Energie: USA fürchten Schulterschluss zwischen Ungarn und Russland

Aus Sorge über eine zunehmende Annäherung Ungarns an Russland versuchen die USA einen strategisch wichtigen Verkauf im osteuropäischen Energiesektor zu verhindern. Ungarn soll seine Anteile an einem kroatischen Energie-Riesen nicht an Gazprom verkaufen, so die Forderung. Somit soll verhindert werden, dass das russische Unternehmen in der EU Fuß fasst.

Aus Sorge über eine zunehmende Annäherung Ungarns an Russland versuchen die USA westlichen Diplomaten zufolge einen strategisch wichtigen Verkauf im osteuropäischen Energiesektor zu verhindern. Die Regierung in Washington fürchtet demnach, dass der ungarische Energiekonzern MOL seinen Anteil an dem kroatischen Branchenführer INA an ein russisches Unternehmen verkaufen könnte. Widerstand in Washington löse vor allem eine mögliche Übernahme der Firma im EU-Land Kroatien durch Gazprom aus, weil der staatliche Gas-Monopolist damit innerhalb der Gemeinschaft Fuß fassen würde.

Die EU ist bereits der größte Erdgas-Kunde des Gazprom-Konzerns, der westlichen Diplomaten zufolge der Moskauer Regierung besonders nahesteht und deshalb im Ukraine-Konflikt eine wichtige Rolle spielt. Der ungarische Konzern MOL ist zu knapp 25 Prozent in Staatsbesitz und hält selbst 49 Prozent an dem kroatischen Unternehmen INA, auf das Gazprom nach US-Angaben ein Auge geworfen hat.

US-Regierungskreisen zufolge haben die USA nun eine diplomatische Offensive auf mehreren Ebenen gestartet, um das Geschäft zu verhindern. So habe Amos Hochstein vom US-Außenministerium unlängst mit dem ungarischen Außenminister Peter Szijjarto in Washington über das Thema gesprochen. Hochstein habe auch US-Senator Chris Murphy nach Kroatien geschickt, um dort von einem Verkauf abzuraten. Zudem hat die US-Regierung Visa-Blockaden in Ungarn verhängt, was in der Beziehung zu einem EU- und Nato-Land wie Ungarn selten ist. So dürfen sechs Personen mit engen Verbindungen zur Budapester Regierung nicht in die USA einreisen, weil ihnen Korruption vorgeworfen wird.

Die ungarische Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban ist in jüngster Zeit immer wieder mit der EU aneinandergeraten und hat sich verstärkt Russland zugewandt. So hält Ungarn im Energiebereich an der Pipeline South Stream für russisches Erdgas fest, obwohl sich sowohl die USA als auch die EU gegen den Bau der Leitung stemmen. Zudem hat Ungarn die Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt, die im Gasstreit zwischen den Regierungen in Kiew und Moskau Lieferausfälle aus Russland ausgleichen sollten. Der Streit ist inzwischen beigelegt.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    BEISPIEL UNGARN
    Unsere Politiker sollen sich an Ungarn ein Beispiel nehmen und die Sanktionen sofort beenden !
    Durch die Feigheit und Hoerigkeit gegenueber der EU hat Österreich einen niemehr gutzumachenden Schaden erlitten. Die Bevölkerung muss für die Unfähigkeit der „Regierung“ die Rechnung bezahlen !,

  2. Iomio sagt:

    Das kann man getrost als einen Vorgeschmack auf das TTIP ansehen!

    Von wegen freier Markt – der ist nur so lange frei, wie es politisch opportun erscheint. Wie das Ganze funktioniert, kann man sich zurzeit bei den Saudis mit ihrem Preisdumping beim Öl anschauen. Selbst wenn die Förderung dadurch unwirtschaftlich wird, man gehorcht den Erpressungen und Drohungen und trägt auch noch selbst den Schaden.

  3. Kommentator sagt:

    Wie lange wollen wir uns die Bevormundung und Steuerung durch die USA noch gefallen lassen?
    Wie viele Augenbinden haben unsere „Regierenden“ – besser Hörige der USA – denn um den Kopf gebunden, damit dieser offene Affront nicht wahrgenommen wird?
    Und wie lange bleiben wir Bürger noch ruhig?
    Aber dank DWN und DMN kommen die bereits begonnenen Demonstrationen und Aufmärsche durch die Berichterstattung hier immerhin ans Licht und ich hoffe, dass dies auch so weitergeht!

    Dank an Ihre Berichterstattung bei DWN und DMN und bin daher ich auch Abonnent geworden! Das fördere ich gerne!

  4. Rudolf Steinmetz sagt:

    Das Trauma der angelsächsichen Dominanz! Das war schon so auf dem Wiener Kongress, als England (leider erfolgreich) die heilige Allianz zwischen Deutschland und Russland verhinderte, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Allianz
    DER ALLIANZ-VERTRAG hier: http://www.documentarchiv.de/nzjh/1815/heilige-allianz.html

  5. Flori sagt:

    Die USA hintertreiben alles um Russland zu schaden, wo es immer nur geht. Der Umsturz in Kiew wurde von der CIA ausgelöst und gesteuert, um sich die Ukraine für US-Finanzinteressen anzueignen und Russland zu schwächen. Strategisches Ziel der USA sind die russischen Bodenschätze, Gas- und Ölvorkommen.
    Unglaublich ist dabei, wie dumm die Politiker der EU sind, die für die Interessen der US-Finanzmächte den Kopf hinhalten und z.B. jetzt für die Ukraine deren Gasrechnung bezahlen dürfen. Die Abhängigkeit vieler EU-Länder durch die Schulden beim IWF haben die Basis für die Abhängigkeit der EU von den USA geschaffen. Der IWF ist eine Einrichtung der US-Finanzmächte und führt viele Länder in die Schuldenfalle und damit in die Abhängigkeit von den USA.
    Es ist eine grosse Dummheit und ein Fehler, dass die EU nicht imstande ist, eine selbstbewusste, eigenständige Politik zu gestalten. Eine Zusammenarbeit mit Russland wäre besser und würde zur Entspannung in Europa beitragen. Die USA stiften leider überall auf der Welt Unfrieden, um sich dadurch Vorteile zu verschaffen.

  6. Tanja sagt:

    Was haben die sich da einzumischen ????

  7. Ich sagt:

    Was mischen die USA sich überhaupt in europäische Belange ein?

    Die haben doch bloß ANGST, dass sie auf ihrer Insel, die nun mal kleiner und somit wirtschaftlich weniger leistungsfähig ist als Eurasien, versauern.

    Können die nicht erstmal vor ihrer eigenen Haustür kehren? Haben die nicht schon genug Probleme mit ihrem zu Raubtierideologie degenerierten pseudochristlich-protestantischen Weltbeglückungswahn, mittels derer sie ihr System vor die Wand gefahren haben?

    Zurück zur Liebe! Alles andere ist nie eine Lösung für irgendwas!

  8. Bernhard sagt:

    Darf ich eine naive Frage hier stellen: wer regiert in Wahrheit in Europa, in der Welt? Haben wir nur Marionettenregierungen?

  9. Samson sagt:

    Was machen denn die Politiker in Europa wenn es zu dem finanziellen Zusammenbruch kommt und die Menschen in Europa erkennen das dahinter
    die US Regierung
    dahinter US Banken
    und noch weiter dahinter die Drahtzieher
    stecken?

    Klar kann die USA mit Gewalt und Terror die Leute in Europa noch zusammen halten.
    Allerdings wenn die Menschen dann alles verlieren,
    verlieren sie auch die Angst vor dem Tod!

    Gegen jemand zu kämpfen der ohne Todesfurcht ist, ist nicht ratsam.

    • Syssiphus sagt:

      Ist das nicht ein Pendant beim Kampf gegen ISIL ? Die sind auch so erfolgreich, weil die Angst vor dem Tot nicht mehr wirkt.Genau dieser Umstand macht ja den Kampf der Soldaten der Allianz gegen diese Terroristen und Halsabschneider so schwierig, weil kein abkommandierter Soldat der Nato seine Haut riskieren will,lediglich der Sold ist noch Motivation.Ohne Idealismus,Selbstaufgabe etc. wird aus einem Sieger schnell ein Verlierer.