Verbund trennt sich von Windpark in Bulgarien

Österreichs größter Energiekonzern Verbund verkauft seinen Windpark in Bulgarien. Die niedrigen Großhandelspreise für Strom machen auch einen Windpark in Rumänien für Verbund unrentabel. Der Gewinn im dritten Quartal ist um 7,2 Millionen Euro eingebrochen.

Die stark gesunkenen Großhandelspreise für Strom machen Österreichs größtem Energiekonzern Verbund schwer zu schaffen. Der österreichische Energiekonzern Verbund verkauft seinen Windpark an der bulgarischen Schwarzmeerküste an den dort ansässigen Mischkonzern Inovent. Über den Kaufpreis für die Anlage mit einer Leistung von 16 Megawatt sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Verbund am Donnerstag mit. Der Abschluss der Transaktion sei bis Jahresende geplant. Der Energiekonzern treibt damit die Konzentration auf seine Kernmärkte in Österreich und Deutschland voran. Bereits in den vergangenen Quartalen hatte sich das Unternehmen von diversen Auslandsbeteiligungen getrennt.

Zusätzlich nagen Wertberichtigungen bei Windparks in Rumänien am Gewinn des Unternehmens. Der Preisverfall der Großhandelspreise sei vor allem auf die Überkapazitäten durch die massive Förderung von erneuerbaren Energien zurückzuführen. „Die Profitabilität der konventionellen Stromerzeugungsanlagen sinkt massiv“, sagte Firmenchef Wolfgang Anzengruber.

Unter dem Strich brach der Gewinn im dritten Quartal auf 7,2 Millionen Euro von zuvor 62,4 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahr hatte der Verkauf der Anteile am türkischen Energieunternehmen Enerjisa an den deutschen Energiekonzern E.ON noch zusätzlich Geld eingebracht. Mit seinen Quartalszahlen lag der Wiener Konzern leicht unter den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit einem Nettogewinn von knapp zehn Millionen Euro gerechnet hatten.

Auch den großen deutschen Stromkonzernen wie E.ON und RWE macht die Energiewende zu schaffen. Besonders schwierig ist die Lage der Gaskraftwerke, da sie wegen der hohen Einkaufspreise für Gas und der sinkenden Verkaufspreise für Strom derzeit nicht rentabel sind. Verbund musste daher bei seinen Gaskraftwerken im Vorjahr hohe Beträge abschreiben. Im Frühjahr zog der Konzern dann die Notbremse und kündigte die Einmottung der Gaskraftwerke an. Anfang Oktober konnten schließlich die zwei französischen Gaskraftwerke an den Finanzinvestor KKR verkauft werden. Durch den Verkauf ergebe sich ein positiver Effekt auf das Konzernergebnis von rund 105 Millionen Euro.

In der vergangenen Woche hatte Verbund seine Ziele für das Gesamtjahr nach oben geschraubt und bestätigte diese nun. Gründe für die Zuversicht waren unter anderem der Verkauf der französischen Kraftwerke und höhere Einsparungen. Zudem liefen die Wasserkraftwerke wegen der starken Regenfälle im Sommer auf Hochtouren. Der Versorger produziert etwa 90 Prozent des Stromes in seinen Wasserkraftwerken und ist daher stark von der Wasserführung der Flüsse abhängig. Für 2014 erwartet Verbund einen operativen Gewinn (Ebitda) von rund 770 Millionen Euro und einen Nettogewinn von rund 85 Millionen Euro. 2013 hatte das Unternehmen unter dem Strich noch knapp 580 Millionen Euro verdient.

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  1. spatz sagt:

    Offenbar wird inzwischen deutlich zu viel Strom produziert.
    Man könnte ja nach und nach Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen
    abschalten.
    Die weniger verbrauchten fossilen Brennstoffe könnte man ja zur Bereitstellung
    günstiger Betriebsstoffe für geile fette SUV,s 600 PS Sportwagen etc. nehmen.
    Dann haben die Leute wenigstens Spass wenn sie so oder so abgezockt werden.