Private Auto-Käufe werden immer seltener

Auf dem europäischen Automarkt zeigt sich auch im kommenden Jahr keine Belebung. Der Verband der Automobilindustrie beklagt steigende Kosten für kleinere Zulieferer. Die Zahl der privaten Autokäufe nimmt ab. Die meisten Neuzulassungen sind Firmenwagen.

Der Automarkt in Europa wird sich auch im nächsten Jahr nur schleppend erholen: Weil die Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten weiter schwelen und die Konjunktur in einigen Ländern Westeuropas auf der Kippe steht, rechnet die Automobilindustrie 2015 mit eher niedrigen Wachstumsraten. „Westeuropa kommt voran, allerdings mit geringerer Dynamik“, sagte VDA-Chef Matthias Wissmann am Dienstag. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) geht 2015 von einem Absatzplus von zwei Prozent auf 12,2 Millionen Neuregistrierungen aus.

Für Deutschland rechnet der VDA nur mit einem marginalen Plus von einem Prozent auf gut drei Millionen Neuanmeldungen im Jahr 2015, nach einem erwarteten Plus von zwei Prozent im laufenden Jahr. Damit kommt die Pkw-Nachfrage hierzulande weiter kaum vom Fleck. Das liegt nicht nur an der politischen Unsicherheit, die viele Menschen davon abhält, sich einen neuen Wagen in die Garage zu stellen. Viele haben bereits mehrere Autos. Branchenvertreter hoffen zwar schon seit längerem darauf, dass die Wagen bald ein Alter erreicht haben, in dem sie ersetzt werden müssen. Derzeit liegt das Durchschnittsalter bei knapp 8,8 Jahren. Autos halten aber heutzutage länger als früher.

Auch Experten sind skeptisch, ob die Pkw-Nachfrage im nächsten Jahr anspringen wird. Hohe Zuwächse erwartet jedenfalls die Beratungsfirma PwC im nächsten Jahr nicht: Die europäische Automobilindustrie werde 2014 zwar erstmals seit der Finanzkrise 2008 wieder wachsen. Allerdings dürfte der Absatz bereits im nächsten Jahr wieder an Fahrt verlieren. Grund sei vor allem, dass von großen Ländern wie Deutschland und Frankreich keine Wachstumsimpulse ausgingen und die ungelösten politischen Konflikte in der Welt die Konsumbereitschaft dämpften.

In der Automobilindustrie wird daher der Ruf an die Politik lauter, die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern. Der Industriestandort Deutschland habe in den letzten Jahren an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, klagte Wissmann in Berlin. Er hob vor allem die hohen Energiekosten hervor und kritisierte erneut die Beschlüsse für den Mindestlohn und die Rente mit 63 Jahren. Die Kosten belasteten vor allem kleinere Zulieferer.

Auch weltweit sind die Aussichten nicht besser. China bleibt voraussichtlich Wachstumsmotor, wenn auch mit im Vergleich zu vergangenen Jahren deutlich niedrigeren Zuwachsraten. Hier geht der VDA von einem Plus von sechs Prozent auf 19 Millionen Pkw aus. Die USA dürfte um zwei Prozent auf 16,4 Millionen Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge zulegen. Weltweit dürften 76,4 Millionen Wagen neu auf die Straßen kommen, plus zwei Prozent. Die Konkurrenz zwischen den Autobauern dürfte nach Meinung von Experten daher weiter zunehmen.

Kommentare

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  1. Lumba sagt:

    Die Autos sind zu teuer, für diejenigen die es sich Leisten können und auch für diejenigen die es sich nicht Leisten können. Für ein Neuwagen 15000 Euro und mehr zu zahlen ist ja auch Unsinn, das ist im Verhältnis so als zahlt man heute für ein 32 Zoll Standart Flachbildfernseher 4000 Euro. Dann braucht man Autos wie der Golf 2, einmal hat man die richtige Größe und auch die Ausstattung von damals reicht völlig, nur die Sicherheitsausstattung muss den heutigen Niwo entsprechen, sind aber auch nur ein paar hundert Euro Mehrkosten. Den Elektroschrott braucht niemand, warum sollte man damit sein Geld verschwenden ?

  2. kutscherkarl sagt:

    Beim Umstieg auf Eletrofajhrzeuge ist eine wesentlich längere Umlaufzeit um etwa 1/4, zu recheen, da die Lebensdauer der Elektrischen entsprechend höher ist. Ausgehend von der Batterie als schwächstes Glied, wird die Lebensdauer über 10 Jahre bei Elektrischen liegen. Was aber volkswirtschaftlich ein hoher Vorteil ist, weil anstatt dessen andere Novitäten auf den Verkehrssektor warten, wie zB. die Automatisierung, wo dann wiederum eine Verkürzung durch die Haltbarkeit der Elektronik erwartet werden kann.

  3. Freiberufler sagt:

    Nach 10 Jahren Umverteilung von unten nach oben kann man sich die Neuwagen halt nur noch oben leisten.

  4. Leopold sagt:

    Das ist richtig. Neuwagen zu kaufen geht nur noch auf Firmenkosten. Privat zu kaufen müsste ich bescheuert sein. Die Neufahrzeuge kosten 30% bis 40% über dem Preis, zu dem sie im Ausland verkauft werden! Also finanziert der Steuerzahler die Firmenautos , die er sich selbst gar nicht mehr leisten kann!