Studie: Internet-Nutzung steigt mit Einkommen

Lediglich drei Viertel der Deutschen nutzen das Internet, so eine neue Studie. Unterschiede zeigen sich dabei im Bezug auf Alter, Einkommen und Region. Von den Bürger mit weniger als 1000 Euro Einkommen ist nur gut die Hälfte online.

Deutschland ist bei der Nutzung des Internets weiterhin gespalten. Einer Studie der Initiative D21 zufolge nutzen lediglich gut drei Viertel der Deutschen (76,8 Prozent) ab 14 Jahren das Internet. Unterschiede zeigen sich vor allem in Bezug auf Alter, Geschlecht, Einkommen und Region, wie die am Mittwoch in Berlin vorgestellte Befragung von rund 33.000 Personen durch das Marktforschungsinstitut TNS Infratest ergab.

So nutzen 93,7 Prozent der Personen mit einem Nettoeinkommen von 3000 Euro oder mehr das Internet, Personen zwischen 2000 und knapp unter 3000 Euro Einkommen zu 85,1 Prozent. Bei einem Einkommen zwischen 1000 und 2000 Euro sinkt die Internetnutzung auf 65,8 Prozent. Menschen mit weniger als 1000 Euro netto zählen nur zu 54,1 Prozent zu den Onlinern.

Genutzt wird das World Wide Web stärker von Männern, die hier zu 81,8 Prozent aktiv sind. Von den Frauen surfen dagegen nur 71,9 Prozent im Internet. Akademiker nutzen das Web (92,2 Prozent) deutlich häufiger als Personen mit Haupt- oder Volksschulabschluss (60,7 Prozent). Am aktivsten im Internet sind die 20- bis 29-Jährigen, die fast geschlossen (98,1 Prozent) das weltweite Datennetz nutzen. Die Über-70-Jährigen gehen hingegen nur zu knapp 30 Prozent online. Die meisten Internetnutzer gibt es in Hamburg und Berlin.

Allgemein bewegen sich der Studie zufolge erst 37 Prozent der Bevölkerung bei der Internetnutzung „digital souverän“ und nutzen es damit kompetent und vielfältig etwa für ihren Job. Die deutschen Internetuser verbrächten im Durchschnitt drei Stunden pro Tag online, sagte TNS Infratest-Geschäftsführer Robert Wieland, der zugleich Vizepräsident der gemeinnützigen Initiative D21 ist. Der elektronische Handel sei für zwei Drittel von ihnen regelmäßige Praxis. Gleichzeitig zeige sich ein schwach ausgeprägtes Datenbewusstsein.

78 Prozent der Deutschen wollten nach eigenen Angaben zwar keine persönlichen Daten gegen einen kostenlosen Service tauschen. Die Nutzerzahlen bei derartigen Anwendungen seien aber dennoch hoch, sagte Wieland. Hier gebe es „massiven Aufklärungsbedarf“.

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  1. Livia sagt:

    Die Schnittmenge von Älteren und Leuten mit geringerem (verbliebenen) Einkommen ist wahrscheinlich besonders hoch, auch die von Leuten mit einfacher Bildung bei Älteren, da man früher mit einem Volksschulabschluß (ohne Englischkenntnisse) noch etwas werden konnte.
    Das Lebensalter ist wahrscheinlich maßgeblich ausschlaggebend. Wer „ohne“ gewohnt ist und nicht – z,B. durch die Arbeit dazu gezwungen wird – fängt es erst garnicht an. Das gilt auch für Frauen, die mit älteren Männern zusammen sind und letztere sich auch nicht dafür interessieren. Ab 30 wird es etwas weniger, ab 50 wahrscheinlich rapide …