E.ON zeigt sich offen für Atom-Dialog mit Bundesregierung

Der vor der Aufspaltung stehende Energieriese E.ON zeigt sich offen für Verhandlungen über einen öffentlich-rechtlichen Atomfonds. Allerdings müsse die Bundesregierung auf den Konzern zukommen. Wegen der Energiewende setzt E.ON künftig nur noch auf Ökostrom.

Der vor der Aufspaltung stehende Energieriese E.ON zeigt sich offen für Verhandlungen über einen öffentlich-rechtlichen Atomfonds. „Käme die Bundesregierung morgen zu diesem Schluss, würden wir uns einem Dialog nicht verweigern“, sagte E.ON-Chef Johannes Teyssen dem Spiegel. „Bislang haben wir aber keine Einladung erhalten“, fügte er hinzu. Im Zuge der anstehenden Schadensersatzklagen der Energiebranche gegen die Bundesregierung wegen des Atomausstiegs sollten nach Auffassung von Teyssen solche Gespräche möglichst rasch geführt werden. „Natürlich sind Gespräche immer einfacher, wenn noch möglichst viele Optionen offen sind“, sagte der Manager. „Sollten die obersten Gerichte erst einmal Pflöcke eingerammt haben, kann man bestimmte Sachen nicht mehr zurücknehmen. Dann wird es für alle Seiten schwerer, aber nicht unmöglich.“

Die von der Energiewende hart getroffenen deutschen AKW-Betreiber E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW könnten ihre AKW nach dem Stiftungsmodell in eine Gesellschaft unter öffentlicher Kontrolle auslagern. Diese solle dann den Betrieb der Anlagen und auch den Abriss der Kernkraftwerke organisieren. Die Versorger müssten ihre Rückstellungen für den Abriss und die Endlagerung des Atommülls von rund 36 Milliarden Euro in die Stiftung einbringen. Die Bundesregierung könnte wiederum sicherstellen, dass die milliardenschweren Rückstellungen im Ernstfall auch wirklich verfügbar sind. Frage ist aber, ob die 36 Milliarden Euro auch wirklich reichen. Nach derzeitiger Rechtslage müssen die Konzerne unbegrenzt für die Entsorgung haften.

Die Diskussion über einen Atomfonds hat mit der vor wenigen Tagen angekündigten Aufspaltung von E.ON wieder an Fahrt gewonnen. Der 62.000 Mitarbeiter zählende Stromriese verabschiedet sich unter dem Druck der Energiewende von seinen Atom- und Kohlekraftwerken und setzt auf Ökostrom. Nach den Plänen Teyssens soll der Kohle- und Atom-Konzern 2016 von E.ON abgespalten und an die Börse gebracht werden. Die Abspaltung soll auch die Rückstellungen für den Abriss der Kernkraftwerke übernehmen. Das verbleibende Unternehmen mit 40.000 Mitarbeitern soll noch aus der Erzeugung von Ökostrom sowie dem Betrieb der Strom- und Gasnetze und dem Vertriebsgeschäft bestehen.

Kommentare

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  1. Felix Klinkenberg sagt:

    Wie heißt seit Schröder und Fischer, das Übergeornete Gesetz in der BRD: Privat geht vor Öffendlich. Was aber jeder wissen sollte, gemeint ist damit nur, Gewinne sind Privat, die Verluste müssen von der Öffendlichkeit aufgebracht werden.

  2. Schlechtmensch sagt:

    Wie bitte? Atom-Fonds? Die sollen die von Merkel eingebrockte Suppe mal schön selber auslöffeln, anstatt sich auf Steuerzahlers Kosten davonzuschleichen! Die Gewinne haben sie ja auch selbst eingesackt. Dann sollen sie auch bitte für Muttis Schwachsinn selbst aufkommen.

  3. SzepanScience sagt:

    So hätte es E.ON gern.

    E.ON, vormals Bayernwerk im Staatsbesitz, ist Anteilseigner an 3 abgeschalteten Siedewasserreaktoren SWR’69, die nie genehmigungsfähig waren. Die ersten Sicherheitsanalysen wurden grob gefälscht zu der Laufzeitverlängerung in 2010 vorgelegt. Und da will E.ON noch milliardenschweren Regress für die Abschaltungen beanspruchen!

    Mit den noch betriebenen SWR’72 in Gundremmingen steht es auch nicht besser, an denen E.ON ( vormals wieder das Baydernwerk ) 50% hält. Grobe Genehmigungsfehler verbieten diesen Betrieb. Bei einer Übernahmme in einen öffentlich-rechtlichen Fond hätte allerdings die Bayersiche Regierung den schwarzen Peter und das Entsorgungsproblem.

  4. AtomgegnerSeit35Jahren sagt:

    Das ist doch nur wieder so eine perfide Methode, das Risiko für den Abriss der AKW’s auf den Steuerzahler abzuwälzen, nachdem man sich jahrzehntelang dumm und dämlich verdient hat.
    Die Entwicklungskosten für die AKW’s hat der Steuerzahler übernommen, die Kosten der Endlagerung des Atommülls für die nächsten paar Jahrhundertausende auch und nun sollen auch noch die Abrisskosten abgewälzt werden.
    Notfalls lässt man (da die Rückstellungen für den Rückbau nicht einmal ansatzweise reichen werden) einfach die Atom/Kohle-Sparte nach deren Verschleuderung insolvent gehen und schon haben die Steuerzahler die Kosten an der Backe.
    Dass e.on das Luxemburger Steuersparmodell verwendet, passt zur Verkommenheit. Geradezu grotesk ist, dass Teyssen Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaft studiert hat. Die Grundsätze beider Studiengänge pervertiert er als Vorstandsvorsitzender von e.on bis zur Unkenntlichkeit.