Online ist nicht alles: Stationärer Handel Österreichs bleibt dominant

Österreichs stationärer Handel dominiert nach wie vor. Für Online-Händler ist es teils schwer, mit der internationalen Konkurrenz mitzuhalten. Das gilt insbesondere bei Mode- & Freizeitartikel.

Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür, und bei Mode und Freizeitartikeln geht der Trend zum Online-Handel. Trotzdem werden auch in Zukunft die stationären Geschäfte dominieren, wie die aktuelle Studie „Online-Handel mit Mode und Freizeitartikeln“ zeigt. „Die Bedeutung des Online-Handels für die Zukunft wird über-, die Bedeutung der Geschäfte oft unterschätzt“, sagt Jutta Pemsel, Obfrau des Bundesgremiums des Handels mit Mode und Freizeitartikeln in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Im Online-Modehandel dominieren internationale Ketten. Hier können laut Studie österreichische Händler nur schwer mithalten. Zwar erzielen vereinzelt Plattformen mehr Umsätze im Online-Geschäft, allerdings sind auch diese im Vergleich zu den Umsätzen, die im stationären Handel erzielt werde, relativ überschaubar. Mit einer solchen Größenordnung sei es schwer, ausreichend in Werbung zu investieren, um die nötige Aufmerksamkeit im Internet zu erzielen, so Studienautor Peter Schnedlitz, Vorstand des Instituts für Handel und Marketing der Wirtschaftsuniversität Wien. Im Vergleich dazu erwirtschaften ausländische Onlinehändler teilweise hierzulande mehr Online-Umsatz. Aber auch bei großen Anbietern sähe es nicht immer rosig aus: „Internationale Online-Händler agieren nach dem Prinzip ‚The Winner Takes it all‘ und kaufen sich Umsatz auf Kosten des Ertrags“, so Schnedlitz.

„Wer sozial und ökologisch bewusst einkaufen will, soll bedenken, dass bei ausländischen Internethändlern Wertschöpfung und Steuergelder ins Ausland abfließen. Und wenn der Standort bzw. das Lager des Händlers im Ausland liegen und Retourware über große Distanzen verschickt werden muss, ist das natürlich auch ökologisch problematisch“, gibt Pemsel zu bedenken.

Wegen des schwachen Ertrags vieler Online-Shops liegt die Antwort daher für kleinere und mittelständische Händler oft nicht im Online-Handel. Allerdings ist intelligentes Reagieren auf den „Tsunami Amazon“ laut Studie heute für Händler aller Größen gefragt. „Auch kleine und mittelständische Händler müssen in Zukunft verstärkt online kommunizieren. Die Kundinnen und Kunden erwarten eine professionelle Präsenz im Internet – auch wenn das nicht zwingend bedeutet, dass die Ware online gehandelt wird. Händler müssen es schaffen, die Kundinnen und Kunden mit modernen Methoden ins Geschäft zu bringen“, empfiehlt Pemsel. Außerdem dürfe man auch den Trend zur mobilen Kommunikation nicht übersehen: Immerhin acht von zehn Smartphone-Shoppern nutzen ihr Mobiltelefon bei Einkäufen in den Geschäften – also vor Ort.

Kommentare

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  1. spatz sagt:

    Wunschdenken.
    Wir haben hier einen ganz klaren Strukturwandel.
    Der stationäre Handel wird noch weiter schrumpfen.
    Die Zukunft wird zeigen wie viel davon bleibt.

  2. McBiehl sagt:

    Ich hatte beschlossen mir ein iPad Air oder Samsung Galaxy Tablet zu kaufen. Bei uns im Deutschland gibt es im nicht Onlinehandel nur noch MediaMarkt und Saturn Gruppe. Und auch wenn mit Redcoon der Anfang gemacht wurde, MediaMarkt und Saturn verschlafen derzeit so einiges, was derzeit nicht akut ist, aber auch zu Problemen in der Zukunft führen muss. Nun bin ich heute morgen zum Saturn, um mich zumindest über die Geräte zu Informieren. Nachdem ich nun in dem Saturn Markt war, fand ich eine eingeschränkte Auswahl vor, auch noch Geräte aus dem letzten Jahr. Leider musste ich Feststellen das gut die hälfte aller Geräte Funktionsunfähig waren, macht auch zum Beispiel Sinn, wenn man schon das Aufladekabel anschließt, auch es an das Stromnetz anzuschließen. Von ca. 20 Geräten waren 3 Funktionsfähig, aber man hatte nur ein Hintergrundbild. Am ende weis ich wie das Gehäuse aussieht, so reicht es auch wenn man das Teil im Internet anzeigen lässt. Nachdem ich nun gemerkt habe, das ich mich umsonst dort hinbegeben hatte, war ich mit entsprechender Laune zum Verkäufer, und fragte ihn wieso es wie beim Sperrmüll ist. Er erklärte mir das es reichen müsste, die Geräte so zu sehen. Schließlich kauft man ja auch wegen des Design, außerdem kaufen die Leute eh im Internet. Er verwies auf Amazon, dort sind diese billiger und Leute mit seinem Lohn auch kaufen. Zumindest kann man sagen, Saturn hat ein gut beraten.
    Den im diesem Artikel beschriebenen Tsunami Amazon tritt es Voll.