Gesichtserkennung fürs Publikum: Comedy-Club rechnet pro Lacher ab

In Barcelona arbeitet ein Theater mit Gesichtserkennung. Via Tablet wird das Publikum gefilmt – wer lacht, muss zahlen. Das Geschäftsmodell ist bereits so erfolgreich, dass es andere spanische Clubs übernehmen wollen.

In Barcelona arbeitet ein Comedy-Club mit einem Bezahlmodell per Lacher via Gesichtserkennung. Durch das Geschäftsmodell erzielen die Betreiber mehr Einnahmen.

Steuererhöhungen in Spanien haben für einen erheblichen Rückgang an Theaterbesuchern gesorgt. Die Steuer wurde für Theaterkarten von 8 auf 21 Prozent angehoben. Darunter haben insbesondere die Veranstalter zu leiden, denn sie verbuchen nicht nur weniger Gewinn, sondern haben vor allem viel weniger Besucher in ihren Häusern.

Während sich die Steuer also fast verdreifacht hat, ist die Anzahl der Besucher um knapp 30 Prozent zurückgegangen, berichtete The Independent. Für den Staat war es unter dem Strich ein leichter Profit, die Schauspielhäuser kämpfen wegen der Steuererhöhung jedoch ums Überleben.

Ein Comedy-Club in Barcelona hat sich deshalb ein faires Bezahlmodell überlegt, um mehr Besucher anzulocken: Im Teatreneu wird jeweils pro Lacher abgerechnet. Der Eintritt ist kostenlos. Die Kunden zahlen am Ende 30 Cent für jeden Witz, der ihnen gefallen hat. Sollte jemand während der gesamten Show kein einziges Mal lachen, war der Abend für ihn gratis. Der Maximalpreis liegt übrigens bei 24 Euro. Wer demnach achtzigmal am Abend gelacht hat, für den sind die nächsten unterhaltsamen Gags kostenlos.

Technisch funktioniert die Umsetzung so, dass jeder Sitz im Theater ein Tablet vor sich hängen hat, das den Besucher die ganze Show über im Blick hat. Gehen die Mundwinkel nach oben oder wird ein Lachen erkannt, werden 30 Cent abgerechnet. Es gibt sogar eine Live-Statistik, die anzeigt, welcher Sitzplatz die Show am lustigsten findet bzw. am meisten lacht.

Das Pay-Per-Laugh-Modell ist so erfolgreich, dass die Tickets jetzt im Durchschnitt um 6 Euro mehr kosten. Somit ist das ein klarer Gewinn für das Teatreneu und für die spanische Comedyszene. Es kommen mehr Besucher, die sogar noch mehr Geld als früher zahlen und dabei bestens unterhalten werden.

Andere Städte in Spanien überlegen bereits, das Modell zu übernehmen. Es gibt sogar schon eine Art Dauerkarte. So können Besucher sich ein Ticket für beispielsweise 150 Euro kaufen und dürfen dafür dann 500-mal lachen. Der Preis von 30 Cent pro Lacher bleibt dabei erhalten.

Unterdessen ist aber auch die NSA dabei, ihre Datensammlung von Fotos der Bürger zu erweitern – und dabei geht es um alles andere als fröhliche Gesichter. Wie die New York Times berichtete, bereichert sich die National Security Agency täglich an Millionen von Bildern aus dem Internet. Die Fotos von Menschen werden in jeder Art von Kommunikation abgefangen und auf den Servern gespeichert. So unterstützt auch jedes Selfie die Datenbanken.

Das gepaart mit einer Gesichtserkennungssoftware lässt die NSA gezielt Leute erkennen – überall wo sich CCTV-Kameras befinden. Diese Überwachungsmonitore sind in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und auf Plätzen zu finden. Doch das ist erst der Anfang. Zukünftig wollen die USA die Gesichtserkennung mit Fingerabdrücken und biometrischen Daten ergänzen. Das soll sogar soweit gehen, dass auch Stimmerkennungen und Iris-Scans an der Tagesordnung sind.

Auch das FBI ist bei der Datensammlung mit dabei. 2015 soll deren sogenannte Next Generation Identification (NGI) 52 Millionen Fotos in ihrer Datenbank haben. Damit kann die Gesichtserkennung noch schneller und effektiver ablaufen.

Den schönsten Namen für ein neues Programm hat allerdings das Department of Homeland Security: Das Projekt basiert auf zwei Kameras, die ein Gesicht aus zwei verschiedenen Blickwinkeln aufnehmen und somit eine Art dreidimensionales Abbild von Personen kreieren. Damit sollen Verdächtige und gesuchte Personen noch leichter aus einer Menschenmasse herauszufiltern sein. Der Titel des Programms ist „Biometrical Optical Surveillance System“ oder auch kurz „BOSS“.

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