ADAC steigt aus Fernbus-Geschäft aus

Der ADAC zieht sich aus dem umkämpften Fernbusgeschäft zurück. Der Partner Deutsche Post übernimmt die Anteile an der gemeinsamen Busgesellschaft. Der Preiskampf hatte zuletzt immer mehr Fernbusgesellschaften unter Druck gesetzt.

Der ADAC zieht sich aus dem umkämpften Fernbusgeschäft zurück und überlässt dem Partner Deutsche Post das gemeinsame Unternehmen Postbus. Die Post übernehme alle Anteile an der Busgesellschaft, teilten die Unternehmen am Montag mit. Der ADAC verwies zur Begründung auf „unternehmerische Risiken“, die Post betonte, sie sei bereit, diese Risiken auch in Zukunft zu tragen. Das Postbus-Netz solle weiter ausgebaut werden, kündigte ein Sprecher an: „Wir glauben an den Postbus.“ ADAC und Post hatten das Geschäft mit den Fernbussen seit Ende 2013 zusammen betrieben und damit auch der Deutschen Bahn Konkurrenz gemacht. Der Preiskampf in der Branche hatte aber zuletzt immer mehr Fernbusgesellschaften unter Druck gesetzt. Die ersten Anbieter sind schon wieder vom Markt verschwunden.

„Nach Einschätzung des ADAC hat sich der liberalisierte Fernbusmarkt in den vergangenen Monaten zwar dynamisch, jedoch auch in zunehmendem Maße wettbewerbs- und preisintensiv entwickelt“, erklärte der Automobilclub. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, der ADAC – zuletzt mit manipulierten Umfragen in die Schlagzeilen geraten – prüfe einen Ausstieg aus dem Projekt. Die „strategischen Zielsetzungen“ von Post und ADAC gingen in „unterschiedliche Richtungen“, hieß es nun.

Die Post kündigte an, den Betrieb alleine weiter zu führen. Der Markt wachse, weshalb die Post das Netz im kommenden Jahr auch weiter ausbauen wolle. Ein Post-Sprecher wollte sich aber nicht zu der Frage äußern, ob der Postbus Profite abwerfe: „Zu Geschäftszahlen äußern wir uns nicht.“

In Deutschland buhlen nach der Liberalisierung des Marktes zahlreiche Fernbus-Anbieter um Kunden. Die Deutsche Bahn, die selber Busse betreibt, hatte die Konkurrenz zunächst unterschätzt, leidet aber inzwischen spürbar unter den neuen Angeboten. Der jüngste Bahn-Streik hatte zudem für einen Ansturm der Kunden bei Busunternehmen und Mitfahrzentralen gesorgt.

Postbus ist der viertgrößte Anbieter, sein Marktanteil lag nach einer Studie des Forschungs- und Beratungsinstituts IGES zuletzt bei rund acht Prozent. Marktführer ist der Studie zufolge das Unternehmen MeinFernbus mit einem Anteil von rund 45 Prozent. Am Markt herrscht ein erbitterter Preiskampf, im September hatte etwa die Tochter der britischen National Express, city2city, ihre Rückzug angekündigt.

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