Zulieferer auf Wachstumskurs, Norma plant weitere Zukäufe

Der Industrie- und Autozulieferer Norma ist nach seiner 300-Millionen-Dollar-Übernahme in den USA weiter an Zukäufen interessiert. „Auch in Zukunft werden Akquisitionen Teil unserer Wachstumsstrategie bleiben, auch in dieser Größenordnung“, sagte Vorstandschef Deggim. Autozulieferer ElringKlinger rechnet für dieses und kommendes Jahr ebenfalls mit mehr als fünf Prozent Wachstum.

Der Übernahmehunger des Industrie- und Autozulieferers Norma ist nach seiner knapp 300-Millionen-Dollar schweren Übernahme in den USA noch nicht gestillt. „Auch in Zukunft werden Akquisitionen Teil unserer Wachstumsstrategie bleiben, auch in dieser Größenordnung“, sagte Vorstandschef Werner Deggim am Mittwoch in einem Telefoninterview mit Reuters. Finanziell sei das kein Problem, ergänzte Finanzvorstand Othmar Belker. Mit der Ende September unter Dach und Fach gebrachten Refinanzierung und einem starken Cashflow sei Norma gut vorbereitet auf weitere Zukäufe. „Wir werden relativ schnell wieder von unserer Verschuldung runter kommen“, sagte Belker. Erst brauche Norma aber ein lohnendes Übernahmeobjekt. „Wir halten in allen Regionen nach potenziellen Zielen Ausschau“, sagte Deggim. Konkrete Pläne gebe es derzeit nicht.

In Europa spüre Norma eine konjunkturelle Abkühlung, vor allem aus der Nutzfahrzeugbranche. Das könne das auf Hightech-Leitungen und Verbindungselemente spezialisierte Unternehmen aber mit anziehenden Geschäften in den USA ausgleichen. „Das ist der Vorteil eines global aufgestellten Unternehmens“, sagte Deggim. Norma hatte in den USA im Oktober den Wassermanagement-Spezialisten National Diversified Sales für 285 Millionen Dollar übernommen. Dadurch werde sich der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz auf 39 Prozent von derzeit 30 Prozent erhöhen, erläuterte der Vorstandschef. Der Anteil Europas werde von rund 60 Prozent auf 53 Prozent sinken.

Auch der Autozulieferer ElringKlinger will sein Wachstumstempo im nächsten Jahr beibehalten. „Wir wollen immer ein organisches Umsatzwachstum von fünf bis sieben Prozent erreichen, das gilt auch für 2015“, sagte Vorstandschef Stefan Wolf am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Auch das Ziel, eine operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von 15 bis 16 Prozent zu erwirtschaften, habe er nicht aus den Augen verloren. Nach einer Umstellung der Bilanzierung wies ElringKlinger für das dritte Quartal eine Ebit-Marge von 12,6 Prozent aus. Nach der alten Definition hätte die Ebit-Marge jedoch bei 14,7 Prozent gelegen, betonte Wolf. „Das ist von unserem Ziel ja nicht so weit weg.“ Er sei aber zuversichtlich, auch nach der neuen Definition das Ebit-Margenziel in den nächsten zwei bis drei Jahren zu erreichen.

Trotz eines Umsatzanstiegs von 14 Prozent in den ersten drei Monaten blieb Vorstandschef Wolf beim Ausblick, wonach der Umsatz 2014 zwischen fünf und sieben Prozent zulegen soll. „Der Dezember ist immer ein recht schwacher Monat“, sagte er. Oft nutzten die Autobauer den Monat für teils mehrwöchige Werksferien. „Deshalb bleiben wir bei unserer Prognose vorsichtig.“

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