Streik bei Amazon: Verdi fordert Tarifvertrag für Angestellte

Durch Streiks in der Vorweihnachtszeit erhöht Verdi den Druck auf Amazon. Die Gewerkschaft fordert Tarifverträge für die Einzelhandelsbranche. Amazon-Mitarbeiter bekommen derzeit niedrigere Löhne, wie sie in der Logistikbranche üblich sind.

Die Gewerkschaft Verdi will mit neuen Streiks vor Weihnachten den weltgrößten Versandhändler Amazon zum Einlenken im Streit um einen Tarifvertrag zwingen. Rund 300 Beschäftigte legten seit Mitternacht im Verteilzentrum im hessischen Bad Hersfeld die Arbeit nieder, wie eine Verdi-Sprecherin sagte. Bis zum Abend rechne die Gewerkschaft mit insgesamt bis zu 450 Streikenden. „Die überwältigende Mehrheit der Mitarbeiter arbeitet regulär und sehr engagiert“, betonte dagegen Amazon.

Der US-Konzern muss mit weiteren Protesten im wichtigen Weihnachtsgeschäft rechnen: „Solange Amazon den Beschäftigten den Respekt und Schutz durch Tarifverträge verweigert, werden wir den Druck aufrechterhalten“, kündigte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger an. Bereits im vergangenen Jahr hatte Verdi versucht, mit immer neuen Streikaufrufen im wichtigen Weihnachtsgeschäft die Auslieferung von Paketen zu bremsen.

Die Gewerkschaft fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon dagegen nimmt die Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird. Der Tarifkonflikt dauert bereits seit Ostern 2013 an. Amazon betont immer wieder, die Mehrheit der rund 9000 Festangestellten folge den Streikaufrufen nicht.

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