Netz-Betreiber planen Verlängerung umstrittener Strom-Trassen

Der aktuelle Netzentwicklungs-Plan hält an dem Bau der Stromtrassen zwischen Bayern und Norddeutschland fest. Das neue Konzept der Netz-Betreiber sehe sogar eine Verlängerung der geplanten Strecke vor. Der bayerische Ministerpräsident Seehofer hatte nach Protesten von Anwohnern den Netzausbau in Frage gestellt und einen Planungstopp verhängt.

Der Bau großer Nord-Süd-Stromtrassen muss trotz der jüngsten Ökostrom-Reform einem neuen Netz-Konzept zufolge weiter vorangetrieben werden. Der aktualisierte Netz-Entwicklungsplan (NEP) sehe einige Änderungen vor, halte aber an allen vier großen Trassen fest, hieß es am Montag aus Kreisen der vier Übertragungsnetz-Betreiber. Hoffnungen vor allem aus Bayern, dass der umstrittene Bau vor allem einer großen Verbindung hinfällig werden könnte, erfüllten sich damit nicht.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat quasi einen Planungstopp verhängt und weiteren Gesprächsbedarf zu den Bauvorhaben angemeldet. Diese müssten mit den Menschen vor Ort in den nächsten Monaten diskutiert werden. Bayern will dann Anfang 2015 ein eigenes Energiekonzept vorlegen. Bei den Netzbetreibern wurde vor einer Verzögerung der Vorhaben gewarnt.

Der NEP bildet die Grundlage für die Trassenplanung bis 2024, mit denen die Energiewende vorangetrieben werden soll. Er wird jetzt zunächst der Bundesnetzagentur vorgelegt und bildet nach Billigung die Basis für ein Ausbau-Gesetz. Wegen der wachsenden Windstrom-Produktion auf hoher See und in Norddeutschland sowie der bevorstehenden Abschaltung weiterer Atomkraftwerke im Süden sollen vier große Nord-Süd-Trassen gebaut werden. Da dies in der Regel große Überlandleitungen sind, ist der Widerstand bei Bürgerinitiativen erheblich.

Aus Bayern wurde argumentiert, angesichts der Ökostrom-Reform mit neuen Zielvorgaben zum Ausbau von Wind- oder Solarstrom könne sich auch der Bedarf an Trassen ändern. Tatsächlich nahmen die vier Netzbetreiber Tennet, Amprion, TransnetBW sowie 50hertz eine Reihe von Änderungen vor. Der Kern der Trassenplanung blieb aber.

Nach dem neuen Plan soll nun eine Trasse aus Ostdeutschland nach Bayern an zwei Stellen geändert werden: Der Startpunkt soll zum einen um gut 100 Kilometer weiter nach Norden in den Raum Magdeburg verlegt werden. Dafür wird aber eine andere geplante, kleinere Leitung überflüssig. Zudem soll sich der Endpunkt im Süden um rund 20 Kilometer verlagern und direkt zum jetzigen AKW-Standort Gundremmingen führen. Der Plan sieht zudem einen stärkeren Ausbau der Leitungen an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns vor. Insgesamt könne sich dadurch die Strecke um 180 bis 200 Kilometer verlängern, weil die Leitungen nicht geradlinig, sondern entlang bestehender Straßen verlaufen, berichtet Spiegel Online unter Berufung auf Branchenkreise.

 

Kommentare

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  1. Hochfinanz sagt:

    Wenn das Papiergeldsystem zusammenbricht, könnte es schwierig werden an fossile Energien zu kommen. Das mit den Windrädern und den Solarzellen wird vielleicht einmal ein Segen sein.

  2. Matthes sagt:

    Da wurden mit viel Steuer-Geld Windkraftwerke in die Nordsee gebaut und jetzt will niemand diesen teuren Strom kaufen. Bayern kann wesentlich billigeren Strom von Österreich beziehen. Hat wohl jemand nicht richtig nachgedacht.