Deutsche Familienunternehmen wachsen im Ausland

Die meisten Familienunternehmen sind im Ausland tätig. Besonders die Absatzmärkte in China und den USA gelten als zukunftsträchtig. In Russland sieht es derzeit jedoch schlecht aus. Zahlreiche Aufträge brechen weg

Die Wachstumsambitionen deutscher Familienbetriebe machen nicht an der Grenze halt: Die Unternehmen wollen ihren Wachstumskurs auch im Ausland fortsetzen. Bereits heute sind 85 Prozent der deutschen Familienunternehmen im Ausland tätig. Knapp ein Drittel ihrer Umsätze (32 Prozent) erzielen sie außerhalb des Heimatmarktes. Dieser Anteil wird in den kommenden fünf Jahren weiter steigen – auf 38 Prozent. Für die Mehrheit der familiengeführten Betriebe in Deutschland ist Europa auch künftig die wichtigste Zielregion für ihre Auslandsaktivitäten.

Das größte Wachstumspotenzial sehen die Familienunternehmer allerdings in der Ferne: 27 Prozent rechnen in China mit stark steigenden Umsätzen; 19 Prozent sehen die größten Chancen auf ein Umsatzplus in den USA. „Deutsche Familienunternehmen haben das schwierige wirtschaftliche Umfeld der vergangenen Jahre gut gemeistert“, so die Einschätzung von Peter Bartels, Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC. In Russland stehen viele Firmen jedoch vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Viele Aufträge brechen aufgrund des Handelskrieges zwischen EU und Russland weg.

Als größte interne Herausforderung in den kommenden zwölf Monaten sehen die inhabergeführten Betriebe in Deutschland den Fachkräftemangel. Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre gaben rund zwei Drittel der deutschen Familienunternehmen an, das Anwerben qualifizierter Arbeitskräfte und das Halten von Schlüsselmitarbeitern sei eine ihrer zentralen Aufgaben.

Der Preiswettbewerb steht auch weit oben auf der Agenda der kommenden fünf Jahre: 72 Prozent der deutschen Familienunternehmen sehen darin die zentrale Herausforderung in den nächsten fünf Jahren (weltweit: 58 Prozent).

Genauso wichtig wie die Suche nach qualifiziertem Personal ist für deutsche Familienunternehmen der Umgang mit Innovationen: Ebenfalls 68 Prozent der befragten Betriebe mit Sitz in Deutschland gaben an, die Fähigkeit, innovative Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können, ist eine zentrale Aufgabe (weltweit: 64 Prozent).

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