Deutsche zahlen gern mit persönlichen Daten für Online-Angebote

In Deutschland werden personenbezogene Daten noch immer sorgenfrei herausgegeben. Mit Gratis-Internetangeboten versuchen Anbieter von Dienstleistungen und Produkten im Internet an die persönlichen Daten der User heranzukommen. Verbraucherschützer warnen vor unverständlichen Geschäftsbedingungen.

Die Deutschen bevorzugen im Internet überwiegend kostenlose Inhalte, auch wenn ihre persönlichen Daten dadurch weiterverwertet werden können und sie eigentlich dagegen sind. In einer am Montag in Berlin erstellten Umfrage des Marktforschungsinstituts dimap gaben 76 Prozent der User an, sie griffen ausschließlich (62 Prozent) oder vor allem (14 Prozent) auf Angebote zurück, für die nicht bezahlt werden müsse. Nur gut jeder Fünfte nutzt sowohl kostenlose als auch bezahlpflichtige Inhalte.

Drei Viertel der Befragten sind sich der Umfrage zufolge bewusst, dass sie für die kostenlosen Online-Angebote in der Regel mit ihren persönlichen Daten bezahlen müssen, die von den Anbietern weiterverwertet werden können. 80 Prozent lehnen diese Geschäftspraxis entschieden ab. Die Gründe seien die Angst vor Datenmissbrauch und die Unklarheit, was mit den eigenen Daten geschehe, erläuterte dimap-Geschäftsführer Reinhard Schlinkert. Jeder dritte Internetnutzer sei sogar bereit, für den Schutz der eigenen Daten zu zahlen – im Mittel bis zu 41 Euro pro Jahr.

Ein Sorgenkind stellen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) dar. Diese werden der Studie zufolge von 90 Prozent der Nutzer ignoriert oder nur überflogen. Knapp 75 Prozent der Befragten gaben an, diese seien ihnen zu lang und zu kompliziert. Schlinkert plädierte dafür, die AGB zu verkürzen und so zu gestalten, dass die Menschen sie auch verstehen könnten.

Für die Studie im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) wurden im Oktober 1002 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt. Das Institut wurde von der Deutschen Post gegründet und wird von ihr weiterhin unterstützt.

Gerade der Online-Konsum stehe hoch im Kurs, sagte DIVSI-Direktor Matthias Kammer. 82 Prozent nutzten das Internet zum Einkaufen, etwa weil es als bequemer empfunden wird und aus ihrer Sicht eine größere Auswahl biete.

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