EVG droht mit Bahn-Streiks vor Weihnachten

Die Eisenbahnergewerkschaft EVG droht mit Streiks vor Weihnachten. Dies könnte auch parallel zu Lokführerstreiks der Konkurrenzgewerkschaft GDL stattfinden. Die Beschäftigten in der Stromversorgung und in den Stellwerken könnten das Bahn-Netz vollständig blockieren und so den gesamten Verkehr stilllegen, so der EVG-Chef.

Im verhärteten Tarifkonflikt bei der Bahn droht die Eisenbahnergewerkschaft EVG mit Streiks vor Weihnachten. „Wir können auch vor Weihnachten noch streiken, wenn wir nicht vorankommen“, sagte EVG-Chef Alexander Kirchner dem Focus. Ein Ausstand könne auch parallel zu Lokführerstreiks der Konkurrenzgewerkschaft GDL stattfinden. Ein EVG-Sprecher sagte dem Magazin zufolge, allein die Beschäftigten in der Stromversorgung und in den Stellwerken könnten das Bahn-Netz vollständig blockieren und so den gesamten Verkehr stilllegen. Erste Warnstreiks seien bereits ab dem 03. Dezember denkbar.

Die Bahn und ihre beiden Gewerkschaften GDL und EVG hatten am Freitag noch keinen Durchbruch in dem Tarifkonflikt erzielt. Jedoch sind sich Bahn und GDL, die den Zugverkehr bereits tagelang lahmgelegt hatte, nähergekommen. Am Freitag soll in getrennten Runden weiterverhandelt werden. Kern des Konfliktes ist, dass die GDL auch für ihre Mitglieder unter den rund 17.000 Zugbegleitern, bei Bordrestaurant-Personal und Rangierführern eigene Verträge abschließen will. Bislang hatte die EVG für alle Berufsgruppen außer den Lokführern Tarifabschlüsse ausgehandelt.

Kirchner machte im Focus deutlich, dass seine Gewerkschaft sich nicht vom Verhandlungsstand der GDL abhängig machen will: „Dabei interessiert uns nicht, was die GDL macht.“ Die EVG will für ihre Mitglieder sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber eine Steigerung der Gehälter um 150 Euro. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn, 37 statt 39 Stunden Wochenarbeitszeit sowie bessere Schichtpläne. Die EVG will im Gegenzug zum GDL-Vorstoß auch für die Lokführer unter ihren Mitgliedern sprechen. Die Bahn lehnt verschiedene Verträge für dieselbe Berufsgruppe ab.

Kommentare

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  1. spatz sagt:

    Ich finde die Bahn sollte so viel wie nur irgend möglich automatisieren
    und outsourcen.
    Ich bin selbst Angestellter, aber die Art der Auseinandersetzung ist wirklich eklig
    geworden,
    zudem haben wirklich viele reisende Stress weil bei der dauernden
    Droherei eine vernünftige Reiseplanung langsam unmöglich wird.