Aufträge Schweizer Industriebetriebe steigen leicht

Schweizer Mittelständler in der Industrie schauen verhalten in die Zukunft. Bestellungseingang, Auftragsbestand und Produktion sind nach schwachen vier Monaten nur langsam wieder auf den Normalstand zurückgekehrt. Bei grossen Industrieunternehmen sieht es etwas besser aus.

Die Aussichten für kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU) in der Industrie steigen leicht. Die Lage hatte sich in den vergangenen vier Monaten unter dem langjährigen Schnitt entwickelt. Doch der Anstieg ist kaum wahrnehmbar: Zwischen September und Oktober gab es gerade mal einen Anstieg von -0.37 auf 0.00 Punkte. Etwas besser sieht es bei den Grossunternehmen aus. In der Industrie lag das Barometer vom Juni bis September im negativen Bereich.

Im Oktober verbesserte sich jedoch das Barometer um 0.71 Punkte auf 0.33 Punkte und erreichte damit den langjährigen Schnitt, berichtet die UBS unter Verweis auf die eigene Studie. Das KMU Barometer basiert auf der monatlichen Befragung der KOF in der Industrie, aufgeteilt nach KMU (bis 200 Mitarbeitende) und Grossunternehmen (ab 200 Mitarbeitende).

Zur Verbesserung des KMU Barometers trugen vor allem Bestellungseingang, Auftragsbestand und Produktion bei. Allerdings sind die Erwartungen im Keller. Die KMU gehen sowohl bei der Produktion als auch beim Bestellungseingang in den nächsten Wochen bis Januar von einem tieferen Niveau aus. Auch bei den Grossunternehmen trugen Bestellungseingang, Auftragsbestand und Produktion zur Verbesserung bei. Unverändert war bei beiden Unternehmensgruppen im Oktober die schlechte Auftragslage aus dem Ausland.

Die wirtschaftliche Lage der Bauunternehmen war im vierten Quartal solide, wobei sich die Dynamik in den letzten Monaten vor allem bei den KMU etwas abschwächte. Das Baugewerbe profitiert aber weiterhin von den tiefen Zinsen und der hohen Einwanderung. Zu dieser Entwicklung dürften auch die Unternehmensgewinne beigetragen haben, die sich bei den Grossunternehmen verbesserten und bei den KMU stabilisierten. Der Bestellungseingang legte hier nach wie vor zu, allerdings war auch hier eine nachlassende Dynamik zu beobachten. Bei den KMU verschlechterte sich dieser Indikator weiter, wobei aber der Tiefpunkt bereits erreicht sein dürfte.

Im Dienstleistungssektor beurteilten alle Unternehmen ihre Geschäftslage im vierten Quartal als gut. Allerdings verlief die Dynamik etwas unterschiedlich. Bei den Grossunternehmen nahm die Dynamik etwas zu, während sie bei den KMU hingegen etwas abnahm, wie sich auch bei den Erträgen zeigte. So blieb die Ertragslage der KMU unverändert zum Vorquartal.

Die Grossunternehmen beurteilten die Geschäftslage im Detailhandel das erste Mal seit August 2013 wieder als schlecht. Das könnte mit der eher schlechten Ertragslage im vierten Quartal in Verbindung stehen. Hingegen erholte sich die Geschäftslage der KMU im Oktober etwas und wurde das erste Mal seit vier Monaten wieder als befriedigend beurteilt, obwohl sich deren Ertragslage nicht wesentlich verbesserte.

Insgesamt verkleinerten sich die Unterschiede bei den verschiedenen Indikatoren zwischen Grossunternehmen und KMU sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistungsunternehmen. Eine Ausnahme bildete das Baugewerbe, wo die wirtschaftliche Lage der Grossunternehmen nach wie vor besser war als diejenige der KMU.

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