Aldi Süd: Eier könnten wegen Vogelgrippe knapp werden

Die Vogelgrippe könnte das Angebot von Eiern im Süden Deutschlands erheblich beeinflussen. Aldi Süd hat eine Warnung herausgegeben, dass der Bestand aufgrund einer Liefersperre in den Aldi-Filialen knapp werden könnte. Deutschland bezieht die meisten Eier aus den Niederlanden. Dort müssen jedoch nach einem Ausbruch der Vogelgrippe 150.000 Legehennen getötet werden.

Der Discounter Aldi befürchtet Engpässe bei Eiern wegen des Ausbruchs der Vogelgrippe. Aufgrund einer dreitägigen Liefersperre für alle Geflügelprodukte aus den Niederlanden könnten Eier in Filialen knapp werden, teilte Aldi Süd am Dienstag mit. Die Unternehmensgruppe betreibt mehr als 1.800 Läden in Süd- und Westdeutschland. In Nord- und Ostdeutschland dagegen ist Aldi Nord mit einem eigenen Filialnetz vertreten. Aldi Süd verhandelt nach eigenen Angaben mit Produzenten in anderen Ländern, um Engpässe zu vermeiden.

Nach Ausbruch der Vogelgrippe müssen in den Niederlanden rund 150.000 Legehennen eines Betriebes nahe Hekendorp im Zentrum des Landes getötet werden. Die Niederlande sind weltweit der größte Exporteur von Eiern. Die rund 700 Farmen mit 98 Millionen Hühnern exportieren etwa sechs Milliarden Eier im Jahr. Ein Großteil davon wird ins Nachbarland Deutschland geliefert.

Die in Deutschland und den Niederlanden erstmals ausgebrochene hochansteckende Vogelgrippe vom Typ H5N8 ist möglicherweise durch Wildvögel aus Asien eingeschleppt worden. Das erklärten übereinstimmend die Weltorganisation für Tiergesundheit und das Friedrich-Loeffler-Institut. Zunächst unklar blieb, ob das Virus sich auch nach Großbritannien ausgebreitet hat. In Südkorea waren Anfang des Jahres Millionen Hühner, Enten und anderes Geflügel nach dem Auftreten von H5N8 getötet worden. In Ägypten meldeten die Behörden den Tod einer 19 Jahre alten Frau, die sich mit dem auch früher in Europa präsenten Vogelgrippe-Virus vom Typ H5N1 infiziert hatte.

In Großbritannien ist eine Entenfarm von der Vogelgrippe betroffen. Um welche Variante es sich genau handelt, ist noch unklar. Jedoch sei nicht der tödlichen Typ H5N1 festgestellt worden, sagte der zuständige Chefveterinär Nigel Gibbens der BBC. „Wir wissen, dass es sich um einen H5-Stamm handelt, aber nicht um N1.“ Um das Gehöft in Yorkshire wurde eine Sicherheitszone gezogen, 6.000 Enten getötet. In den Niederlanden wurde mit der Tötung der rund 150.000 Legehennen des Betriebes nahe Hekendorp im Zentrum des Landes fortgefahren. Dort hatten die Behörden am Wochenende ein drei Tage gültiges Verbot für den Transport von Geflügel und Geflügelprodukten erlassen. Die Niederlande zählen mit einer Eierproduktion von sechs Milliarden Stück zu den größten Eierproduzenten überhaupt. Drei Viertel davon werden nach Deutschland exportiert.

In Berlin sagte ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Deutschland sei durch den Vogelgrippe-Ausbruch in den Niederlanden nicht unmittelbar betroffen. In einem Putenmast-Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern war H5N8 vor knapp zwei Wochen erstmals in Europa nachgewiesen worden. Der Bestand wurde getötet, eine Sicherheitszone um den Betrieb eingerichtet.

Das Virus H5N8 ist im Gegensatz zum verwandten Typ H5N1 noch nie bei einem Menschen nachgewiesen worden. Trotzdem gehen Experten davon aus, dass dieser Erreger auch Menschen befallen könnte, wenn sie engen Kontakt mit Geflügel hätten. In Ägypten ist die 19-Jährige der zweite tödliche Fall einer H5N1-Infektion in diesem Jahr. Insgesamt registrierten die Behörden sieben Ansteckungen. Seit 2003 sind in Asien und im mittleren Osten rund 400 Menschen diesem Virus-Typ erlegen. Experten fürchten, dass sich andauernd verändernde Virus könnte eine Form entwickeln, die auch für Menschen hochansteckend ist.

Die Europäische Union lobte die Vorsichtsmaßnahmen der Veterinärbehörden in Großbritannien und in den Niederlanden. „Wir können sagen, dass alle Vorschriften eingehalten wurden und wir können das Verhalten der Behörden in den beiden Mitgliedsstaaten nur loben“, erklärte ein Sprecher.

In Paris sagte der Chef der Weltorganisation für Tiergesundheit, Bernard Vallat, zwischen den Vogelgrippe-Fällen in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien könne es möglicherweise einen Zusammenhang geben. Gewissheit werde es geben, wenn die genetischen Eigenschaften der Viren in den drei Fällen verglichen werden könnten. Das werde aber noch einige Zeit dauern.

Vallat und die Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts, Elke Reinking, lenkten den Verdacht auf Wildvögel als Ursache für die Infektionen. Die Sprecherin des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit verwies auf Korea, China und Japan, wo H5N8 in Geflügel nachgewiesen wurde. Zwar sei kein Wildvogel von Südkorea nach Europa geflogen. Es sei aber denkbar, dass es an Rastplätzen des Vogelzugs zur Übertragung des Virus gekommen sei. So habe der Erreger möglicherweise in Etappen nach Europa gelangen können.

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  1. Hans Agrarwissenschaftler sagt:

    Wenn man sich mal anschaut wieviel Millionen Legehennen es in Deutschland gibt, halte ich diese Meldung für die reinste Panikmache.