Arbeitsschutz-Bericht: Weniger Unfälle, mehr Krankschreibungen

Die Sicherheit am Arbeitsplatz steigt. Die Zahl der Arbeitsunfälle in Deutschland geht zurück. Auch gab es in 2013 weniger Renteneintritte wegen Berufsunfähigkeit. Die Zahl der Krankschreibungen ist leicht gestiegen.

Wegen erkrankter oder verunglückter Arbeitnehmer sind Deutschland im vergangenen Jahr etwa 103 Milliarden Euro entgangen. Auf diese Höhe bezifferte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin am Freitag den Verlust an Bruttowertschöpfung durch Arbeitsunfähigkeit. Insgesamt fielen demnach 2013 wegen krankgemeldeter Beschäftigter nach Schätzungen etwa 1,6 Millionen Erwerbsjahre aus.

Die Zahl der Arbeitsunfälle ging den Angaben zufolge zurück. Knapp 960.000 Unfälle bei der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg wurden 2013 gemeldet. Das waren gut 10.000 weniger als im Jahr davor. Die Unfallquote sei mit 24 Unfällen je 1000 Vollbeschäftigten auf dem niedrigsten Stand seit Gründung der Bundesrepublik. Das zeugt von der steigenden Gesundheit der Arbeitnehmer und davon, dass die Sicherheitsvorkehrungen, so der Bericht, „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2013“.

Während die Unfallzahlen sanken, steigt jedoch die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage wieder an. Lag sie in 2010 noch bei rund 115 Fällen pro 100 gesetzlich Krankenversicherte, gab es in 2013 fast 126 Fälle pro 100 Versicherte. Dabei änderte sich die Dauer einer Arbeitsunfähigkeit mit durchschnittlich etwa 12 Tagen kaum.

Im Jahr 2013 starben 2.357 Menschen an den Folgen einer Berufskrankheit. Dies bedeutet im Vergleich zum Jahr 2010 eine Abnahme um 152 Fälle. Trotz des Verbotes von Asbest 1993 gehen fast zwei Drittel dieser Todesfälle auf die Einwirkung asbesthaltiger Stäube zurück.

Im Vergleich zum Beginn des Berichtszeitraums (2010) sanken die Rentenzugänge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit um etwa drei Prozent. Insgesamt gab es 2013 über 175.000 neue Frührenten. Zugleich nehmen jedoch die Rentenzugänge aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen zu. Betrug der Anteil dieser Diagnosegruppe am gesamten Neuverrentungsgeschehen 2010 noch rund 39 Prozent, lag dieser im Jahr 2013 bei fast 43 Prozent. Alle anderen Diagnosen sind von 2010 auf 2013 absolut und prozentual rückläufig.

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