Markit-Institut sieht „kein nennenswertes Wachstum“ im vierten Quartal

Die deutsche Wirtschaft wächst so langsam wie zuletzt vor 16 Monaten. Das Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe stagniert. Die schlechte Konjunktur erfasst jetzt aber auch die Dienstleister. Alle Zeichen deuten auf ein schwaches viertes Quartal für die deutsche Wirtschaft hin.

Das Wirtschaftsinstitut Markit prophezeit der deutschen Wirtschaft für das Jahresende keinerlei Besserung. Alles deute auf ein schwaches letztes Quartal hin. Der Markit-Index fiel im November um 1,8 Punkte zum Vormonat auf einen Stand von 52,1 Punkt. Damit liegt der Index zwar noch über der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert, doch markiert der aktuelle Wert den stärksten Rückgang seit Anfang 2012.

Der starke Auftragseinbruch im Verarbeitenden Gewerbe dämpft die Entwicklung der Wirtschaft schon länger. Die schwache Konjunktur zieht nun auch die Dienstleister in Mitleidenschaft. Während der Index für die Industrieproduktion weitgehend auf dem Durchschnittswert des dritten Quartals 2014 notiert, sank der Index Geschäftstätigkeit im Service-sektor auf ein 16-Monatstief, berichtet Markit.

„Zuletzt war das Wachstum in Deutschland abhängig vom Dienstleistungssektor, da die Industrieproduktion sich abgekühlt hatte. Doch normalerweise folgen die Dienstleister dem Abwärtstrend aus dem Produktionssektor. Genau das können wir im Moment beobachten“, sagt Markit Chef-Volkswirt Chris Williamson einem Reuters-Bericht zufolge.

Die Industrie hat in der Folge der Auftragseinbrüche mit Überproduktion zu kämpfen. Die Einkaufspreise bleiben jedoch weitgehend stabil, nachdem sie zuvor 16 Monate gestiegen waren. Die Verkaufspreise sinken, was zu niedrigeren Gewinnen führt.

Der niedrige Ölpreis wirkt sich positiv auf die laufenden Kosten einiger Industriebetriebe aus. Der bevorstehende Mindestlohn hingegen sorgt für einen Kostenauftrieb. All diese Faktoren deuten daraufhin, dass „die deutsche Wirtschaft – nach dem dürftigen 0.1-prozentigen Zuwachs im Sommerquartal 2014 – auch im Schlussquartal kein nennenswertes Wachstum erzielen dürfte“, schreibt Markit Analyst Oliver Kolodseike in seinem Wirtschaftsbericht.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.