Daimler Joint Venture BAIC geht Freitag an die Börse

BAIC, das chinesische Partnerunternehmen von Daimler, will mit einem Börsengang zur Konkurrenz aufschließen. Daimler will mit BAIC im kommenden Jahr 300.000 Autos in China verkaufen. Daimler fährt in China bislang BMW und Audi nur hinterher.

Der chinesische Daimler-Partner BAIC Motor will Insidern zufolge bei seinem Börsengang in Hongkong rund 1,42 Milliarden US-Dollar einnehmen. BAIC setze den Ausgabepreis der Aktien im mittleren Bereich der Preisspanne fest, sagten mit den Plänen vertraute Personen. Die 1,24 Milliarden Anteilscheine sollten jeweils 8,90 Hongkong-Dollar kosten. Der Preis sei aber noch nicht endgültig, Änderungen noch möglich. Das Börsendebüt in Hongkong ist für den 19. Dezember geplant. Daimler hatte vor rund einem Jahr für 640 Millionen Euro (786 Millionen Dollar) zwölf Prozent von BAIC Motor übernommen.

Bislang fährt Daimler in China nur hinterher. Konkurrent BMW konnte seinen Joint-Venture Partner Brilliance China Automotive bereits in 2003 an die Börse bringen. Seitdem hat sich der Wert von Brilliance um 800 Prozent erhöht, berichtet die FT. Bei Daimler hofft man auf eine ähnliche Entwicklung. Unangefochten auf Platz eins in China ist Audi, der Pionier auf dem chinesischen Markt.

Die Zahlen sind für BAIC vielversprechend. Im laufenden Jahr konnte der Daimler-Partner bereits 226.000 Fahrzeuge verkaufen. Das entspricht einem Wachstum von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2015 sollen über 300.000 Einheiten verkauft werden. Daimler hat in die Ausweitung des Händlernetzes in China investiert. Die Infrastruktur für einen wachsenden Vertrieb ist gelegt.

In kleineren chinesischen Städten wächst die Nachfrage. Entgegen den Erwartungen profitieren Premium-Hersteller auch von den stärkeren Richtlinien zum Schadstoff-Ausstoß. Vor allem in Ballungszentren reagieren gut verdienende Chinesen damit, dass sie sich ein höherwertiges Fahrzeug anschaffen.

Marktbeobachter bleiben jedoch skeptisch, ob BAIC mit seinen eigenen Marken am Heimatmarkt punkten kann. „BAIC macht mit jedem Verkauf eines Senova Sedans Verluste“; sagt Robin Zhu, Analyst bei Bernstein. Je größer die Verluste bei BAIC werden, desto eher werden auch die Gewinne von Daimler ausgehöhlt, so die Befürchtung.

Gleiches gilt für das neben Daimler zweite große Joint Venture von BAIC, Hyundai. Die Zusammenarbeit von BAIC und Hyundai ist derzeit noch sehr profitabel. Hyundai war noch 2013 hinter VW die beliebteste Marke in China. Mit Hyundai verkauft BAIC rund 900.000 Fahrzeuge im Jahr. Zusätzlich zum Werk in Peking wollen die Partner zwei zusätzliche Fabriken bauen.

BAIC kann aufgrund seiner Kooperationen mit Hyundai und Daimler nicht mit dem BMW-Pendant Brilliance verglichen werden. Die BAIC-Struktur ist eher mit den Herstellern Dongfeng oder Guangzhou vergleichbar. Denn diese Autobauer ziehen ihre Profite ebenfalls aus der Zusammenarbeit mit großen Marktteilnehmern wie Peugeot Citroen, Nissan, Honda und Toyota.

Kommentare

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  1. plinski sagt:

    Hat das Unternehmen BAIC etwas mit dem Kauf der Mercedes-Benz Niederlassungen
    im Osten von Deutschland zu tun, wen ja was ich annehme, wird es die Marke
    Mercedes Benz in spätestens 5 Jahren so nicht mehr geben