Recycling: Waschmaschine verwendet gefiltertes Duschwasser

Türkische Studenten entwickelten eine Kombination aus Waschmaschine und Dusche. Ziel ist es, das Wasser wiederzuverwenden. Durch einen Filter wird das Duschwasser in die Waschmaschine geleitet.

Ahmet Burak Aktas und seine drei Kollegen haben sich das Wassersparen zur Aufgabe gemacht. Sie entwickelten Washit – eine Kombination aus Dusche und Waschmaschine, mit der große Mengen Wasser gespart werden können. Zum Vergleich: Wer 15 Minuten duscht, verbraucht durchschnittlich etwa 150 Liter. Eine Waschladung kommt mit weniger aus, dennoch werden im Durchschnitt rund 38 Liter Wasser verwendet.

Ziel von Washit it es, das Wasser zweimal zu verwenden. Das ist natürlich zu Hause auf jeden Fall von Vorteil. Doch die Macher hinter dem Projekt denken sogar weiter. So sollen die Kombigeräte auch im Fitness-Center, auf Festivals und an Flughäfen aufgestellt werden.

Es geht nämlich bei Washit gar nicht darum, große Waschladungen zu säubern. Vielmehr kann bei jeder Dusche eine kleine Ladung Wäsche gereinigt werden. Deshalb ist das Konzept auch an öffentlichen Plätzen und Veranstaltungen einsetzbar.

Wer bei Festivals eine Dusche nimmt, kann danach auch seine Hose und T-Shirt wieder anziehen. Auf Flughäfen funktioniert dies genauso. Beispielsweise wenn Passagieren längere Wartezeiten bevorstehen. So bleiben auf einer langen Reise die Kleidung und der Mensch frisch.

Dafür gibt es dann sogar spezielle Versionen der Erfindung, die extra für die öffentliche Anwendung gedacht sind. Hierbei ist der Zugang zur Waschmaschine in der Duschkabine selbst zu finden. Bei der privaten Version für die eigenen vier Wände, ist der Schacht außerhalb der Kabine. So können Nutzer in der Öffentlichkeit die Dusche betreten, sich dort entkleiden und duschen. Am Ende holen sie die saubere Wäsche wieder aus der Maschine, ziehen sich an und verlassen die Dusche.

Eine logische Frage, die sich hier aufdrängt ist: Wieso soll jemand die nassen Klamotten anziehen? Dass sie sauber sind nach der eigenen Dusche, ist schön und gut. Aber Sinn macht dieses Gerät nur, wenn die Wäsche nicht nur sauber, sondern auch trocken die Maschine verlässt.

Glücklicherweise haben sich die Entwickler auch diesem Thema angenommen. Neben der Waschmaschine ist auch ein Trockner eingebaut. Somit wird die Wäsche während einer Dusche tatsächlich gereinigt und im Anschluss getrocknet. Deshalb ist der Einsatz in der Öffentlichkeit von derart großem Nutzen. Die Kleidung ist sofort wieder einsatzfähig, weil sie rein und trocken ist.

Zuhause wollen die Forscher Washit vor allem in den Tagesablauf eingebaut sehen. Wer täglich duscht, kann nebenbei auch seine Wäsche vom Vortag waschen. Dabei wird Geld, Zeit und Wasser gespart. Die Tage von hohen Stapeln mit dreckiger Kleidung könnten somit gezählt sein.

Die genaue Funktionsweise erklären die kreativen Köpfe auf ihrer Homepage wie folgt: Abwasser von der Dusche wird gefiltert mit Hilfe der ersten Wasserpumpe. Danach läuft das gereinigte Wasser in den Tank. Wird Washit aktiviert, befördert eine zweite Pumpe das Wasser aus dem Tank sowohl in die Waschmaschine, als auch zurück in den Duschkopf.

Das Duschwasser wird somit zweifach verwendet. Die Filter lassen sich leicht austauschen und zeigen mit einer LED-Lampe an, wann es Zeit wird für einen Wechsel. Der Dampf von Dusche und Maschine wird über Öffnungen an der Decke der Duschkabine abgelassen.

Für die Konstruktion haben die vier Forscher übrigens den Concept Design Award 2012 verliehen bekommen. Aktuell dürfen keine weiteren Details zur Entwicklung genannt werden. Auf Anfrage von den Deutschen Wirtschafts Nachrichten hat Ahmet Burak Aktas mitgeteilt, dass sich das Team derzeit in Verhandlungen befindet. An Washit sind demnach Hersteller aus der Türkei und Deutschland interessiert.

Kommentare

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  1. Eulenspiegel sagt:

    Das war der Ruhr/Wasserverband,nebst meinem Schwager!Das Resultat war eine unwirtschaftliche Wasseraufbereitung,diese wurde sofort verworfen.Dieses Jahr(nächste Woche) läuft ein Test in Athen,dort will man Regenwasser in alte Zisternen sammeln um die Kanalisation im Sommer ,bei Regenknappheit,zu spülen(gl.Problem in Berlin),gegen Verstopfungen und Keimausbreitung!

  2. rudolf_steinmetz@web.de sagt:

    Eine akademische Schnapsidee. Wirklich Sinnvolles wir abgeblockt. Zum Beispiel kamen vor rund 20 Jahren Zweikreis-Waschautomaten auf den Markt, die das Heißwasser direkt aus der Heizung zapften, und so eine Menge Strom sparten. Infolge der Stromlobby durften diese Maschinen nur exportiert werden, und verschwanden dann schliesslich wieder ganz vom Markt.

  3. sirik sagt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Woudagemaal:

    „Zu den Gebäuden der Anlage gehören das Maschinenhaus und das Kesselhaus. Vier Fluttore entlassen das Wasser ins IJsselmeer. Das Schöpfwerk selbst besteht aus vier Doppel-Dampfmaschinen mit einer Leistung von je 500 PS (ca. 368 kW) und je zwei (also 8 insgesamt) Zentrifugalpumpen. Dadurch können 4.000 m³ (also 4.000.000 l) pro Minute ins IJsselmeer gepumpt werden“
    Das is nut noch ein von Hunderten……..

    Mit vielen grüsse aus Holland !!!