Medwedew: Russlands Firmen sollen mehr Geschäfte in Asien machen

Russlands Wirtschaft hat durch die Sanktionen bereits „Dutzende Milliarden Dollar" verloren. Dmitri Medwedew rät russischen Firmen daher, stärker mit Asien zu kooperieren. Die Handlungen des Westens seien „unberechenbar“. Deutschen und europäischen Firmen gehen Handelsbeziehungen dadurch vielleicht für immer verloren.

Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland fügen der Wirtschaft immer größeren Schaden zu. Durch die westlichen Sanktionen in Bedrängnis geratene Firmen und Banken in Russland sollten sich nach Ansicht von Ministerpräsident Dmitri Medwedew

in Asien auf Geldsuche begeben. Dadurch gehen mögliche Kooperationen mit europäischen und Deutschen Unternehmen für immer verloren.

Zudem müsse Russland seine Abhängigkeit von Energie-Exporten verringern, forderte Medwedew am Mittwoch im Interview mit mehreren russischen TV-Sendern. Um nicht mehr so stark auf Importe angewiesen zu sein, solle Russland außerdem die heimische Produktion erhöhen.

Medwedew räumte ein, dass die Sanktionen und die Schwäche des Rubels seinem Land zu schaffen machen. „Unsere Wirtschaft hat wahrscheinlich Dutzende Milliarden Dollar verloren.“ In der Vergangenheit habe sich aber gezeigt, dass solche Strafmaßnahmen ein Land nicht auf lange Zeit bremsen könnten. Die EU hat Ende November ohne schlüssige Begründung die Sanktionen gegen Russland verschärft.

Der Westen wirft Russland vor, die Rebellen in der Ost-Ukraine zu unterstützen und damit zur Destabilisierung des Landes beizutragen. Die USA und die Europäische Union haben deshalb eine Reihe von Sanktionen gegen Russland verhängt.

Unter den Sanktionen und dem schwachen Rubel, der seit Juni rund 40 Prozent zum Dollar verloren hat, leidet auch der russische Ölkonzern Rosneft. Das Unternehmen will sich einem Medienbericht zufolge auf dem heimischen Kapitalmarkt 800 Milliarden Rubel (zwölf Milliarden Euro) leihen. Geplant sei die Ausgabe von Rubel-Anleihen, berichtete die Agentur RIA Novosti unter Berufung auf Unternehmensangaben. Russlands Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew betonte in Taschkent, die Regierung plane nicht, Bonds des Staatskonzerns zu kaufen.

Medwedew hat der US-Regierung wegen deren Sanktionen Unberechenbarkeit vorgeworfen. Die Frage sei stets, wie geeignet und berechenbar ein Partner sei, sagte der Regierungschef am Mittwoch im russischen Fernsehen. „Und was tun die Amerikaner? Sie verhängen Strafmaßnahmen gegen unser Land, sie versuchen, eine Front gegen Russland zu schmieden. Das sind unfreundliche Akte.“

Die Eingliederung der ukrainischen Halbinsel Krim in die Russische Föderation, die die größte Krise zwischen Russland und dem Westen seit Ende des Kalten Krieges heraufbeschworen hat, verteidigte Medwedew. Die Rückkehr der Krim sei für Russland keine wirtschaftliche Frage. „Das ist unsere Geschichte, unser Schicksal und auch unser Schmerz.“ Auf der Krim lebten viele Russen, die in diesem Jahr für eine Rückkehr der Halbinsel in die Russische Föderation gestimmt hätten, sagte Medwedew. Er bezog sich auf eine Volksabstimmung im März, die vom Westen und von der ukrainischen Regierung ebenso wenig anerkannt wird wie die Eingliederung der Krim. Die USA, die Europäische Union und andere westliche Staaten reagierten darauf mit Sanktionen.

Kommentare

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  1. Bernhard sagt:

    Verstehen wir wirklich, was die Ukraine- Krise treibt? Ich behaupte: nein. Es geht nicht um die Ostukraine. Lassen Sie uns zunächst feststellen, dass, entsprechend der alten US- Doktrin die Ukraine geostrategisch wichtig ist, 5 Milliarden aus den USA kamen, um die Ukraine zu destabilisieren. USA war also daran interessiert, was heute passiert. Und glauben Sie nur ja, dass 5 Milliarden nicht ohne strategisches Konzept ausgegeben wurden! Was könnte das strategische Konzept sein?
    a) es ist für die USA existenzbedrohend, BRICS, Eurasische Union, Zahlungsverkehr nicht mehr in Dollar zu realisieren
    b) China ist heute bereits die stärkste Wirtschaftsnation der Welt; jedoch ist China anfällig, weil dieses Land noch weitgehend die verlängerte Werkbank des Westens ist
    c) Wirtschaftspolitisch können Russland und China ein Nachfragepotential aufbauen, das dem Weltkapitalismus höchst munden würde; dafür sind aber Abhängigkeiten zu schaffen
    d) Europa ist den USA ein Dorn im Auge; die Potenziale der neuen EU- Länder können ebenfalls eine riesige private Nachfrage auslösen; daher versuchen die USA durch noch stärke Bildung Europa an die USA zu disziplinieren.

    Daher macht es Sinn, wenn Russland
    1. die Industrialisierung voantreibt
    2. sich vom Westen entfernt
    3. die östliche Allianz vorantreibt.

    Die USA haben sehr bewusst Europa ins Messer laufen lassen, um ihre Industrialisierung wieder voranzutreiben (Absatzmärkte).

    • Goldfinger sagt:

      Merkel unterstützt diese USA Politik und wird dafür von ihrer Partei mit 97% belohnt.Wenn das kein Geniestreich war,alle Hochachtung.

  2. Delta120 sagt:

    Übersetzt: Eine Lösung der Ukraine Krise sieht Moskau gerade nicht.

  3. Gerhard Amann sagt:

    Richtig so, denn die EU ist dank ihrem „Primat der Politik“ unberechenbar für alle, uns selbst und unsere Handelspartner. Die größten Verlierer sind natürlich die Mittelstandsfirmen, die es sich nicht richten lassen könne wie die Großen, die de facto EU-Regierung, „The Round Table of European Industrialists“.
    Die Großen ließen sich m.E. mit der Aussicht auf die russischen und ukrainischen Ressourcen ködern und werden natürlich enttäuscht werden, denn die westliche Machenschaften sind allzu bekannt und greifen immer weniger.
    Das von Psychopathen regierte Europa büßt längst den wichtigsten aller Standortvorteile, die Rechtssicherheit, ein.
    Selbst die russischen Oligarchen, insofern keine Verbrecher, werden erkennen, dass ihre „Investments“ in einem Russland mit goldgedeckten Rubel besser aufgehoben sein werden. Denn dass Russland diesen Sturm überstehen wird, auch dank seiner intelligenten Köpfe, ist absehbar.
    Und die Verlierer und die Isolierten sind dann wir Europäer, während der Rest der Welt auf uns als Halunken herabschaut.

  4. Schlechtmensch sagt:

    Warum können wir nicht solche Politiker haben, die wenigstens noch an ihr eigenes Land denken?

    • Csaba sagt:

      Putin und Co. denken dabei auch an die eigene Geldbörse…aber welcher Politiker tut das nicht…

      Aber dennoch ziehe ich den Hut vor Herrn Putin, dass er sich nicht zu einem Einmarsch in die Ukraine verleiten ließ, schon allein wegen der Provokation aus den USA…

      Im Grunde ist genau das gekommen was die USA wollte…Russland von der EU spalten, so das Russland auch die Gaslieferungen allmählich reduziert, genau wegen der Unsicherheit mit der EU…dann kann die USA Europa mit Schiefergas beliefern, was ja mit der aktuellen Russland-Resolution schon vom Unterhaus abgesegnet ist…natürlich wird das US-Gas mehr kosten, ist ja Klar…aber so ist dann die EU von den USA abhängig und die USA kann noch mehr über die EU diktieren…wohin das führt sehen wird gerade…da wir keine Politiker mit Eier haben (oder mit einem Eierstock…“Merkel“), die einfach der USA sagen…halt, NEIN…mit Sanktionen zerstören wir unserer eigene Wirtschaft, was letztendlich wieder die Steuerzahler zu büßen haben…Steuererhöhung, neue Steuern usw.!

      Für Russland ist es sicher auch Hart, aber wenn sich Russland etwas bemüht kann es alles im eigenen Land produzieren, ist unabhängig und die eigene Wirtschaft wird schneller aufblühen als die der EU…schon alleine mit der BRICS-Partnerschaft…

      Ich mache mir um Russland keine sorgen…Herr Putin will keinen Krieg, aber leider will die USA den Krieg, da die USA nur mit einem Krieg aus den enormen Schulden heraus kommen kann…und genau das macht mir Sorgen!

      Wenn die USA einen Krieg mit Russland beginnt, dann muss China Russland helfen, denn wenn Russland verlieren sollte, dann weiß China das das nächste Ziel von den USA China ist…leider ist die US-Politik so Blöd das die sogar einen Atomkrieg in Kauf nehmen…denn man kann ja auch auf verseuchten Boden gut leben, was man ja in Japan sehen kann…so denkt die USA!

      Und mal Ehrlich…was soll man von einem Staat erwarten das die eigene Bevölkerung und das eigene Trinkwasser wegen dem Schiefergas und Schieferöl verseucht, nur wegen Profit…Die USA hält die eigene Bevölkerung wie in einer Zuchtfarm…nach dem Motto: Scheiß auf Verluste, Hauptsache der Profit stimmt…die gesamte Bevölkerung wird abgehört, nicht wegen Terror, sondern aus Angst das sich die Bürger erheben könnten, das es zu einem Bürgerkrieg kommt…aber die USA wird sich selber richten…hoffenlich können wir in der EU dann noch sagen „Gott sei Dank“…im schlimmsten Fall versuchen wir in der EU zu dieser Zeit zu überleben, nach einem Krieg…

      Ich muss nochmals sagen…Hochachtung vor Herrn Putin…ein Mann der sich nicht einschüchtern läßt, aber auch nicht zu unüberlegten Handlungen verleiten läßt…er hat erkannt das auf dieser globalen Welt nur starke Partner überleben können (BRICS) und nicht mehr die, die andere unterjochen wollen!

      Meine Prognose noch für die EU…völliger Zusammenbruch 2015 bis 2016 mit Bürgerausständen, was ja schon begonnen hat…Proteste /Streiks in Belgien, Frankreich, Italien, Griechenland, Ungarn, Deutschland…usw…usw….mit teil heftigen Strassenkämpfen…

      …Und Merkel bläst dem Obama ganz ruhig einen weiter, als ob alles so toll und super wäre und die Wirtschaft blüht…SUPER Frau Merkel, DANKE im Namen der EU-Bevölkerung…