Opec-Staaten wollen Ölförderung vorerst nicht senken

Der Ölpreis sinkt bereits seit Monaten. Aufgrund des Schieferöl-Booms in den USA ist der Preis des Barrels seit dem Sommer um ein Drittel gefallen. Spekulationen zufolge drücken die USA in Zusammenarbeit mit den arabischen Ölproduzenten den Preis, um auf Russland in Ukraine-Konflikt Druck auszuüben.

Kurz vor dem Opec-Treffen zeichnet sich keine gemeinsame Linie der großen Ölförderländer ab. Gespräche zwischen den Opec-Mitgliedern Saudi-Arabien und Venezuela sowie Mexiko und Russland am Dienstag in Wien ergaben keine Einigung auf eine Förderkürzung, wie Venezuelas Außenminister Rafael Ramirez am Dienstag sagte. Alle Teilnehmer der Sitzung hätten einem weiteren Treffen in drei Monaten zugestimmt. Sie seien der Auffassung gewesen, dass der aktuelle Ölpreis von unter 80 Dollar je Barrel nachteilig sei.

Nachlassende Hoffnungen auf eine baldige Kürzung der Opec-Förderquoten drückten den Ölpreis. Die richtungweisende Rohöl-Sorte Brent verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 79,17 Dollar je Barrel. Das US-Öl WTI gab 0,8 Prozent auf 75,21 Dollar nach.

Das Öl-Kartell Opec kommt am Donnerstag in Wien zusammen. Der Ölpreis sinkt seit Monaten. Ein wichtiger Grund ist der Schieferölboom in den USA, der zu einem drastischen Überangebot an den Weltmärkten geführt hat. Seit Sommer hat sich dieser Rohstoff wegen eines Überangebots bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage aus China und Europa um etwa ein Drittel verbilligt.

Dennoch rätseln selbst langjährige Opec-Beobachter darüber, ob die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) auf den Preisverfall reagiert und die Förderung drosselt. Denn Saudi-Arabien als weltgrößter Ölexporteur und wichtigster Opec-Staat ist ein enger Verbündeter der USA, die wegen der Ukraine-Krise im Streit mit Russland liegen. Russland ist einer der Hauptleidtragenden des Preisverfalls.

Kommentare

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  1. jws sagt:

    Russland hat China im Rücken. Beide wissen, dass dies ein politisches Spiel ist. Sollte Russland hier unterliegen, werden die Energiepreise sofort wieder massiv steigen. Das weiss China. Ohne Russland wäre China den USA ausgeliefert. China hält sich zwar verbal zurück, ist aber im Hintergrund sehr aktiv.

  2. Juncker ist doof, aber gerissen. sagt:

    Da die USA die Förderung von sogenanntem Schieferöl und-Gas
    mit unbegrenzten Krediten an die Industrie unterstützen, kann die
    Dumpingpreisen zum Trotz überleben. Die realistischen Förderkosten
    liegen bei weitem höher als her heutige Preis per Barrel von ca. 70 usd Brent.

    Wie war das gleich noch mit Anti-Dumpingzöllen gegen die chinesische
    Solarzellen-Industrie ?
    Wenn 2 das gleiche machen ist das noch lange nicht dasselbe.

  3. BernhardunBianca. sagt:

    Die USA haben schon damals den „Trick“ im Sowjetunion- Afghanistan Krieg in den 80ern angewandt: Man hat errechnet wie teuer der Krieg für die Sowjetunion ist. Man kam auf ca. 10 MRD Dollar/Jahr; damals ungefähr die Deviseneinnahmen für die Sowjetunion aus Ölgeschäften. Nun ist die USA zu ihren Freunden/Verbündeten in den arabischen Raum geflogen und hat denen diktiert dass der Ölpreis, gegen Gefälligkeiten der USA, eben falle solle/müsse. Und so war es denn auch und die Sowjetunion konnte ihren Krieg nicht mehr finanzieren. Die USA kann langfristig auch nicht mit einem Preis unter 80 Dollar leben, da die Kosten für Fracking teurer sind. Sobald Russland in die Knie geht und der Ukrainekonflikt gelöst ist, wird der Ölpreis wieder in die Höhe schnellen. Noch sind wir Verbraucher die Nutznießer der niedrigen Ölpreise.