Schweiz: Branche und Betriebsgröße entscheiden über hohe Arbeitskosten

Die Arbeitskosten in der Schweiz unterscheiden sich nicht nur nach Branchen, sondern auch nach der Größe der Unternehmen. Für kleine Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern liegt sie im Schnitt 25,7 Prozent niedriger als bei großen Unternehmen. Im Dienstleistungssektor gibt es Branchen mit den höchsten niedrigsten Arbeitskosten.

Die Arbeitskosten in der Schweiz können je nach der Größe des Unternehmens und der Art des Wirtschaftszweiges stark voneinander abweichen. Die höchsten und tiefsten durchschnittlichen Arbeitskosten der Schweier Wirtschaft weist der Dienstleistungssektor auf. Insgesamt lagen die Wirtschaftszweige Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (93.40 Franken), Information und Kommunikation (76.75 Franken) sowie Erziehung und Unterricht (75.20 Franken) an der Spitze der Arbeitskostenrangliste. Die Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (48.80 Franken), Gastgewerbe und Gastronomie (38.30 Franken) belegen die hintersten Ränge, ergibt eine aktuelle Untersuchung des Bundesamtes für Statistik der Schweizer Arbeitskosten aus dem Jahr 2012.

Im Produktionssektor fielen die branchenbezogenen Unterschiede geringer aus. Die durchschnittlichen Kosten pro Arbeitsstunde lagen zwischen 52.05 Franken im Baugewerbe und 68.90 Franken in der Energieversorgung.

Arbeitskosten entsprechen den von den Unternehmen für den Produktionsfaktor Arbeit aufgewendeten Kosten und machen im Allgemeinen einen grossen Anteil der Produktionskosten für Güter und Dienstleistungen aus. Sie setzen sich aus Bruttolöhnen und Gehältern (79,1%), Sozialbeiträgen der Arbeitgeber (17,6%) und weiteren, insbesondere mit der beruflichen Bildung und Personalrekrutierung verbundenen Kosten (3,3%) zusammen. 2012 lagen die durchschnittlichen Kosten pro Arbeitsstunde für Unternehmen im sekundären und tertiären Sektor gesamthaft bei 61.30 Franken.

Ihre Höhe variiert nicht nur je nach Wirtschaftszweig, sondern auch nach der Grösse der Unternehmen. Im sekundären und tertiären Sektor waren die Kosten pro Arbeitsstunde bei den Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten (64.50 Franken) um 25,7 Prozent höher als bei den Kleinunternehmen mit 1 bis 9 Beschäftigten (51.30 Franken). Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede bei den Wirtschaftszweigen Kunst, Unterhaltung und Erholung (+53,9% bei Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten), Erziehung und Unterricht (+46,3%) und öffentliche Verwaltung (+32,3%).

Je geringer die Arbeitskosten eines Landes ausfallen, desto attraktiver ist der Wirtschaftsstandort für eine Branche. Die durchschnittlichen stündlichen Arbeitskosten erreichten in der Schweiz im Jahr 2012 aufgrund der Frankenstärke in Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten einen Wert von umgerechnet 51.25 Euro. In den EU15-Ländern lagen die stündlichen Arbeitskosten im entsprechenden Jahr zwischen 21.15 Euro (Spanien) und 39.35 Euro (Dänemark). In den Nachbarländern Österreich, Deutschland und Frankreich kostete eine Arbeitsstunde 29.75 Euro, 30.50 Euro bzw. 34.25 Euro. Noch markanter ist der Unterschied im Vergleich mit den neuen EU-Mitgliedsstaaten: 2012 wurden lediglich in Malta (11.75 Euro), Slowenien (15.60 Euro) und Zypern (16.75 Euro) Arbeitskosten von über 10 Euro registriert.

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  1. popper sagt:

    Leute, denn ihr wirklich ernst genommen werden wollt, dann könnt ihr einen solchen Blödsinn nicht schreiben. Denn jeder halbwegs Informierte weiß, mit der Betrachtung der Stundenlöhne geht man in die falsche Richtung, weil man die Produktivität in den zur Diskussion gestellten Branchen außer Acht lässt. Das ist schlicht und ergreifend Volksverdummung.