Winterkorn macht BMW-Entwicklungsvorstand zum VW-Markenchef

Auf der Suche nach neuen Ideen macht Martin Winterkorn den Entwicklungs-Chef von BMW zum Chef der Marke Volkswagen. Bislang führte Winterkorn die Hauptmarke des VW-Konzerns selbst. Der Absatz von VW ist in den USA und in Russland zuletzt eingebrochen.

Volkswagen wirbt den Entwicklungsvorstand von BMW ab und überträgt ihm die Leitung der schwächelnden Hauptmarke VW. Herbert Diess werde mit Wirkung zum 1. Oktober 2015 zu dem Wolfsburger Autobauer wechseln und dort Markenchef für VW werden, teilte Europas größter Autobauer am Dienstag überraschend mit. Dafür war bisher VW-Konzernchef Martin Winterkorn mit zuständig. Für Diess werde im Konzernvorstand ein Ressort „Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Pkw” eingerichtet.

„Mit Herbert Diess haben wir eine herausragende Persönlichkeit und einen der fähigsten Köpfe der Automobilbranche für uns gewinnen können”, sagte Winterkorn. Zudem stelle VW mit diesem Schritt sowohl den Konzern als auch die Marke personell auf ein noch breiteres Fundament. Winterkorn führt die Marke VW bislang parallel zu seinen Aufgaben als Konzernchef. Er hat der Hauptmarke ein Sparprogramm von fünf Milliarden Euro verordnet, um die Rendite in den nächsten Jahren zu verdoppeln.

Volkswagen fehlen neue Ideen, vor allem für den Absatz in den USA. Der Modellwechsel beim Volumenmodell Passat hat den Absatz der Pkw-Marke Volkswagen im November einbrechen lassen. Der VW-Konzern teilte am Montagabend mit, der Pkw-Absatz seiner Kernmarke sei im vergangenen Monat um vier Prozent auf 508.400 Stück gesunken. Die Marke habe sich den Problemen etwa in Südamerika und Osteuropa nicht ganz entziehen können, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler. Auch der Wechsel zum neuen Passat habe sich ausgewirkt. Von Januar bis November liege der Pkw-Absatz der Marke mit 5,59 Millionen Fahrzeugen um zwei Prozent über dem Vorjahreswert.

In Russland ist der Absatz im November um 21 Prozent eingebrochen.

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