Novartis verkauft weitere Beteiligungen und Sparten

Mit dem Verkauf der US-Firma Idenex und des Grippeimpfstoff-Geschäfts will Novartis künftig wieder rentabler werden. Der Konzern will sich auf sein Arzneimittelgeschäft, insbesondere auf die Forschung für Mittel gegen Krebs, konzentrieren.

Der Verkauf einer Beteiligung hat dem Pharmakonzern Novartis einen Gewinnsprung beschert. Zudem punktete der Schweizer Arzneimittelhersteller mit neueren Medikamenten und profitierte von Sparmaßnahmen. „Wir sind auf dem Weg, ein fokussierteres und rentableres Unternehmen zu werden“, sagte Konzernchef Joseph Jimenez. Der Reingewinn stieg im dritten Quartal binnen Jahresfrist um 45 Prozent auf 3,24 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 2,5 Milliarden Dollar gerechnet.

Der Ausstieg aus der US-Firma Idenix spülte rund 800 Millionen Dollar in die Kasse des Pharmariesen. Novartis verkaufte seine Beteiligung an den amerikanischen Rivalen Merck & Co, der für den Hersteller von Hepatitis-C-Medikamenten im Sommer fast vier Milliarden Dollar auf den Tisch legte.

Kräftig anziehende Verkäufe neuerer Medikamente machten Einbußen beim Umsatzrenner Diovan infolge billigerer Generika-Konkurrenz mehr als wett. Die Verkaufserlöse der seit 2009 auf den Markt gebrachten Präparate wuchsen um 21 Prozent. Arzneien wie die Tablette Gilenya zur Behandlung von Multipler Sklerose, die Krebsmedikamente Afinitor und Tasigna oder neue Präparate zur Behandlung von Raucherhusten tragen inzwischen ein Drittel zum Konzernumsatz bei. Die Verkaufserlöse mit dem Blutdrucksenker Diovan, einst das umsatzstärkste Medikament des Konzerns, halbierte sich auf 420 Millionen Dollar. Insgesamt steigerte Novartis den Umsatz im abgelaufenen Vierteljahr um vier Prozent auf 14,7 Milliarden Dollar.

Große Hoffnung setzt Konzernchef Jimenez in das neue Herzmittel LCZ696. „Selbst wenn es noch früh ist – die Daten unterstützen die Sicht, dass es ein milliardenschweres Medikament ist.“ Jimenez traut der Arznei einen Umsatz von zwei bis fünf Milliarden Dollar pro Jahr zu. Die von manchen Analysten veranschlagten acht bis zehn Milliarden Dollar dagegen seien vermutlich zu optimistisch. Einer klinischen Studie zufolge starben bei einer Behandlung mit dem Medikament ein Fünftel weniger Patienten mit chronischer Herzschwäche an Kreislaufproblemen als bei der Einnahme einer älteren Arznei. Die US-Arzneimittelbehörde prüft das Arzneimittel in einem beschleunigten Verfahren. Die Entscheidung, ob LCZ696 zugelassen wird, erwartet Jimenez bis Jahresende.

Novartis teilte in der Nacht auf Montag mit, den Bereich Grippeimfpstoff-Geschäfts für 275 Millionen Dollar an die australische Firma CSL veräußert zu haben. Der Erlös liegt unter dem Buchwert des Geschäfts, so dass Novartis eine Wertberichtigung von rund 1,1 Milliarden Dollar vornehmen muss. Novartis will den Verkauf in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres vollziehen. Die Schweizer hatten eine Option, das Geschäft ebenfalls an Glaxo zu veräußern. Wegen der Marktstellung der Briten bei Grippeimpfstoffen hätten das aber wohl die Kartellwächter auf den Plan gerufen.

Der Konzern steckt mitten von tiefgreifenden Umbaumaßnahmen, die Novartis rentabler machen sollen. Der Konzern trennte sich von den kleinen und renditeschwachen Sparten Impfstoffe, Tiergesundheit und rezeptfreie Medikamente und baute stattdessen das schnell wachsende und hochlukrative Krebsgeschäft aus. Käufe und Verkäufe haben einen Wert von insgesamt rund 27 Milliarden Dollar.

Die Jahresprognose bekräftigte Novartis. Unter Ausschluss von Wechselkurseffekten soll der Umsatz um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen. Der bereinigte operative Gewinn soll um einen mittleren bis hohen einstelligen Betrag zulegen. Im dritten Quartal betrug er 3,84 Milliarden Dollar, währungsbereinigt ein Plus von elf Prozent.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Syssiphus sagt:

    Komisch,dass die Anzahl der Toten durch die Grippe (Influenza) trotz Grippeimpfungen nicht sinkt und schon jahrelang bei ca. 400 in Deutschland liegt.Die Horrorzahlen,die bisher verbreitet wurden sind durch echte Zählungen nicht abgesichert.Das dient der Manipulationen, um die Bevölkerung zu verängstigen und somit die Impfbereitschaft zu erhöhen.Grippeimpfungen sind ein gutes Geschäft,siehe Schweinegrippe,Vogelgrippe etc.