHK mit 1,3 Prozent Wachstum.

Wansleben forderte die Bundesregierung zu einem Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik auf. Denn viele Gesetze brächten Lasten für Unternehmen mit sich. Er verwies unter anderem auf die Rente mit 63 Jahren sowie den Mindestlohn. Um der Verunsicherung in der Wirtschaft zu begegnen, sollte die Regierung in Berlin mit steuerlichen Erleichterungen ein Signal setzen, konkret mit der Wiedereinführung der degressiven Abschreibung auf Anlagegüter. Das allerdings hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wiederholt abgelehnt.

Als besonders bedenklich wertete DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann, dass zu wenig investiert wird. Mit Steigerungsraten von 2,8 Prozent in diesem Jahr und 1,7 Prozent im nächsten Jahr blieben die Bruttoanlageinvestitionen hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt rechnen nur noch 21 (Mai: 29) Prozent der Betriebe mit geschäftlichen Verbesserungen in nächster Zeit.

Der DIHK betonte zudem, Krisen wie in der Ukraine führten ebenfalls zu den schlechteren Aussichten. So seien die deutschen Exporte nach Russland im August um über 26 Prozent eingebrochen. Für die ersten acht Monate liege das Minus bei 16 Prozent. „Der außenwirtschaftliche Gegenwind wird stärker“, so der DIHK. Der Westen hat Sanktionen gegen Russland verhängt, weil Moskau vorgeworfen wird, die Separatisten im Osten der Ukraine zu unterstützen. Russland hat mit Gegenmaßnahmen reagiert.

Kommentare

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  1. TC sagt:

    Ach, nennt sich Klimareligion neuerdings Wachstumspolitik?
    http://stopesm.blogspot.de/2014/10/politik-verstummelt-deutschland.html

  2. Samson sagt:

    Hier ein sehr guter Bericht von Jasinna,
    WARUM es Probleme gibt und WER dafür verantwortlich ist.

  3. nietz sagt:

    Eine Unverschämtheit…. Die Wirtschaft tut mal wieder alles um vom Mindestlohn wegzukommen. Übernimmt endlich mal Verantwortung! Die Leute wollen Leben! Wer mehr als den Mindestlohn zahlen kann, der soll das gefälligst machen und endlich aufhören auf extrem hohen Niveau zu heulen. Dank der Wirtschaft werden doch immer mehr Menschen unzufrieden. Der Druck auf die Mitarbeitet steigt, der Lohn allerdings nicht! Das geht nicht…. Peinliche Einstellung unsere tollen Wirtschaft.

  4. Lesefuchs sagt:

    Na klar… Schuld ist nicht u.a. die Bankenrettung oder die zunehmende beabsichtigte Verarmung des Volkes (was sich nichts mehr leisten kann), Schuld ist der praktisch noch nicht existierende Mindestlohn und die paar Leute die etwas früher in Rente gehen. Zahlen wir doch mal Gehälter und boni nach Unternehmensergebnissen das spart Geld. Zum brechen wer in der heutigen Welt „die Zügel hält“…