Die besten Fachkräftereserven sind Ausländer und Ältere

Einer Studie zufolge sind Fachkräfte aus dem Ausland und ältere Arbeitnehmer am besten dazu geeignet, den Fachkräftemangel in Deutschland kurzfristig zu bekämpfen. Die Wirtschaftsforscher sehen bei der Gesundheitsprävention und der Integration Behinderter kurzfristig nur wenig Potenzial. Auch die Integration von Langzeitarbeitslosen bedürfe langfristiger struktureller Reformen.

Ausländer und ältere Beschäftigte sind die vielversprechendsten Reserven, um rasch zusätzliche Fachkräfte zu gewinnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie für das Bundesarbeitsministerium. Auf Platz Drei folgt der Ausbau der Kinderbetreuung. Die Studie wurde vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für Arbeitsministerin Andrea Nahles erstellt.

Die SPD-Politikerin trifft sich am Mittwoch mit den Spitzen der Arbeitgeber und Gewerkschaften, um eine neue „Partnerschaft für Fachkräfte“ zu gründen. Dabei soll es vor allem um das einheimische Potenzial bei Älteren, Frauen und Zugewanderten sowie Geringqualifizierten gehen.

Das ZEW hatte 35 Arbeitsmarkt-Experten befragt, welche Maßnahmen zur Fachkräftesicherung hinsichtlich der Größenordnung und des Zeitfaktors am vielversprechendsten seien. Die im Vergleich von 15 Maßnahmen geringsten Potenziale sieht die Expertengruppe in Ansätzen, die Gesundheitsprävention bei Beschäftigten zu verbessern und Menschen mit Behinderung besser zu integrieren. Skeptisch sind die Experten auch bei Maßnahmen zur Überwindung von Problemen der Leistungsschwächeren im Schul- und Ausbildungssystem sowie zur Aktivierung von Langzeitarbeitslosen. Hier seien Erfolge nur längerfristig möglich, da es um strukturelle Veränderungen gehe.

Auch bei in Deutschland lebenden Menschen mit ausländischen Wurzeln wird zwar ein „überdurchschnittliches Mobilisierungspotenzial“ gesehen. Dies könne jedoch „erst längerfristig wirksam erschlossen werden“.

Mit der Rekrutierung von Fachkräften im Ausland und mit Maßnahmen zur längeren Beschäftigung Älterer lasse sich dagegen „kürzerfristig ein überdurchschnittlich großes Aktivierungspotenzial“ erreichen. In der positiven Einschätzung dieser Ansätze spiegeln sich der Studie zufolge möglicherweise Erfolge auf diesen Feldern wider. Deutschland verzeichne seit 2012 „deutlich positive Zuwanderungssalden, die viele Fachkräfte auf den aufnahmefähigen deutschen Arbeitsmarkt spülen“. Die Beschäftigungsquoten bei den über 60-Jährigen seien weiter gestiegen. Auch das durchschnittliche Rentenzugangsalter sei seit 2006 um fast ein Jahr gestiegen.

Kommentare

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  1. M.Krispin sagt:

    Wenn der ach so heilige Markt funktionieren muesste, wie er sollte, waere der Fachkraeftemangel gar nicht vorhanden.
    Wenn aber
    – Gehaelter nicht adaequat steigen,
    – Steuern und Abgaben/Maut (=anderes Wort fuer Steuern) steigen,
    – Aeltere teuere Angestellte freigestellt,
    – der Zuzug billigster „Fackraefte“ gefoerdert,
    – die Schulen und Ausbildung der eigenen Jugend abwirtschaftet wird , etc.pp.
    muss man sich nicht wundern.
    Zusaetzlich muss man die Zahlen der Fachkraefte betrachten die jaehrlich aus Deutschland fluechten, so sie es koennen.
    Die haben einfach keine Lust mehr dieses kranke europaweite Sozialsystem der Staats- und Bankenrettung zu finanzieren. warum wird hierueber nicht lauter in den Medien gesprochen?