Griechenland hat höchstes Wirtschafts-Wachstum in Europa

Im dritten Quartal wies Griechenland ein Wachstum in Höhe von 0,7 Prozent auf. Das ist der beste Wert innerhalb der Eurozone. Deutschland konnte lediglich ein Wachstum von 0,1 Prozent erzielen. Italien hingegen bleibt in der Rezession stecken. Das BIP des Landes schrumpfte um 0,1 Prozent.

Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist im dritten Quartal dank der Erholung von Krisenstaaten wie Spanien etwas kräftiger als erwartet gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen waren davon ausgegangen, dass es wie schon im Frühjahr nur zu einem Plus von 0,1 Prozent reicht.

Angeschoben wurde die Konjunktur von Frankreich. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion legte um 0,3 Prozent zu und wuchs damit nach der Flaute im ersten Halbjahr erstmals wieder. Spanien schaffte mit 0,5 Prozent ebenfalls ein überdurchschnittliches Plus. Ebenso Griechenland, dass mit 0,7 Prozent den kräftigsten Zuwachs aller Euro-Länder meldete.

Die langjährige Konjunkturlokomotive Deutschland erwies sich dagegen erneut als Bremse: Europas Nummer eins gelang nur ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent, nach einem Minus von 0,1 Prozent im Vorquartal. Italien glitt dagegen in die Rezession ab: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte um 0,1 Prozent und damit das zweite Quartal in Folge.

Die Konjunkturaussichten bleiben für die Euro-Zone wegen der hohen Arbeitslosigkeit in vielen Ländern und dem Sparzwang der Regierungen mau. Die EU-Kommission senkte erst vor wenigen Tagen ihre Wachstumsprognose für 2014 von 1,2 auf 0,8 Prozent und für 2015 von 1,7 auf 1,1 Prozent. 2016 erwartet die Behörde dann ein Plus von 1,7 Prozent.

Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind im Oktober kaum gestiegen. Sie erhöhten sich um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag auf basis endgültiger Daten mitteilte. Im September war die Teuerungsrate mit 0,3 Prozent noch einen Tick geringer ausgefallen – es war zugleich der niedrigsten Wert seit fünf Jahren.

Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Um einen für die Wirtschaft schädlichen Preisverfall auf breiter Front zu verhindern, hat sie ihren Leitzins auf ein Rekordtief gesenkt. Außerdem pumpt sie Milliarden an billigem Geld in die Wirtschaft.

Wie die Daten von Eurostat zeigen, fallen die Preise in einigen Ländern: so in Griechenland mit minus 1,8 Prozent und in Spanien mit minus 0,2 Prozent. Gedämpft wurde die Inflation im Oktober erneut von fallenden Energiepreisen. Diese gaben um 2,0 Prozent nach. Dagegen stiegen die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak um 0,5 Prozent, die für Dienstleistungen um 1,2 Prozent.

Die Unternehmen der Euro-Länder haben ihren Produktion im September hochgefahren. Sie stellten 0,6 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Damit wurde ein Teil des im August erlittenen Einbruchs von 1,4 Prozent wieder aufgeholt. Ökonomen hatten aber einen etwas stärkeren Anstieg von 0,7 Prozent erwartet.

Mit 2,9 Prozent besonders kräftig zog im September die Produktion von Investitionsgütern an. Die Herstellung von haltbaren Konsumgütern wie Fernseher und Kühlschränke schrumpfte dagegen um 2,6 Prozent und damit so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr.

Die Euro-Zone dürfte 2014 nach zweijähriger Rezession wieder wachsen. Allerdings wird das Plus beim Bruttoinlandsprodukt nur bei mageren 0,8 Prozent gesehen – vor allem wegen der Nachwehen der Schulden- und Bankenkrise, aber auch wegen geopolitischer Risiken wie dem Ukraine-Konflikt.

Kommentare

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  1. JensDe sagt:

    Dir Dürftigkeit der Kommentare zeigt, dass es eigentlich keinen mehr interessiert, was Griechenland für Zahlen herausgibt. Sind doch sowieso alle getürkt. Jeder weiß, dass Griechenland immer wieder anklopfen wird und neue Milliarden fordern wird. Ich hoffe für Griechenland, dass Tsirpas an die Macht kommt und dem ganzen Dilemmer ein Ende bereitet. Soll er alle Verträge kündigen und aus dem Euro austreten. Vielleicht hat Griechenland dann die Chance, sich selbst zu retten, ohne ständig anderen Ländern drohen zu müssen, dass wieder einige Milliarden fliesen.

  2. Jupp Hirsenkotzer sagt:

    o.7 % BIP Zuwachs von welchem NIveau!
    Plattitueden Journalismus / scheisshaus parolen, sind das.

    Wetten, dass vor Jahresende so zu Weihnachten noch weitere Milliarden EURO fliessen muessen, egal bei welchem BIP level wir zum 4. Quartal stehen werden in Griechenland!
    Prostitution, Drogenhandel und Geldwaesche, Waffenschmuggel wurden hierbei bestimmt schon miteinbezogen, wetten?

  3. Delta120 sagt:

    Ist dann in 120 Jahren mit einer Halbierung der Arbeitslosenzahlen zu rechnen?

  4. Carl Falentin sagt:

    Die Botschaft hör ich wohl, allein mir der Glaube.

    Griechische Zahlen hatten wir schon mal.

    Und es müssen doch weiterhin Mrd. fließen. Oder ?