Russland gibt South Stream Pipeline wegen EU-„Hindernissen“ auf

Der russische Gaskonzern Gazprom gibt den Bau der geplanten South Stream Pipeline auf. Die EU hatte bemängelt, dass Gazprom als Lieferant die Pipelines kontrolliert. Dieses „Hindernis“ ist Putin zu viel. Der Handelskrieg zwischen Russland und der EU hat mit dem Aus der South Stream Pipeline eine neue Dimension erreicht.

Russland gibt seine Pläne für die Pipeline South Stream auf, mit der russisches Gas unter Umgehung der Ukraine bis nach Südeuropa geliefert werden sollte. „Das Projekt ist vom Tisch. Das war’s„, sagte am Montag der Chef des russischen Gas-Monopolisten Gazprom, Alexei Miller. Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin in Ankara gesagt, wegen des Widerstandes der Europäischen Union könne die Gasleitung derzeit nicht fertiggebaut werden. Allerdings könne die Türkei mit Hilfe eines Gas-Umschlagplatzes beliefert werden, an dessen Bau sich Russland beteiligen könne, erklärte Putin nach einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan. Dieser sagte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, beide Länder arbeiteten an einer entsprechenden Übereinkunft.

Putin stellte der Türkei, die der Nato angehört, ab 2015 eine Senkung des Preises für russisches Gas um sechs Prozent in Aussicht. Zudem könne die bereits bestehende Pipeline Blue Stream ausgebaut werden, die aus Russland durch das Schwarze Meer in die Türkei führt.

Mit der Pipeline South Stream sollte russisches Erdgas durch das Schwarze Meer und unter Umgehung der Ukraine durch Südosteuropa bis nach Österreich geliefert werden. Gebaut wurde an der 40 Milliarden Dollar teuren Leitung unter Führung von Gazprom. Die EU-Kommission hat jedoch wiederholt erklärt, sie halte es für unzulässig, dass ein Erdgaslieferant zugleich den Zugang zu den Pipelines kontrolliert. Das EU-Mitglied Bulgarien hat deshalb seine Arbeiten an South Stream auf Eis gelegt.

Putin warf der EU vor, sie gebe kein grünes Licht für South Stream. „Wir sehen, dass Hindernisse errichtet werden“, sagte er in Ankara. Wenn Europa das Projekt nicht ausführen wolle, dann werde es eben nicht ausgeführt. „Wir sind überzeugt, dass das den europäischen Wirtschaftsinteressen widerspricht und Schaden verursacht“, sagte Putin.

Um einen Transit durch die Ukraine und Lieferschwierigkeiten zu vermeiden, hatte Russland bereits die Pipeline North Stream gebaut, die durch die Ostsee direkt nach Deutschland führt.

Kommentare

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  1. kutscherkarl sagt:

    Obama baut die Atlantik Brücke und Putin baut die Brücke bei Kertsch!

  2. jws sagt:

    In Bulgarien, wo man den Weiterbau der Pipeline auf Land schon fortgesetzt hatte, sind jetzt alle Rohre verschwunden und die Sockel zerstört (Wer hat das und in wessen Namen veranlasst?). Man will also South Stream dort wirklich nicht.
    Das war die einzig richtige Entscheidung, dieses Projekt einzustellen. Europa wird es noch Leid tun.

  3. Uwe Krammer sagt:

    @ Volker K.,
    …genau meine Meinung. Aber vielleicht soll man auch nicht alles verstehen, es wurde ja schon geäußert, den „mündigen Bürgern“ in der deutschen Demokratie würde der Durchblick fehlen…..ohne Worte, wenn ich mir das Rumgeeier der Politkasper bei allen aktuellen Zukunfts – Themen anschaue.
    Aber Hauptsache, der Keil innerhalb Europas sitzt unlösbar fest…das freut außer den Profiteuren im Süden Europas besonders die USA. Wäre ja auch viel zu einfach, nur das Gas aus Russland zu kriegen, wo doch sonst nur der „große Teich“ dazwischenliegt….und die „fütternde oder strafende Hand der amerikanischen Finanzelite……

  4. Volker K. sagt:

    Man wird Herrn Schröder nachträglich sehr dankbar sein, daß unter seiner Regentschaft „North-Stream“ verwirklicht werden konnte.
    Die Aufgabe von „South-Stream“ durch die Russen wird den Zerfall der EU beschleunigen. Die Amerikaner werden dies begrüssen.
    Wie man sich seine eigene energetische Basis demolieren kann, wird mir ein ewiges
    Rätsel bleiben. Vermutlich bin ich jedoch zu dumm, um dies nachzuvollziehen.
    In meiner Dummheit schaufle ich auch ständig Solarmodule auf mein Dach in Form von
    Gazprom-Aktien. Absolut wartungsfrei und funktionieren besonders im tiefsten Winter sehr gut, wenn die Windräder ihre Flügel hängen lassen und die Solarmodule unter
    der Schnee- und Eisschicht zur Höchstform auflaufen.

    • Takuto sagt:

      Die Antwort auf die „Dummheit“ der Europäer: Es gibt kein souveränes Land in der EU mehr, alle maßgeblichen Personen sind in Organisationen wie der „Atlantikbrücke“.

      Zu den Gazprom-Aktien: Es würde kürzlich offengelegt, dass die Banken Aktien nur noch virtuell halten. Aber auch wenn man sich das Aktien-Papier aushändigen lässt, wird das im kommenden Krieg gegen Russland kaum mehr von Westeuropäern einzulösen sein.

      PV ist übrigens komplett wartungsfrei, stromfreie Tage gibt es im ganzen Jahr nur 0 bis 2 (aus eigener Erfahrung), bei Neben oder Wolken kommt immer noch ein Viertel oder die Hälfte und weiter mehr, als man je selbst verbrauchen könnte. Die Kosten betragen heutzutage 0,5 bis 4 Cent pro kWh, je nachdem ob selbst montiert, oder bei einem teuren Anbieter. Und der größte Vorteil: Man ist unabhängig von den Konzernen.

      • Volker K. sagt:

        Macht nix – im „kommenden Krieg gegen Rußland“ benötige ich dann auch keine Aktien mehr……….Solaranlagen vermutlich ebenfalls nicht,
        da es dann vermutlich überall herrlich warm und hell ist.
        Dennoch besten Dank für die Erfahrungen mit der eigenen PV-Anlage.