Hohe US-Nachfrage: Europas Solarkonzerne erleben Aufschwung

Die USA sind für die europäischen Konzerne REC Solar und Solarworld zum wichtigsten Absatzmarkt geworden. REC-Vorstandsmitglied Luc Grare sagt, dass für 2015 bereits 44 Prozent der Gesamtkapazität von 1,2 Gigawatt an die USA verkauft wurden. Gleichzeitig verhängen die Amerikaner Antidumpingzölle auf chinesische und taiwanische Solartechnik-Importe.

Die USA entpuppen sich für die europäische Solarbranche als Lichtblick in der Krise. Europas größte Solarkonzerne REC Solar und Solarworld verkaufen inzwischen bis zu 50 Prozent ihrer Kapazitäten in den Vereinigten Staaten. „Die Nachfrage in den USA ist explodiert“, sagte Solarworld-Chef Frank Asbeck am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Firma produziere vor Ort unter Vollauslastung und liefere derzeit die Hälfte des Gesamtabsatzes an US-Kunden. REC-Vorstandsmitglied Luc Grare erklärte im Reuters-Interview: „Wir haben für 2015 bereits 44 Prozent unserer Gesamtkapazität von 1,2 Gigawatt an die USA verkauft.“

Die in den USA verhängten Antidumpingzölle auf chinesische und taiwanische Solartechnik-Importe hätten die Nachfrage umgelenkt und die Abwärtsspirale bei den Preisen weiter verlangsamt. „Die Dumpingvorwürfe gegen chinesische Hersteller haben in den USA zu Verunsicherungen geführt,“ so Grare. Daher seien die US-Kunden auf andere Hersteller und Lieferanten umgeschwenkt, wovon auch die norwegische REC profitiere. So habe REC in den vergangenen Monaten Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 685 Megawatt (MW) unter anderem an die kalifornische SolarCity des Tesla -Gründers Elon Musk verkauft sowie an den Anbieter privater Photovoltaik-Anlagen Sunrun. Grare erklärte zudem, während auf dem Weltmarkt die Preise um 4,6 Prozent nachgaben, seien sie bei REC lediglich um 2,2 Prozent gefallen.

„Wir haben in den USA wieder einen fairen Wettbewerb“, betonte auch Solarworld-Chef Asbeck. Der Bonner Konzern hatte in den USA ein Antidumping-Verfahren initiiert. Die vom US-Handelsministerium festgelegten Antidumpingzölle liegen im Schnitt bei 36 Prozent für Solarzellen aus Taiwan und bei 42 Prozent für Photovoltaik-Produkte, die in China gefertigt wurden.

Während die Solarmärkte in den USA, Großbritannien und Japan boomen, sieht es auf dem einst weltweit größten Solarmarkt Deutschland mau aus. „Die Nachfrage in Deutschland ist immer noch auf einem niedrigen Niveau“, sagte Grare. Die Nachfrage nach gewerblich betriebenen Dachanlagen sei zwar gestiegen. Doch Privatleute hielten sich mit Investitionen zurück. Von Januar bis August wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur in Deutschland knapp 1500 MW auf Dächer und Felder geschraubt. Damit ist Deutschland weit von seinen einstigen Rekordwerten entfernt: Allein im Spitzenmonat Juni 2012 wurden 1800 MW installiert.

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