EU-Kommissar: Deutsche Klimapolitik drückt CO2-Preise

Der neue EU-Energiekommissar Miguel Canete erwartet durch die Klimaschutz-Beschlüsse der Bundesregierung neuen Druck auf die CO2-Preise. Die von Deutschland beschlossene Kürzung des CO2-Ausstoßes lasse die Nachfrage nach den Rechten weiter sinken und damit auch die Preise.

Der neue EU-Energiekommissar Miguel Canete erwartet durch die Klimaschutz-Beschlüsse des Bundes neuen Druck auf die Preise für Kohlendioxid(CO2)-Verschmutzungsrechte. Es sei zwar positiv, wenn Deutschland mit ehrgeizigen Zielen voranschreite, sagte Canete der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Allerdings erhöhe dies auch die Dringlichkeit, für eine Reform des Handels mit Verschmutzungsrechten.

Die vom Bundeskabinett beschlossene Kürzung des CO2-Ausstoßes um 22 Millionen Tonnen lasse die Nachfrage nach den Rechten weiter sinken und damit auch die Preise. „Das hat Auswirkungen auf das Emissionshandelssystem ETS, die wir uns im Rahmen der Reform genau anschauen werden.“

Im europäischen Handelsystem wird eine Obergrenze des CO2-Ausstoßes festgelegt. Einzelne Kraftwerke oder Industriebetriebe erhalten eine bestimmte Menge an CO2-Rechten. Wer mehr braucht, muss diese über die Börse zukaufen. Wer besonders umweltfreundlich oder weniger produziert, kann Rechte verkaufen. Unter anderem durch die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre gibt es derzeit ein Überangebot an Rechten, dass die Preise hat verfallen lassen. Sie liegen derzeit um die sechs Euro pro Tonne. Die EU will das System daher reformieren, damit durch höhere Preise wieder mehr Anreize zum Umweltschutz geliefert werden.

Kommentare

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  1. Klabautermann sagt:

    Typischer Berufsreguliererflop.
    Bei uns zahlen Harzer und Alte mit einer Durchschnittsrente von 1.000 € horrende Energiepreise, damit wir bei schlaffer Sonnen- und Windausbeute den Strom neben umliegenden AKWs aus CO2-Schleudern beziehen können, die Dank nachgeschmissener CO2-Zertifikate die Luft beschwingt mit dem verpesten, was bei uns eingespart wird.
    Der Wechselrichter von meiner Solaranlage zeigt mir ständig die angebliche CO2-Ersparnis an, die dann stattdessen hinter der nächsten Grenze rausgeballert wird und sich bei richtiger Windströmung fröhlich über Germania verteilt.
    Es lebe der Regulierungswahn!

  2. Claudia sagt:

    Wer Klimaschutzbeschlüsse durchsetzt, gleichzeitig jedoch Geschäfte mit Kohlenstoffdioxid betreibt und dafür sogar ein eigenständiges Emissionshandelssystem ins Leben ruft, der muss sich aber auch nicht darüber beschweren, dass dieses ETS irgendwann mal überflüssig wird, da ja früher oder später genau diese „Dreckquelle“ versiegen wird. Aber scheinbar können diese engstirnigen EU-Typen tatsächlich nur einen Schritt geradeaus denken.