Die Autobahn der Zukunft repariert sich selbst

Regierungen weltweit investieren riesige Summen in die Modernisierung der Infrastruktur. Gefragt sind Innovationen wie sich selbst reparierender Asphalt, elektrische Antriebsenergie durch Induktion oder die Vernetzung von Fahrzeugen. Dabei gehen die Staaten weltweit unterschiedliche Wege, um Innovationen herbeizuführen.

Der Asphalt auf der Autobahn der Zukunft kann sich selbst reparieren. Bürgersteige können die Bewegungsenergie der Fußgänger für die Straßenbeleuchtung benutzen und autonom fahrende Autos kommunizieren in Millisekunden miteinander, während sie aneinander vorbeifahren. Der Verkehr der Zukunft lässt nicht mehr lange auf sich warten. Der Unternehmensberatung Arup zufolge könnte es schon 2050 so weit sein.

Regierungen auf der ganzen Welt starten riesige Investitionsprogramme, um die Infrastruktur fit für das 21. Jahrhundert zu machen. Drei Viertel der weltweiten Bevölkerung werden in 30 Jahren in Städten leben. Jetzt ist es bereits die Hälfte. Der Verkehr der Ballungsräume ist zwangsläufig enormen Veränderungen unterworfen.

Fiktiven Fallbeispielen folgend prognostiziert Arup die Existenz von fahrerlosen, elektrisch betriebenen Fahrzeugen, die sich während des Fahrens selbst aufladen können. Sie nutzen dazu die Induktionstechnik der Fahrbahn. Bezahlt wird vollautomatisch. Für Tankstellen gibt es keinen Bedarf mehr. Die Straße werde dann nicht mehr für den Selbstfahrer zugelassen sein, zitiert die FT einen Bericht von Arup.

In Deutschland und der EU gibt es eine aktuelle Debatte darüber, wie man am besten die gewaltigen Summen für solche Investitionen aufbringen soll. Kommissionspräsident Juncker will mit einem neuen Investitionsfonds private Investitionen anlocken.

Die Bundesregierung will mit einem Klimapaket nicht nur ihre Treibhausgas-Ziele für 2020 erreichen, sondern zugleich auch milliardenschwere Investitionen anstoßen. Allein durch die Initiative für mehr Energie-Effizienz könnten zusätzliche Investitionen von 70 bis 80 Milliarden Euro angestoßen werden, heißt es im „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ (NAPE).

Großbritannien legt ein Investitionspaket von 15 Milliarden Pfund auf. Die University of Bath, Cardiff entwickelt derzeit Asphalt, der sich selbst reparieren kann, berichtet die FT.

Sicherheitsbedenken hat man bei Arup keine: „Letztendlich wird das größte Risiko im Verkehr menschliches Versagen sein“, sagt Nick Reed vom Transport Research Laboratory. Die Straßen würden sich in den kommenden zehn Jahren schneller entwickeln als in den vergangenen zehn Jahren. Die Bedeutung von Big Data und die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen würden stetig zunehmen. Die Technik entwickle sich so schnell, dass man es gar nicht richtig voraussagen könne, wie genau der Verkehr der Zukunft aussieht.

Kommentare

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  1. winter sagt:

    muss nur alles einwandfrei funktionieren und kostengünstig sein, Arups Vision: Unbezahlbarer Quatsch, das ist ein Verkehrssystem ohne Menschen, das keiner will…

  2. Ingolf Teufel sagt:

    30Jahre Verspätung. Ich kann mich noch an die Zukunftsprognosen der 70er Jahre erinnern. Da wurde aus der Glaskugel gelesen ,das wir im Jahr 2000 in fliegenden Autoscootern durch die Städte sausen, zum Wochenende auf den Mond und den Jahresurlaub auf dem Mars.
    Nach der jetzigen Energie-und Bevölkerungspolitik in D, werden wir wohl 2030 eher auf Eseln zur Moschee reiten, als mit vollautomatischen Induktionselektromobilen.

    • Alois Jäger sagt:

      Ja, mit Eseln zur Moschee – das ist schon sehr wahrscheinlich. Ebenso ist fast sicher, dass der Moschee Besucher der Zukunft Kakao-Farbe und schlitze Augen haben wird. -;)
      Das Volk von Fliegern ist aber unwahrscheinlicher als Mars-Kolonien. Das wird den Politikern vorbehalten bleiben und diese dulden keine Konkurrenz.
      Die Phantasie der Journalisten ist dabei unendlich, obwohl sie die wichtigsten sozialen Trends stur vernachlässigen. Wir werden eher ein Volk von streng bewachten Sozialhilfe-empfänger, denn ein Volk von Piloten.
      Angesichts der Gesetzesflut findet die Verlängerung des Jura-Studiums auf 20 Jahre statt, damit jeder Student mindestens einmal jedes Gesetz gelesen hat. Vor dem „homo Ikarus wird „homo quaerens“ die nächste Stufe von „homo sapiens“.