Schwierige Verhandlungen: Verdi will Karstadts „Tarifpause“ beenden

Vor den Verhandlungen über neue Tarife für die Karstadt-Mitarbeiter zeichnet sich Streit ab. Verdi will Arbeitsplätze retten und eine Rückkehr in die Tarifbindung erreichen. Arbeitnehmer kritisieren den neuen Karstadt Eigner Rene Benko für ein „Paket der Grausamkeiten“: Benko muss etliche Filialen schließen und tausende Stelle streichen.

Bei den Tarifgesprächen für die rund 20.000 Beschäftigten der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt zeichnet sich keine rasche Lösung ab. Das Management unter dem neuen Eigner Rene Benko hat Arbeitnehmervertretern zufolge ein „Paket der Grausamkeiten“ geschnürt, das bei den Verhandlungen am Dienstag in Ratingen bei Düsseldorf erneut Thema sein wird.

Die Gewerkschaft Verdi will so viele Stellen wie möglich retten und pocht auf eine Rückkehr Karstadts in die Tarifbindung. „Die Arbeitgeberseite hat Maximalforderungen auf den Tisch gelegt, die nicht akzeptabel sind“, kritisierte Verdi-Verhandlungsleiter Arno Peukes am Montag. Ein Karstadt-Sprecher wollte sich nicht äußern.

Das Karstadt-Management hat das Aus für Karstadt-Warenhäuser in Stuttgart und Hamburg beschlossen. Zudem sollen die zwei K-Town-Filialen, mit denen der Traditionskonzern junge Kunden gewinnen wollte, in Göttingen und Köln die Pforten schließen. Auch für zwei Schnäppchen-Zentren in Paderborn und Frankfurt/Oder ist das Aus beschlossen. 331 Mitarbeiter sind von den Plänen betroffen, deren Großteil bis zum 30. Juni 2015 umgesetzt werden soll. Weitere Filialen stehen auf dem Prüfstand.

In den Filialen sollen Personalkosten gespart werden. Dem Betriebsrat zufolge sind knapp 2.000 Vollzeitstellen bedroht. Berücksichtigt man auch Teilzeitstellen, stünden insgesamt rund 3.000 Stellen auf der Kippe.

Das Urlaubsgeld soll Arbeitnehmervertretern zufolge nach dem Willen des Managements wegfallen, Sonderzahlungen in Gestalt des Weihnachtsgelds sollen ab 2015 gestrichen werden. Karstadt hatte im Mai 2013 eine „Tarifpause“ verkündet – seitdem spart sich der Konzern anders als Konkurrent Kaufhof Tariferhöhungen.

 

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