Versicherer Uniqa senkt Ergebnisziel wegen schwacher Wirtschaft

Der Gewinn des österreichischen Versicherers Uniqa soll in 2015 um bis 100 Millionen Euro niedriger ausfallen, als geplant. Grund für die Absenkung des Gewinnziels ist das schwache wirtschaftliche Umfeld.

Der österreichische Versicherer Uniqa senkt angesichts der mauen Wirtschaftsentwicklung in Teilen Osteuropas sein ehrgeiziges Ergebnisziel für das kommende Jahr. Der Vorsteuergewinn werde nicht wie ursprünglich geplant auf bis zu 550 Millionen Euro steigen, sondern zwischen 425 bis 450 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Grund dafür seien neben den schlechteren Wachstumsaussichten für Osteuropa auch die Unsicherheit in Russland und Ukraine sowie die niedrigen Zinsen. „Ich fühle mich wohler, wenn wir vorsichtshalber unsere Prognose für 2015 zurücknehmen“, sagte Firmenchef Andreas Brandstetter der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Prognosesenkung ist auch ein Dämpfer für ihn. Er hatte dem Versicherer nach seinem Amtsantritt eine neue Strategie verordnet und im Zuge dessen vor allem den Ausbau des Osteuropa-Geschäfts sowie die Verkaufskooperation mit dem Großaktionär Raiffeisen vorangetrieben. Doch Analysten hatten bereits Zweifel an der Erreichbarkeit dieses 2011 bekanntgegebenen Ziels. „Es war immer sportlich, das war ganz klar“, sagte Brandstetter. Ob Uniqa die Vorgabe zu einem späteren Zeitpunkt erreichen könne, ließ er offen. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an: Die Aktie verbilligte sich um 2,5 Prozent.

An der Strategie hält Brandstetter unverändert fest. Der Konzern wolle weitere Kunden in Osteuropa gewinnen und das Kerngeschäft in Österreich rentabler machen. Auch die Krise in der Ukraine ändere daran vorerst nichts. Sowohl dort als auch in Russland mache Uniqa Gewinne – auch wenn das Wachstum durch die Abwertung der Lokalwährungen Hrywnia und Rubel gedämpft sei.

Für das laufende Jahr geht Uniqa von einem Vorsteuergewinn zwischen 370 und 380 Millionen Euro aus – im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von rund 20 Prozent. Grund dafür sind geringere Verwaltungskosten und höhere Erträge aus dem Kernversicherungs-Geschäft. Sie verhalfen Uniqa in den ersten drei Quartalen zu einem Ergebnisplus von gut drei Prozent auf 275,2 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Konzern vom Verkauf einer Hotelgruppe profitiert.

Mit dem steigenden Gewinn können sich die Uniqa-Aktionäre auch Hoffnung auf eine höhere Dividende machen. Das Unternehmen halte an dem Ziel fest, 40 bis 50 Prozent des Gewinns auszuschütten, sagte Brandstetter. Im vergangenen Jahr hatten sie 35 Cent je Aktie erhalten.

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