Roboter halten Einzug in Dienstleistung-Branchen

Die Nachfrage nach Dienstleistungs-Robotern steigt. Beliebt sind vollautomatische Staubsauger und Rasenmäher sowie Spielzeugroboter. Auch in der Industrie hält der Trend an: Im Logistikbereich steigt die Nachfrage nach Industrierobotern um 37 Prozent.

In Privathaushalten steigt die Zahl verkaufter Serviceroboter gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf knapp 4 Millionen an. Das entspricht einem Umsatzvolumen von rund 1,7 Milliarden US Dollar und betrifft bisher vor allem automatisierte Produkte wie Staubsauger oder Rasenmäher sowie den Bereich Unterhaltung mit Spielzeugrobotern.

Allein China gab es ein Plus von 59 Prozent im letzten Jahr innerhalb eines weltweiten Anstiegs von insgesamt 12 Prozent. Zunehmend interessant wird allerdings der Bereich Dienstleistung. Im vergangenen Jahr wurden gemäß des World Robotics Report so viele Serviceroboter wie noch nie auf der ganzen Welt verkauft.

Damit legte die Servicerobotik mit einem globalen Plus von 4 Prozent im Vergleich zur Industrierobotik kaum zu. In diesem Sektor bestehe aber „ein anhaltendes Wachstumspotenzial“, sagt Martin Hägele, Abteilungsleiter Roboter- und Assistenzsysteme des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Deswegen rechnet die World Robotics Statistik in den Jahren 2014 bis 2017 mit dem Verkauf von mehr als 31 Millionen Service-Robotern. Dies würde einem Wert von über 11 Milliarden US Dollar entsprechen.

Nicht zuletzt aufgrund der kontinuierlich wachsenden Alterserwartung nehmen die Einsatzzahlen von Assistenzrobotern erstmals wahrnehmbar zu. Dieser Trend wird sich nach Einschätzung des Fraunhofer IPA innerhalb der nächsten Jahre fortsetzen. Für die Haushaltroboter wie Robosauger, Rasenmähroboter und andere mobile Roboter in Alltagsumgebungen zeichnet sich nach der World Robotics Statitsik eine erhebliche Nachfrage ab: eine Zunahme von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Zukünftige Produktideen betreffen Haushaltsroboter mit größerer Komplexität, Leistungsfähigkeit und höherem Wert“, prognostiziert Martin Hägele die Entwicklung der kommenden Jahre. „Das meint vor allem Assistenzroboter für Senioren, für Haushaltsaufgaben und für den Bereich Edutainment.“

Vor allem die Nachfrage nach Servicerobotern in Logistikanwendungen hat im gewerblichen Bereich mit einem Wachstum von satten 37 Prozent gegenüber dem Jahr 2012 sehr stark zugelegt. Der größte Anteil entfällt dabei auf automatisch geführte Fahrzeuge (AGV) für Transportaufgaben in der industriellen Logistik und im Handel. Hägele geht davon aus, dass der Markt für AGV in den kommenden Jahren weiter erheblich wachsen wird.

Nach seiner Einschätzung gibt es dafür drei Hauptgründe: Einmal die rasch zunehmende Digitalisierung der Produktionen, die vollautonomes Navigieren erlaubt, dann längere Betriebszeiten der Roboter durch kürzere Ladevorgänge wegen verbesserter Energiespeichertechnologien und drittens die inzwischen anerkannte Verlässlichkeit von AGV-Lösungen.

Die neuesten Marktdaten und Innovationsentwicklungen in der Robotik sind am 30. September im World Robotics Report veröffentlicht worden. Das Jahrbuch erstellt die International Federation of Robotics (IFR); die Ergebnisse für die Servicerobotik stammen aus der Kooperation mit dem Fraunhofer IPA.

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