IWH-Institut: Mindestlohn belastet Konjunktur schon heute

Der gesetzliche Mindestlohn belastet nach Ansicht der IWH-Forscher schon vor seiner Einführung 2015 die Konjunktur. Zuvor hatte sich Angela Merkel skeptisch über eine Negativ-Prognose der Wirtschaftsweisen geäußert. Die Forscher bekräftigten dagegen, wirtschaftliches Handeln sei "von vorausschauendem Denken geprägt".

Der gesetzliche Mindestlohn belastet nach Ansicht der IWH-Forscher schon vor seiner Einführung 2015 die Konjunktur. Denn die höheren Löhne würden zwar erst ab dem nächsten Jahr die Margen der Firmen dämpfen, teilte das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Donnerstag mit. „Der Mindestlohn reduziert aber die zukünftigen Unternehmensgewinne und damit die Anreize für Investitionen in der Gegenwart.“

Die Ökonomen aus Halle reagierten damit offensichtlich auf eine Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Diese hatte bei der Übergabe des Jahresgutachtens der fünf Wirtschaftsweisen mit Blick auf Kritik der Ökonomen am Mindestlohn gesagt: „Es ist nicht ganz trivial zu verstehen, wie ein Beschluss, der noch nicht in Kraft ist, jetzt schon eine konjunkturelle Dämpfung hervorrufen kann.“

Die IWH-Experten erklärten zudem: „Die Auffassung, dass die Einführung des Mindestlohns keine Effekte auf die aktuelle Konjunktur haben könne, weil er noch gar nicht in Kraft getreten sei, ist nicht zu halten.“ Das IWH gehört zusammen mit dem Münchner Ifo, dem Essener RWI und dem Berliner DIW zu den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten, die die Bundesregierung beraten. Die Institute legen zweimal jährlich ein Gutachten mit wirtschaftspolitischen Empfehlungen vor.

Die Hallenser Forscher betonten, wirtschaftliches Handeln sei „seit Menschengedenken von vorausschauendem Denken geprägt“. Dazu gebe es auch in jüngster Vergangenheit viele Beispiele, wo Gesetzesänderungen schon weit vor ihrem In-Kraft-Treten für sogenannte Vorzieheffekte gesorgt hätten. So habe die Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2007 in den Monaten davor zu einem deutlichen Anstieg beim privaten Konsum und bei den Bauinvestitionen geführt.

Kommentare

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  1. Norbert K sagt:

    Leider ist das Bild dieses Fensterputzers vollkommen unpassend zu dem Artikel.
    Wir Gebäudereiniger haben seit jahrzehnten Bundeseinheitliche Tarifverträge, die weit über dem Mindestlohn liegen.

  2. Delta120 sagt:

    Jammern ist der Gruß der Kaufleute. Furchtbar, müssen jetzt Menschen soviel Geld bezahlen, dass sie davon leben können.

  3. SoWieSo sagt:

    Das Gejammere der Ausbeuter und Lohndrücker, sowie ihrer Helfershelfer ist Musik in meinen Ohren!

  4. Schmidt sagt:

    und hinterher zu einer sogn. Konjunkturdellle.

    Forscher Exoerten 6 Billionen Schulden in die Eier treten