Lufthansa-Piloten drohen mit Streik vor Weihnachten

Passagiere der Deutschen Lufthansa müssen sich in der Vorweihnachtszeit auf Streiks einstellen. Die Tarifverhandlungen seien gescheitert, ab sofort müsse mit Arbeitsniederlegungen gerechnet werden, erklärte die Pilotengewerkschaft Cockpit.

Passagiere der Deutschen Lufthansa müssen sich in der Vorweihnachtszeit auf Streiks einstellen. Weil die Tarifverhandlungen gescheitert seien, müsse ab sofort mit Arbeitsniederlegungen bei Lufthansa, der Frachtsparte Lufthansa Cargo und der Tochter Germanwings gerechnet werden, erklärte die Pilotengewerkschaft Cockpit. „An Weihnachten selbst werden wir nicht streiken“, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg am Samstag. Mehr könne er derzeit nicht sagen. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, das Unternehmen bedaure die Ankündigung. Lösungen könnten nur gemeinsam und nur am Verhandlungstisch gefunden werden.

Seit dem letzten Streik im Oktober seien keine echten Fortschritte erzielt worden, erklärte die Gewerkschaft. Die Lufthansa widersprach: Es habe sowohl beim Gehaltstarifvertrag als auch bei der besonders umstrittenen Übergangsversorgung für ausscheidende Piloten Annäherungen gegeben. Uneinig sei man nur noch darüber gewesen, ob die bisherige Regelung für einen Ruhestand mit 55 Jahren auch für alle künftigen Pilotengenerationen gelten solle, sagte der Firmensprecher. Das bestätigte Cockpit-Sprecher Handwerg nicht: „Das ist einer der Knackpunkte“, sagte er nur.

In dem seit Monaten dauernden Arbeitskampf geht es nicht nur um die Gehälter, sondern auch um die Ruhestandsregelung für rund 5400 Piloten bei Europas größtem Luftfahrtkonzern. Die Lufthansa sieht sich wegen des scharfen Wettbewerbs nicht mehr in der Lage, die im Branchenvergleich großzügigen Vorruhestandsregeln weiter zu stemmen. Bislang konnten Lufthansa-Piloten mit 55 Jahren das Steuer aus der Hand legen. Im Schnitt gehen sie mit 59 Jahren in die Rente. Das Unternehmen will ihn auf 61 erhöhen. Zudem lehnen die Piloten die Pläne der Konzernspitze für eine neue Billig-Fluggesellschaft ab.

Seit April haben die Flugzeugführer die Lufthansa achtmal bestreikt. Zuletzt legten sie im Oktober insgesamt 35 Stunden lang innerdeutsche Verbindungen, Europaflüge und teilweise auch Langstreckenflüge lahm. Von geplanten 2330 Lufthansa-Flügen fielen etwa zwei Drittel aus, nach damaligen Angaben waren rund 160.000 Passagiere betroffen. Die Lufthansa bezifferte die Belastungen auf 160 Millionen Euro.

Nicht nur Fluggäste müssen weitere Streiks fürchten, sondern auch Bahnreisende: Die Lokführergewerkschaft GDL will in der kommenden Woche darüber entscheiden, ob sie die Deutsche Bahn abermals bestreikt. Für die Zeit vom 19. Dezember bis zum 11. Januar schloss sie allerdings Arbeitsniederlegungen aus.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.