Russland: „Wenn es Geld gibt, wird es Gas geben“

Im Gas-Streit zwischen Ukraine, EU und Russland gibt es keine Einigung. Russland fordert die Begleichung der offenen Gasrechnungen der Ukraine sowie Garantien und Beteiligungen für künftige Zahlungen von der EU. Energiekommissar Günther Oettinger sagte eine geplante Pressekonferenz nach den Verhandlungen ab.

Die Ukraine und Russland haben in ihren Gesprächen mit der Europäischen Union (EU) zur Lösung des Gasstreits in der Nacht zum Donnerstag keine Einigung erreicht. Knackpunkt ist offenbar die Forderung Russlands, dass sich die EU stärker an der Begleichung der ukrainischen Gasrechnungen beteiligt. Die Gespräche könnten am Abend fortgesetzt werden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Ria unter Berufung auf Russlands Energieminister Alexander Nowak.

Die EU-Kommission sagte eine in Aussicht gestellte Pressekonferenz am Donnerstagmorgen in Brüssel ab.

Gazprom -Chef Alexej Miller wurde von der Agentur Interfax mit den Worten zitiert, eine Einigung sei nur dann zu erreichen, wenn die Ukraine und die EU eine Übereinkunft über Finanzgarantien der Union für die Ukraine erzielten. Nowak sagte den Angaben zufolge, dass er in den Verhandlungen über Gespräche der EU-Kommission und des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit der Ukraine zur Finanzierung von vier Milliarden Kubikmetern Gas informiert worden sei. Das basiere indes nur auf Aussagen der Ukrainer, ohne dass er schriftliche Garantien gesehen habe. Russland werde nur gegen Vorkasse an die Ukraine liefern. „Wenn es Geld gibt, wird es Gas geben“, zitierte die Agentur Ria den russischen Minister. Seitens der Ukraine und der EU war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger, der die Gespräche im Auftrag der EU leitet, hatte vor Beginn der Verhandlungsrunde die Chance auf einen Durchbruch mit 50 Prozent angegeben. Strittig ist vor allem die Frage, wie die Ukraine ihre Rechnungen für den nahenden Winter beim russischen Lieferanten Gazprom begleichen soll. Offen ist vor allem ein Beitrag von 1,6 Milliarden Dollar, damit die Ukraine ihre Lieferungen im Voraus bezahlen kann. Oettinger ist als Energiekommissar nur noch bis Freitag im Amt, dann übernimmt der Slowake Maros Sefcovic als Vizepräsident das Energieressort.

Kommentare

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  1. Erich Artner sagt:

    Einfach super

    Die gesamte EU leidet unter den Sanktionen gegen Russland unsere Volkswirtschaften sind auf dem Weg in eine Rezession und jetzt dürfen wir auch noch die Gasrechnungen für die Ukraine.
    Über so viel Dummheit kann man nur noch staunen.

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Was soll das dumme Spiel ?
    Weiss doch der letzte Depp.
    Ohne Knete gibt es auch im Supermarkt rein gar nix.
    Auch im Tante Emma laden kann man nicht endlos anschreiben.
    Haben offenbar so einige noch nicht geschnallt auch in Russland
    ist der Realsozialismus längst Geschichte.

  3. JensDe sagt:

    Also… die bösen Russen ! Wollen sie doch für ihr Gas auch Geld haben! Unfassbar !

  4. Andy sagt:

    Diese unverschämten Russen! Die wollen für ihr Gas doch glatt Geld sehen! Dabei haben die Oligarchen in der Ukraine das Gas doch nur verkauft und die bescheidenen Erlöse zur Westannäherung ihres Landes verwendet, sodaß nun eben kein Geld mehr für den Lieferanten da ist.
    Dafür muss man doch Verständnis haben!
    Aber da sich Deutschland an vorderster Front der Sanktionierer drängt, wird der Dummdeutsche sicher den Oligarchen ihre Gewinne auszahlen und die Staatsschulden der Ukraine übernehmen. wollte er das nicht, hätte bei der Wahl ja die AfD die absolute Mehrheit geholt, oder?
    Man sieht: Alles demokratisch so gewollt!

  5. Delta120 sagt:

    Die Ukraine hat die Seite gewechselt, weil es bei Russland nichts mehr anschreiben konnte. Russland und die Ukraine sind sich grundsätzlich völlig einig, dass von nun an die EU zahlen soll.

    Wo liegt das Problem? Kohl hat damals ca. 20 Milliarden DM an die Russen gezahlt, damit war die DDR seine. Der hat dabei nicht einmal gezuckt und es gab nicht einen Toten.

    Es gibt nicht ein bisschen Schwanger. Entweder wir stehen dazu, dann müssen wir jetzt richtig für diese Dumme Idee zahlen und die Russen mit ins Boot nehmen (wenn es nicht schon dafür zu spät ist) oder wir wählen den Weg des Krieges der mit einem Neurussland und einer neuen Mauer in Europa endet.

  6. Jürgen Kunz sagt:

    Wenn Russland, da offenbar niemand die Schulden der Ukraine wirklich bezahlen will,
    die Gaslieferungen an die Ukraine stoppt, dann wird die Ukraine, wie in der Vergangenheit auch, das für Westeuropa bestimmte Gas anzapfen.
    Da kommt dann bei uns weniger an. Aber ich weiß jetzt schon, wie die Kommentare in deutschen Massenmedien ausschauen werden: Russland ist an allem schuld!
    Wobei die DMZ (und einige andere Publikationen hiervon wahrscheinlich auszunehmen sind).

  7. Bernd sagt:

    Warum lässt sich die EU so vorführen. Ich denke die EU und Russland haben Angebote gemacht, und es ist an der Ukraine diese zu akzeptieren oder nicht. Gleichzeitig sollte man sich unabhängig von der Transportleistung der Ukraine machen. Eine Ausweichvariante könnte schon ein halbes Jahr in Arbeit sein. Das hat Herr Oettinger zu verantworten. Oder ist es das Ziel, dieses Problem eskalieren zu lassen, um die antirussische Stimmung in der EU zu schüren.

    • Iomio sagt:

      Spätestens seit der Öffentlichmachung der Befehlsstrukturen durch den amerikanischen Vizepräsidenten Biden sollte klar sein, dass ein Herr Öttinger den Stopp des Ausbaus der Southstream-Pipeline „nur“ deshalb zu verantworten hat, weil die europäischen Politiker alle an dem transatlantischen Virus der Erweichung des Rückgrats leiden. Der Zustand verschlechtert sich allerdings zusehends, was man u.a. auch an der Fortsetzung der Geheim-Verhandlungen zum TTIP erkennen kann.
      Drastisch gesprochen könnte man das Bild so beschreiben: Europa ist zu einem Puppentheater verkommen, bei dem die Puppen agieren, weil die selbsternannte Weltmacht ihre Hände im verlängerten Rücken derselben bewegt.