Suche nach Ersatz: Aufteilung der Elternzeit belastet Mittelstand

Mitarbeiter können die Elternzeit künftig länger und in mehreren Abschnitten bis zum achten Lebensjahr des Kindes nehmen. Die Arbeitgeberverbände kritisieren, das Betriebe durch die Aufteilung häufiger Personalersatz suchen müssen. Dies belaste vor allem kleine und mittlere Unternehmen.

Mütter und Väter in Teilzeit können das Elterngeld künftig doppelt so lange beziehen wie bisher. Einem am Freitag vom Bundestag beschlossenen Gesetz zum Elterngeld Plus zufolge erhalten sie die Geldleistung künftig bis zu 28 Monate. Die Änderungen gelten für Geburten ab dem 1. Juli nächsten Jahres.

Mit dem neuen Gesetz wird zudem die Elternzeit flexibler. Wie bisher können Eltern bis zum dritten Geburtstag des Kindes eine unbezahlte Auszeit vom Job nehmen. Künftig können zudem 24 statt bisher zwölf Monate auch zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes genommen werden.

Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) kritisierte diese geplante Aufteilung der Elternzeit. Die Betriebe müssten dadurch bis zu drei Mal einen Personalersatz suchen. Dies belaste vor allem kleine und mittlere Unternehmen.

Bislang wird das Elterngeld maximal 14 Monate nach der Geburt des Kindes gezahlt. Steigen Mütter oder Väter währenddessen in Teilzeit wieder in den Job ein, verlieren sie einen Teil ihres Anspruchs, da das Einkommen mit dem Elterngeld verrechnet wird. Sie bekommen damit in Summe weniger als diejenigen, die ganz aus dem Job aussteigen. Dies soll sich mit dem Elterngeld Plus ändern, dass bei Teilzeit pro Monat maximal die Hälfte des regulären Elterngeldes beträgt.

Voraussetzung für die Zahlung des Elterngelds über 28 Monate ist allerdings, dass beide Elternteile parallel für mindestens vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten, um sich gemeinsam um das Kind zu kümmern. Arbeitet nur ein Elternteil in Teilzeit, beträgt die Bezugsdauer 24 Monate.

Für das Elterngeld, das mindestens 300 und höchstens 1800 Euro pro Monat beträgt, stehen pro Jahr rund fünf Milliarden Euro zur Verfügung.

Familienministerin Manuela Schwesig sagte, das Gesetz sei ein erster Schritt auf dem Weg zu einer Familienarbeitszeit. Die SPD-Politikerin hat mehrfach erklärt, dass sie die Reduzierung der Wochenarbeitszeit für Eltern als langfristiges Ziel anpeilt.

 

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  1. Margrit Steer sagt:

    Auch dies wird nicht merh Geburten bringen. All die Dige, die gemacht wurden, haben das ja gezeigt.
    Schuld an dem Geburtenrückgang ist die Überemanzipation
    Arbeitsmäßig könnte das den Fall haben, dass Arbeitgeber bevorzugt Frauen erst ab 40 einstellen. Denn die Kinder sind dann schon größer und Mutter muß nicht meh runbedingt zu Hause sein
    Unsere Regierung will aus den Betrieben offensichtlich Kindergärten machen und dies geht nun mal nicht
    Wenn der Vater sich am Freitag Nachmittag intensiv um die Kinder kümmert, genügt das auch.
    Man kann auch alles übertreiben und usnere sozialistische Regierung übertreibt gewaltig