Mobiler Ventilator ersetzt Regenschirm

Der Regenschirmersatz Air Umbrella soll Regentropfen einfach wegblasen. Das Projekt wurde über Crowdfunding finanziert. Ende 2015 sollen die ersten Geräte ausgeliefert werden.

Eine etwas kuriose Erfindung soll die sperrigen Regenschirme ersetzen. Der Air Umbrella saugt Luft an und stößt sie wieder aus, so dass durch den erzeugten Luftdruck die fallenden Regentropfen weggeschoben werden. Somit wird ein Regenschirm ähnliches Feld erzeugt, dass den Nutzer vor Nässe schützt, berichtete das australische Online-Wissenschaftsmagazin ScienceAlert.

Die Konstruktion kommt ohne die spitzen Metallenden wie bei herkömmlichen Regenschirmen aus. Zwar ist der Air Umbrella recht stabil, doch bei zu hohen Windstärken wird er vermutlich genauso sinnlos sein wie ein gewöhnlicher Regenschirm.

Dass der Bedarf an einer derartigen Erfindung existiert, haben die Unterstützer auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter gezeigt. Dort finanzierten 825 Investoren das Projekt mit über 100.000 US-Dollar. Auf der Seite wird der Air Umbrella auch mit zahlreichen Fotos und einem Video präsentiert.

Seit rund zwei Jahren forscht das Team der chinesischen Designer bereits an dem Air Umbrella. Absolventen aus den Bereichen Flugtechnik und Raumfahrt arbeiten an dem Projekt, denn noch ist die Idee nicht vollständig umgesetzt. Unter Laborbedingungen kann der Air Umbrella bereits wie gewünscht arbeiten, doch der Einsatz bei echtem Wetter ist eine ganz andere Situation. Frühestens im Herbst 2015 sollen die ersten Modelle aber die Fabrik verlassen.

Vielleicht können die Erfinder bis dahin auch die Betriebsdauer der Luft-Regenschirme verlängern. Aktuell gibt es drei verschiedene Modelle, die maximal 15 bzw. 30 Minuten am Stück eingesetzt werden können. Lange Spaziergänge im Regen sind also dafür nicht vorgesehen.

Vielmehr geht es offenbar um den kurzen Einsatz in der Stadt, wenn ein Regenschirm nur wenige Minuten benötigt wird. Dafür bieten die Chinesen aber auch schon Ladekabel und Adapter für Autos an. Die Ladezeit beträgt lediglich zwei Stunden. Somit ist der Air Umbrella insbesondere für Autofahrer interessant und ein nützliches Gadget für unterwegs.

Die drei angebotenen Modelle unterscheiden sich in erster Linie in ihrer Länge. Die kleinste Variante ist 30 Zentimeter lang und wiegt 500 Gramm. Durch die Kompaktheit ist auch der Platz für Batterien begrenzt. Aus diesem Grund kann die kleine Version nur 15 Minuten am Stück die Regentropfen wegblasen.

Das große Modell ist 50 Zentimeter lang und erinnert somit schon eher an einen herkömmlichen Regenschirm. Es wiegt 800 Gramm und kann 30 Minuten verwendet werden. Als dritte Variante gibt es noch das ausfahrbare Modell, das je nach Bedarf zwischen 30 und 50 Zentimeter eingestellt werden. Diese Version wiegt 850 Gramm und soll sogar eine halbe Stunde lang eingesetzt werden können.

Was allerdings noch unbeantwortet ist: Wohin fliegen die Regentropfen, wenn der Air Umbrella aktiv ist? Bekommen Menschen in der Nähe dann die doppelte Ladung Wasser ab, wenn sie keinen Regenschirm besitzen? Und was ist, wenn jemand ebenfalls mit einem Air Umbrella neben mir steht – bekomme ich dann seine Regentropfen ab?

Was die Preise angeht, hält sich Air Umbrella noch bedeckt. Für rund 100 Euro war es zumindest für die Investoren möglich, ein großes Modell des Luft-Regenschirms zu kaufen. Ob dies auch dem späteren Verkaufspreis entspricht, wird sich zeigen. Vermutlich sollte das Produkt nur geringfügig teurer sein als ein Regenschirm, wenn es mit diesem Markt konkurrieren will.

Der Effekt auf umstehende Passanten ist dennoch fraglich. Im schlimmsten Fall pustet der Air Umbrella Mitmenschen das Wasser ins Gesicht und wäre somit eher für Kunden gemacht, die gern allein im Regen stehen.

Kommentare

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  1. Peter G. sagt:

    Ja ist denn schon wieder April?

  2. milo von budapest sagt:

    totgeburt…

    wenn mir das ding als entgegenkommenden, wasser in die fresse bläst, gibts eins in die fresse!
    zweitens totgeboren: jahrhunderte eingesessene romantik des stoffschirms und der prasselden romantischen regentropfen wird nun mit einem umkehrstaubsauger – krawallmacher weggeblasen ?!…keine sau kauft auf die dauer so nen bläserich…

    als kaufgecko für ne woche ok. in china hergestellt vk 12,80 € einweg dan weg, oder wie der kölner sät: weck je kumme …

  3. Pleitegeier überall sagt:

    Schon lange vor dem Ende 2015 sind die Crowfunder ihre Kröten los.
    Hirngespinste und ein Abzock-Modell für ganz doofe.

  4. Bernhard sagt:

    „Vermutlich sollte das Produkt nur geringfügig teurer sein als ein Regenschirm, wenn es mit diesem Markt konkurrieren will“

    Das ist eine gaaanz tolle Idee, ein burner! Der ganz normale Schirm kostet 5 Euro. Dieses Ding kostet 55 Euro. Und dazu kommt noch das Thema Batterien, die aufgeladen und/oder neu gekauft werden müssen.

    Trendy!