Deutschland fällt bei Innovationen zurück

Die deutsche Wirtschaft verliert ihre Innovationskraft. In einem Vergleich mit 35 Industrieländern fiel sie von Platz drei auf Platz fünf. Auch die Wissenschaft hat einen Platz eingebüßt. Die innovationsstärksten Länder sind die Schweiz, Singapur, Schweden, Belgien und Finnland.

Die deutsche Wirtschaft ist nach einer Experten-Studie in Hinblick auf ihre Innovationsstärke international leicht abgerutscht. In der am Mittwoch veröffentlichten Studie „Innovationsindikator 2014„, die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und zwei weiteren Instituten angefertigt wurde, fiel sie gegenüber dem Vorjahr unter 35 Industrieländern auf Rang fünf von drei zurück.

Besonders in der Automobilbranche ist der Rückfall zu spüren. Die deutschen Hersteller, VW, Daimler und Audi schafften es nicht in die Top-20 der innovativsten Autobauer.

Auch die deutsche Wissenschaft musste bei Thema Innovationen mit Rang neun eine Position abgeben. Dennoch erreichte Deutschland insgesamt wie im Jahr 2013 Rang sechs und festigte diesen sogar noch, wie es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Auftraggeber der Studie Telekom-Stiftung und des Industrie-Verband BDI, hieß.

Angeführt wird die Rangliste der innovationsstärksten Länder dem Bericht zufolge von der Schweiz und Singapur, gefolgt von Schweden, Belgien und Finnland. Im Vergleich der großen Wirtschaftsräume habe sich Europa seit 2000 langsam aber stetig verbessert und sei dann 2010 an Nordamerika vorbeigezogen. Asien halte lediglich im Bereich Wirtschaft mit den beiden anderen Regionen bei der Innovationskraft mit.

Der BDI nutzte die neuen Zahlen dazu, seine Forderung nach mehr steuerlicher Förderung privater Investitionen in diesem Bereich zu erneuern. „Wir brauchen eine stärkere staatliche Unterstützung privater Investitionen in Forschung und Entwicklung“, sagte das Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung Dieter Schweer. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble prüft derzeit im Zuge der internationalen Debatte über Steuerbegünstigungen für Patent- und Lizenzeinnahmen, ob es hier Ansatzpunkte für eine solche Steuerförderung geben könnte.

Die Bildung mit einem elften Rang und nur 48 Punkten der Schwachpunkt Deutschlands im Innovations­indikator. Der Indikatorwert Deutschlands verbesserte sich jedoch im zweiten Jahr in Folge. Dies lag primär an besseren PISA-Ergebnissen, einer weiteren Internationalisierung der Hochschulausbildung und mehr Promovierten in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern.

Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Innovationen zählen nicht zu den besonderen Stärken, auf die das deutsche Innovationssystem aufbauen kann.Im Bereich Gesellschaft liegt Deutschland auf Rang 11 und damit im Mittelfeld der innovationsorientierten Volkswirtschaften.

Mit 55 Punkten erreicht Deutschland den achten Rang im internationalen Vergleich des Beitrages des Staates zur Innovationsleistung. Die deutsche Regierung hält sich bei der Unterstützung der Forschungstätigkeit von Unternehmen weiterhin stark zurück.

Kommentare

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  1. Schmidt sagt:

    Vollkommen uninteressant.

    Merkel Schäuble Konsorten schafft Deutschland ab. Weshalb brauchts da eine deutsche Wirtschaft. Erez Israel ist die Innovation Schalom.

    An die Redaktion: nicht streichen

  2. Ecke sagt:

    Wir punkten auf jeden Fall in der Sozialkompetenz, und von der wird so sehr bereichert wurden, das es einen Sechser im Lotto gleicht.

  3. Rudolf Steinmetz sagt:

    Die US-Reeducation nebst deren Umformung des bundesdeutschen Bildungssystems (siehe Bologna-Prozess oder Credit-Points) haben zu einer riskoscheuen Uniformität geführt, die jeden sanktioniert, der aus der Reihe Tanz. Geistige Revolutionäre, die es trotzdem wagten, wurden beseitigt, siehe Alfed Herrhausen oder zB Karl Heinz Beckurts. Konzerne wie Siemens oder Daimler Benz folgten lieber der Stammokap-Strategie: Stammland absichern und dadurch das Kapital mehren, und artfremde Gedanken möglichst verbieten. Und so liegen riesige Marktchancen brach, weil der Verbraucher, d.h. Kunde sich die Welt konträr anders wünscht als die panzersture Großindustrie nebst deren Einfluss auf Forschung, Bildung und Politik. Siehe hierzu: Helmut Krauch, Prioritäten für die Forschungspolitik, München 1970 NOTABENE: Merkels Sozialisierung in der totalitären DDR haben diesen Trend zur Willfährtigkeit gegenüber dem Hegemon leider erheblich verstärkt, sehr zum Schaden des deutschen Volkes.

    • Gehts noch? sagt:

      Der Versuch, die vermeintliche Ständewirtschaft zu zerlegen, der Umbau des Bildungssystems, das auf zweitklassiges Niveau (Internationalisierung der Hochschulausbildung) herabgefahren wurde, die geringeren Innovationen, wie im Bericht aufgezeigt, sind die Marschrichtung. Dieser mußten wir uns unterwerfen, weil Deutschland nicht die wirtschaftlich stärkste Nation sein darf!

      Was aber, wenn diese Nation und seine Nachbarn schwächeln, der Handel mit Russland durch die unbedeutende Ukraine geschwächt wird, und China am Horizont die Exportmärkte unterwandert? Lernen wir schon einmal chinsesisch, denn das werden wir bald biitter nötig brauchen. Danke unseren Freunden in den USA, deren Wirtschaft schon den Bach runter geht, und wir mitgehen dürfen!